Gender Pay Gap und Prekariat an Universitäten

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse abseits der Kollektivvertragsregelung müssen bedacht werden

 ‹…› Es muss unbedingt an jene gedacht werden, die im derzeitigen System mit Teilzeit-Verträgen abgespeist werden, obwohl sie Vollzeit arbeiten und insbesondere auch an die unzähligen MitarbeiterInnen an den Universitäten, die nicht durch die Kollektivvertragsregel erfasst sind und weiterhin prekär beschäftigt sind“, erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.

 „Zu diesen zählen über Drittmittel finanzierte ProjektmitarbeiterInnen oder freie DienstnehmerInnen. In diesen Positionen befinden sich gerade vermehrt junge WissenschafterInnen zu Beginn ihrer ohnehin steinigen wissenschaftlichen Karriere. Viele junge WissenschafterInnen können keine durchgehenden Karriereverläufe mehr planen und es besteht eine ständige Unsicherheit, ob es langfristig ausreichend Projekte geben wird, an denen mitgearbeitet werden kann“, so Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam.

 „Durch diese Beschäftigungsverhältnisse werden gerade Frauen wiederum strukturell benachteiligt. Der Gender Pay Gap wird niemals geschlossen werden können, wenn derartige dienstrechtliche Missstände nicht aufgehoben werden. Es braucht für alle Jungwissenschafter und Jungwissenschafterinnen die Möglichkeit und die Chance, eine Anstellung zu bekommen und diese auch behalten zu können! Mit diesen und weiteren Problemen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Wissenschaft und Forschung des „Forum Hochschule“ – damit das Thema endlich ganzheitlich betrachtet wird“, so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH abschließend.
Link: ÖH-Homepage

Kollektivvertrag: Gehälter für Uni-Bedienstete steigen um 3 Prozent

GÖD

Die Verhandlungspartner Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) und Dachverband der Universitäten haben sich heute, Montag, auf einen Gehaltsabschluss für die Kollektivvertragsbediensteten der Universitäten geeinigt.
Die Monatsentgelte werden rückwirkend per 1. Jänner 2012 für das Jahr 2012 um 3 Prozent, die Zulagen mit demselben Prozentsatz erhöht. Die Lehrlingsentschädigen werden gleichfalls um 3 Prozent angehoben.

 Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz,
Vorsitzender des Dachverbandes der Universitäten

Dr. Wilhelm Gloss,
Vorsitzender-Stellvertreter der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

Link: uniko-Homepage, Artikel v. 23.1.2012

139. University of Vienna, THE University-Rankings

Es dreht sich das Times Higher Education Ranking-Karussel zur beliebigen Verwendung.
Link: zur Wertigkeit der Rankings, Interview mit Simon Schaffer, Cambridge, im STANDARD v. 18.1.2012 
Link: zur aktuellen Liste
Link: zu früheren Rankings und Hintergrundinfo

UNIKO zum Universitätsbericht

 „Ein Beleg für die Leistungskraft der 21 Unis“

   Einen „eindrucksvollen Beleg für die Leistungskraft der 21 öffentlichen Universitäten“ sieht der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Heinrich Schmidinger, im präsentierten Universitätsbericht 2011. Die Ergebnisse im Berichtszeitraum der vergangenen Jahre machten deutlich, dass es gelungen ist, trotz vielfach vorhandener Unterdotierung Fortschritte zu erzielen, wie etwa steigende Zahlen bei Absolventen/innen, eine erhöhte Repräsentanz von Frauen auf allen universitären Ebenen, einen kräftigen Schub bei allen Forschungskennzahlen und auch bei der internationalen Top-Platzierung des wissenschaftlichen Outputs.

