Größte Systemänderung seit Gesetzwerdung des UG2002

Ministerrat vom 29.1.2013

“Die Universitätsfinanzierung wird künftig neu gestaltet – es erfolgt eine schrittweise Umstellung auf ein neues, transparenteres Finanzierungssystem. Gleichzeitig wird die seit Jahren diskutierte Kapazitätsregelung für Universitäten umgesetzt. Die entsprechende Novelle des Universitätsgesetzes UG2002 zur Implementierung der kapazitätsorientierten, studierendenbezogenen Universitätsfinanzierung (“Studienplatzfinanzierung”) wurde zwischen den Koalitionsparteien unter der Prämisse verhandelt, dass es österreichweit insgesamt nicht weniger Studienplätze gibt, und heute im Ministerrat beschlossen. “Ziel ist eine transparente sowie stärker als bisher auf Leistung, Qualität und Kapazität hin ausgerichtete Gestaltung der Universitätsfinanzierung”, so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Bei der am 29.01.2013 beschlossenen UG-Novelle handelt es sich um die größte Systemänderung seit der Gesetzwerdung des Universitätsgesetzes 2002. Nach dem parlamentarischen Prozess wird der Gesetzesentwurf im Nationalrat voraussichtlich Ende Februar 2013 beschlossen. Die Finanzierung soll ab 2016 teilweise und ab 2019 komplett nach dem Modus der Studienplatzfinanzierung erfolgen werden. ‹…›”
LINK: BMWF Homepage
LINK: Stellungnahme der ÖH

Abschied

Werte Leserinnen und Leser,

vor ca. 4 Wochen hat sich eine (!) Kollegin der “Angewandten” erkundigt, wie denn das mit der Weiterführung dieses Blogs sei.

Ich dankte für das Interesse und sagte, mir fehlt leider die Zeit (nach 5-jähriger Tätigkeit dafür). Man muss Präferenzen schaffen. Die Zeit wird knapp. Und so bot ich zwei Betriebsräten (zweier verschiedener politischer BR-Fraktionen) der UW und einem Journalisten Admin- bzw. Autorenrechte für den UG02-Blog an. Aber Sie wissen ja: man hat Präferenzen. So wurde draus nichts. Vielleicht auch weil wir uns zwischen zwei Bildungskampagnen und nicht in einer befinden.

Mir bleibt Dank zu sagen für Ihr geneigtes Lese-Interesse und Ihre Blog-Beiträge zu positiven Vorschlägen zur Änderung des undemokratischen Universitätsgesetzes 2002, das sich eigentlich keine demokratische Gesellschaftsform leisten kann. Die sozialen Folgekosten für den Demokratieverlust sind zu hoch.

Und falls Sie mein Vortrag vom Sept.2012 beim Hallstätter Demokratie-Kongress, Momentum12 interessiert (Link),

“Weblogs: Möglichkeiten und Grenzen bei inner- und überbetrieblichen Mitbestimmungsprozessen.
Erfahrungsbericht aus der universitären Betriebsratspraxis”
,

bitte lesen Sie nach unter diesem Link

Ach ja – und noch etwas. Einer der von mir befragten Betriebsräte (s.o.) schreibt jetzt im “STANDARD-Blog Uni-2020″ (s.u.). Doch Zeit gefunden. Empfehlung zur und Bitte um Kenntnisnahme. Klick auf das Bild:

DerStandard Uni-Blog2020

DerStandard Uni-Blog2020

Bleibt mir noch zu wünschen übrig:

Viel Erfolg bei Ihren, sicherlich notwendigen, nächsten Mitbestimmung fordernden Kampagnen an unseren Universitäten,
K.Heimberger

PS: das UG02-Blog-Archiv bleibt zum Nachschlagen unter der gewohnten Internetadresse erhalten.

Buch zu Dimensionen von Uni-Rankings

Multidimensional Ranking.
Higher Education Dynamics, Band 37
The Design and Development of U-Multirank

herausgegeben von Frans A. van Vught und Frank Ziegele.
Buch gebunden (194 Seiten). Sprache: Englisch,
Springer Verlag 2012. € 110,99 (A)

During the last decades ranking has become one of the most controversial issues in higher education and research. It is widely recognized now that, although some of the current rankings can be severely criticized, they seem to be here to stay. In addition, rankings appear to have a great impact on decision-makers at all levels of higher education and research systems worldwide, including in universities. Rankings reflect a growing international competition among universities for talent and resources; at the same time they reinforce competition by their very results. Yet major concerns remain as to the rankings’ methodological underpinnings and to their various impacts. 
This new book presents a comprehensive overviewof the current ‘state of the art’ of ranking in higher education and research, and introduces a completely new approach called ‘multidimensional ranking’. In part 1 rankings are discussed in the broader context of quality assurance and transparency in higher education and research.

