In der Parlamentarischen Korrespondenz vom 27.5.09 wird berichtet:
[...] Abgeordnete Beatrix KARL (V) hielt der Aussage, die österreichische CERN-Mitgliedschaft sei als ein Mutterschiff österreichischer Wissenschaftsprojekte zu betrachten, gegenteilige Auffassungen von Professoren entgegen und warnte vor jedem wissenschaftspolitischen Populismus. Es gelte an den Universitäten moderne Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Wissenschaft und Forschung ihre wichtigen Beiträge zur Schaffu ng neuer Arbeitsplätze und für nachhaltiges Wirtschaftswachstum leisten können. Österreich brauche hochentwickelte Forschungseinrichtungen – das vorliegende Budget stelle dies sicher. Die Aufregung über die geplante Novellierung des Universitätsgesetzes basiere auf „Lügen und einem falschen Entwurf“, dessen Hintergründe die Abgeordnete in den ÖH-Wahlen vermutete. Niemand wolle die Studienbeiträge erhöhen oder den offenen Zugang zu Universitäten und Masterstudien in Frage stellen, hielt Karl fest.
Abgeordnete Andrea KUNTZL (S) sah den Schwerpunkt der Bundesregierung für Bildung, Wissenschaft und Forschung durch das vorliegende Wissenschaftsbudget deutlich unterstrichen und machte darauf aufmerksam, dass die Universitäten in den nächsten Jahren mit mehr Mitteln rechnen können. Leitgedanke sei es, die Studienbedingungen zu verbessern und die Universitäten für eine höhere Zahl von Absolventen auszustatten. Dazu komme das Ziel, junge ForscherInnen stärker zu fördern. Bei der geplanten Novellierung des Universitätsgesetzes will Abgeordnete Kuntzl den freien Hochschulzugang erhalten, Studiengebühren nicht anheben, Verbesserungen für den Mittelbau vorsehen und eine 40 %-Frauenquote einführen. Für die Zukunft setze sie auf einen völligen Entfall der Studiengebühren, da der Aufwand der Einhebung mit dem Ertrag in keinem Verhältnis stehe.
Abgeordnete Heidrun SILHAVY (S) unterstrich die Bedeutung der Erhaltung des offenen Hochschulzugangs, der Mitbestimmung für den Mittelbau und der 40 % Frauenquote in allen Hochschulgremien.
Abgeordneter Andreas KARLSBÖCK (F) hielt das vorliegende Wissenschaftsbudget nicht für ausreichend, um jene Ziele zu erreichen, die bei der Diskussion über den aktuellen Hochschulbericht ins Auge gefasst wurden: Verkürzung der langen Studiendauer und Erhöhung der viel zu niedrigen Abschlussquote. Zur Diskussion um die österreichische CERN-Mitgliedschaft stellte Karlsböck fest, CERN sei ein „Mutterschiff“ für viele Forschungsprojekte und wies auf die Bedeutung dieser Mitgliedschaft für die Reputation Österreichs auf internationaler Ebene hin. In einem Entschließungsantrag seiner Partei forderte der Abgeordnete ein unmissverständliches Bekenntnis zur CERN-Mitgliedschaft Österreichs ein. Angesichts der Aufregung über einen Entwurf für eine Novelle zum Universitätsgesetz, die eine Erhöhung der Studiengebühren und verstärkten politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf die Universitäten mit sich bringen soll, beantragte der Redner ein Begutachtungsverfahren und eine umfassende parlamentarische Debatte über die geplante Novellierung.
weiterlesen im Etat der Wissenschaft auf dem Prüfstand des Nationalrats