   Der Universitätsbericht legt allerdings auch offen, dass die höheren Budgets gegenüber dem vergangenen Berichtszeitraum nicht mit den steigenden Studierendenzahlen Schritt gehalten haben. Schmidinger verweist auch auf die Gespräche zum Hochschulplan und zur Studienplatzfinanzierung: „Hier sind die Regierungsparteien gefordert, rasch zu einer Übereinkunft zu finden.“ Mit gutem Willen könnte das Jahr 2012 nach der bisherigen Blockadepolitik in der Koalition zu einem Wendepunkt führen.
Link: Homepage der Universitätenkonferenz

ÖH zum Universitätsbericht: Erfolgsgeschichte?

v.l.: Angelika Gruber, Martin Schott, Peter Grabuschnig, Janine Wulz

Hochschulen leiden an chronischer Unterfinanzierung, Studierende haben weder am Anfang noch am Ende ihres Studiums ausreichend Unterstützung.
Link: ÖH-Homepage

Nach der Präsentation des Universitätsberichts breitet sich bei der ÖH Ernüchterung aus. „Es war ein Versuch des BMWF den gesamten Universitätsbereich so gut wie möglich zu schönen. Manchem können wir zustimmen wie zum Beispiel der Forderung nach mehr finanziellen Mitteln und besseren Betreuungsrelationen. Bei der Frage, diese Ziele zu erreichen, gehen die Meinungen jedoch weit auseinander. Es wird immer offensichtlicher, dass es Töchterles Wunsch ist, die Türen der Unis für Studierende zu schließen“, so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH.

„Wenn wir über Kapazitäten sprechen, dann über einen Ausbau dieser, damit ausreichend Studienplätze für alle bereit stehen – auch in Zukunft. Töchterle sieht andererseits seinen Auftrag anscheinend darin, eine kleine Gruppe AkademikerInnen hervorzubringen, während unzähligen jungen Menschen der Zugang zum Hochschulsystem versperrt wird“, erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär. „Ein erstes Anzeichen ist schon die jetzige Studieneingangs- und Orientierungsphase, die ganz offensichtlich und von Studierenden bestätigt, eine Knock-Out-Phase darstellt.“

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Uni-Rankings haben keinen Wert. Simon Schaffer, Cambridge

DER STANDARD (Klaus Taschwer, Printausgabe 18.1.2012, S.14) interviewte Simon Schaffer, Professor für Wissenschaftsgeschichte in Cambridge.

…Andere Forscher sind keine Konkurrenten, sondern Kollegen, und das wissenschaftliche Verhältnis zwischen zwei Universitäten wie Oxford und Cambridge ist nicht das zwischen Pepsi und Coca-Cola. Unsere Studenten sind auch keine Kunden, sondern ebenfalls Kollegen, die bei uns gewissermaßen in die Lehre gehen. Diese Werte müssen wir gegen die Managerklasse verteidigen und sie in deren Sprache übersetzen, damit sie das auch verstehen…

Link: DerStandard.at

Universitätsbericht 2011

Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle hat am 
20. Jänner 2012 anlässlich der Übermittlung an das Parlament den Universitätsbericht 2011 präsentiert.
„Die Universitäten haben sich sehr positiv entwickelt. Der Universitätsbericht 2011 belegt eindrucksvoll die vielfältigen Aufgabenstellungen der Universitäten und bietet eine fundierte Informationsbasis“, so der Minister in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Generalsekretär Mag. Friedrich Faulhammer (Sektionsleiter der Sektion 1), Abteilungsleiter Dr. Günter Burkert (Vertreter der Sektion 2) und Dr. Elisabeth Freismuth (Sektionsleiterin der Sektion 3).

Link: Universitätsbericht 2011

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Uni-Innsbruck Rektor Tilmann Märk über Uni-Budget und Fusionen

[...] Die Presse: Im Frühling starten die Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen. Wirtschafts-Uni-Rektor Christoph Badelt hat gesagt, nach dem Urteil in der Causa WU werden die Unis der Republik das Messer ansetzen

Rektor Märk: Ich bin grundsätzlich ein friedlicher Mensch (lacht). Wir werden aber genau vorrechnen, was wir mit welcher Summe machen können. Wenn ab 2013 nur dasselbe Budget zur Verfügung steht wie bisher – und das ist momentan die Ausgangslage – fehlen uns 25 Millionen Euro pro Jahr. Hochgerechnet sind das die 300 Millionen, die alle Unis ab 2013 pro Jahr brauchen. [...]
Link: zum Interview in der „Presse“ (Printausgabne v. 19.12.2011)

Universität Wien verlangt Nachverhandlung der Leistungsvereinbarung

Die angekündigte Ausnahme der Universitäten vom strikten Sparkurs ab 2013 ist ein wichtiger Schritt. Rektor Heinz W. Engl begrüßt die Ankündigung des Kanzlers, dass die Hochschulmilliarde kommt.