In addition the many current ranking methodologies are analyzed and critized, and their impacts are explored. In part 2 a new approach to ranking is introduced, based on the basic idea that higher education and research institutions have different profiles and missions and that the performances of these institutions should reflect these differences. This multidimensional approach is operationalized in a new multidimensional and user-driven ranking tool, called U-Multirank. U-Multirank is the outcome of a pilot project, sponsored by the European Commission, in which the new ranking instrument was designed and tested at a global scale.

Gast-Link: Springer Verlag.
Link: ORF Science-Kommentar

Van der Bellen: Meine letzte Rede im Nationalrat

Der Eine geht (Van der Bellen, Ökonom), die Anderen (Frank Stronach, Unternehmer, et al.) wollen kommen.
Abschiedsrede des Nationalratsabgeordneten der GRÜNEN, Van der Bellen, am 5.7.2012:

Top-Sommer-Video 2012: Steuerzahler (wo?) nimmt Recht sich hier auszudrücken. ORF-ZiB2

Dazu aus dem Kommentar in  ”profil.at”, 7.7.2012, von Rosemarie Schwaiger:

Magna-Gründer Frank Stronach will in der österreichischen Politik mitmischen. Er wird dabei grandios scheitern – aber das sagt ihm keiner, weil er einfach zu viel Geld hat. <…>

Link: profil.at

Klage gegen Studiengebühren vom VFGH aus formalen Gründen zurückgewiesen

“Keine Entscheidung in der Sache!”, betont der Verfassungsgerichtshof.

  Der Verfassungsgerichtshof hat entschieden, einen Antrag eines Studenten, der damit die von der Universität Wien selbst beschlossenen Studienbeiträge zu Fall bringen wollte, als unzulässig zurückzuweisen. Diese Entscheidung der Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter erfolgte, weil der Antrag aus formalen Gründen unzulässig war.

  Allgemein gesprochen gilt: Steht die Möglichkeit einer Bescheidbeschwerde offen, ist dies der Weg, um die Angelegenheit vor den Verfassungsgerichtshof zu bringen. So verhält es sich auch hier: Da über die Beitragspflicht ein Bescheid der Universität erwirkt werden kann, ist der Weg für eine Bescheidbeschwerde an den Verfassungsgerichtshof frei. Damit sind aber andere Mittel – etwa der individuelle Antrag eines Studenten auf Aufhebung – nicht zulässig. <…>

Link: Information des Verfassungsgerichtshofs Österreich
Link: Beschluss des VFGH

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Reaktionen:

ÖH: Die Österreichische HochschülerInnenschaft lässt sich von der heutigen Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes nicht entmutigen. “Dass die Individualbeschwerden eventuell nicht zugelassen werden könnten war uns natürlich bewusst. Für uns ist die heutige Entscheidung nur noch mehr Grund, auch mit Bescheidbeschwerden gegen das rechtsgrundlose Handeln der Universitäten vorzugehen”, so Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär. (OTS)

SP-Wissenschaftssprecherin Kuntzl: ”Diese Entscheidung ist keine Entscheidung in der Sache selbst, sondern eine Entscheidung darüber, auf welchem Weg die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof seitens der Studierenden herangetragen werden kann – eben nicht über eine Individual-, sondern über eine Bescheidbeschwerde.” Auch mit Blick auf die Entscheidung des Senats der Universität Wien bekräftigte Kuntzl: “Ich begrüße jede Entscheidung, die dazu führt, möglichst rasch Rechtssicherheit herzustellen”. Es sei ein “nicht hinzunehmender Zustand, dass hier Rechtsunsicherheit besteht”. Die SPÖ habe in Sachen Studiengebühren einen Gesetzesreparaturvorschlag vorgelegt, sagte Kuntzl. (OTS)

Dr. Karl Lueger. Wiener Bürgermeister (1897-1910) auf manchen Straßenschildern ausradiert

Pressefoto Votava / PID

  Der “Dr.-Karl-Lueger-Ring” bei der Universität Wien wurde umbenannt. Kulturstadtrat Mailath-Pokorny und UW-Rektor Engl
enthüllten am 4.7.2012 diese neue Straßentafel.

…”Die Umbenennung ist ein entscheidender Schritt hin zum sorgsamen Umgang mit der Vergangenheit”, sagt Mailath. “Es geht aber nicht um das bloße Austauschen von Straßentafeln, das allein wäre zu wenig. Es geht um eine differenzierte Betrachtung und Bewertung der Person Luegers und damit auch um ein differenziertes Geschichtsbild unserer Stadt”. …

“Lueger wird und soll nicht in Vergessenheit geraten – nicht als verdienstvoller Bürgermeister, nicht als Vorreiter des Antisemitismus”, so Mailath.
(Link: Rathauskorrespondenz)

(Noch?) nicht ausradiert am anderen Ende der Innenstadt: “Dr.-Karl-Lueger-Platz”