   Sie ist auch unbedingt nötig, um gravierende Einschnitte im Universitätsbereich zu verhindern, löst aber nicht das bereits 2012 vorhandene Budgetproblem: Durch den Entfall der letzten Reste von Studienbeiträgen fehlen an der Universität Wien sieben Millionen Euro schon 2012. Dies ist eine gravierende Änderung der Rahmenbedingungen mit direkten Auswirkungen auf die bestehende Leistungsvereinbarung zwischen Universität und Ministerium. Die Universität hat deshalb heute eine entsprechende Änderung der Vereinbarung verlangt, mit dem Ziel, diese sieben Millionen Euro vom Bund ersetzt zu bekommen. Sollten die Verhandlungen darüber nicht zu einem raschen Ergebnis führen, muss die Universität Wien den Rechtsweg über die Schlichtungskommission beschreiten.

   Seit dem Erkenntnis des VfGH Ende Juni 2011 haben die Universitäten wiederholt auf die gravierenden Folgen des Entfalls der restlichen Studienbeiträge („Langzeitstudierende“, „Nicht-EU-AusländerInnen“) aufmerksam gemacht. Zur rechtlich leicht möglichen Sanierung durch Regierung und Nationalrat wird es offenbar nicht kommen.

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Ankündigungspolitik: Hochschulmilliarde

Bundeskanzler Faymann kündigte bei der STANDARD-Jugenddiskussion „Zukunft am Wort“  den Unis wiederum eine „Hochschulmilliarde“ an. Auf der Homepage des Ministeriums findet man dazu nichts.

Die Reaktionen der Hochschul-Community sind Argwohn, Zweifel und Skepsis:

Die Presse: [...]  Unklar bleibt auch, wie das Geld – so es kommt – zwischen den Unis verteilt wird. Die Regierung plant eine „leistungsorientierte“ Vergabe. Die Unis dürften sich somit auf strengere Vorgaben aus dem Ministerium und Eingriffe in ihre Autonomie einstellen müssen.

uniko: [,...] Die uniko begrüßt alle politischen Bestrebungen, die die Universitäten in die Lage versetzen, ab der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode 2013 bis 2015 ihren Betrieb ohne Leistungskürzungen aufrechtzuerhalten. „Wir haben mehrfach betont, dass dafür 300 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr notwendig sind“, fügt Schmidinger hinzu. Wenn nun innerhalb der Regierungsparteien darüber Einvernehmen hergestellt sein sollte, wäre damit auch die Voraussetzung geschaffen, dass die Gespräche über den Hochschulplan erfolgreich abgeschlossen werden.

Grünewald: „Schon in der letzten Regierungserklärung vor drei Jahren wurde versprochen, für Universitäten und Fachhochschulen zwei Prozent des BIP bereitzustellen. Zwischenzeitlich wurden die Budgets der Universitäten allerdings nominell wie real gekürzt.
   Als Beispiele für die klaffenden Lücken nennt Grünewald die Reduktion der  Familienbeihilfe bei Studierenden, die Streichung der Publikationsförderung, reduzierte Investitionen in studentisches Wohnen und  erzwungene Einschnitte im Personalbereich der Universitätskliniken. 
   „Man hat den Unis und Fachhochschulen in den letzten Jahren sukzessive Geld weggenommen. Mit der Hochschulmilliarde gibt man ihnen lediglich einen Teil davon wieder zurück. Das ist ein billiges Täuschungsmanöver“, kritisiert Grünewald.

ÖH: Scheinmilliarde auf drei Jahre aufgeteilt.

Studierende sollen Stipendien/Studienkredit später zurückzahlen

heute.at

 

 

Jetzt kommt Bewegung in die Studiengebühren-Debatte:
Nach prominenten Zwischenrufen aus der eigenen Partei will sich Kanzler Werner Faymann verschiedene Beitragsmodelle ansehen. Im Gespräch ist auch die „Australien“-Variante: das Studium auf Pump.

berichtet die Gratiszeitung „Heute“. Link zum Zeitungsartikel

Töchterle Interview im KURIER

 

Minister Töchterle gab dem KURIER ein Interview. Web-Kurier vom 8.12.2011

[...] KURIER: Angesichts der Schuldenbremse: Kommt die versprochene Uni-Milliarde?

Minister Töchterle: Bis Jahresende muss das Uni-Budget für 2013 bis 2015 stehen. Die Milliarde ist mein Ziel, ich konnte aufgrund des Konjunkturvorbehalts nie sicher sein, dass ich sie zur Gänze bekomme. Schau’n wir, wie erfolgreich ich bin.

Link zum kompletten Text des Interviews: KURIER.at

Rektor Badelt in der „Presse“ zum Verhältnis Universitäten und Medien

Rektor Badelt in einem „Presse“-Artikel über das Verhältnis zwischen Medien und Universitäten; und die Problematik über Missstände und Erfolge gleichzeitig zu berichten.

[...] Die Mehrzahl der Pressemeldungen zu Universitäten beschäftigt sich mit ihren Problemen. Unterfinanzierung, Überfüllung, schlechte Ratingergebnisse, Streit um die Effizienz des Hochschulsystems, etc. beherrschen die Zeitungen auf den Innenpolitikseiten. Rektor/inn/en versuchen so, in den Medien ihre politischen Anliegen zu transportieren. Diese Strategie ist sicherlich erfolgreich, denkt man an die umfangreiche Präsenz der Uni-Politik vor allem in den Qualitätsmedien. Aber die Vertreter/innen der Unis wollen auch auf die ausgezeichneten Leistungen ihrer Institutionen hinweisen.

   Und das ist eine schwierige Doppelbotschaft. Kein privates Unternehmen würde freiwillig schlechte Nachrichten über sich selbst verbreiten. Die Unis müssen das manchmal tun, weil sie nur auf diesem Weg Appelle an ihren „Eigentümer“ (der durch die Politik vertreten wird) richten können. Schade, dass dieser „Eigentümer“ viel zu selten positiv über seine Unis spricht. Die Medien würden solche Botschaften sicher gern aufnehmen.

LINK: „Die Presse“, Print-Ausgabe, 05.12.2011

Gehaltsverhandlungen für 2012 positiv

Nach extrem schwierigen Verhandlungen in von der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägtem Umfeld haben die Gewerkschaften der Öffentlichen Dienste mit der Bundesregierung eine Einigung erzielt: 2,68 – 3,36 % Gehaltserhöhung (Klick auf die folgende Abbildung).

Die Betriebsräte der Universitäten fordern in einer Resolution den Dachverband der Universitäten zu einer höheren Anpassung des kollektivvertraglichen Gehalts auf als bei den Beamten (siehe diesen Link).

Weiterer Link: Die Werte (XL-Gehalts-Tabelle).

 

Aviso: UNI-Ärzteproteste in „Pro und Contra“ auf PULS4-TV. Montag 22.30 Uhr

Pro und Contra – Der AustriaNews Talk
Ärzte-Protest im AKH Wien:
Steht unser Spitalswesen vor dem Herzinfarkt?
Montag, 05.12.201122:30 PULS 4

Hier: LINK ZUR SENDUNG

TeilnehmerInnen am Podium:
Andrea Kdolsky, ehem. Gesundheitsministerin, Gesundheitsökonomin,
Peter Husslein, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde,
Martin Röggla, Oberarzt an der Universitätsklinik für Notfallmedizin,
Thomas Szekeres, Kurie der Angestellten ÄrztInnen Wr. Ärztekammer und Betriebsratsvorsitzender des wissenschaftl. Personals MedUni Wien