UG2002-Novelle, Diskussionsarchiv

Beiträge vom Juli 2009

Der wissenschaftliche „Mittelbau“ an deutschen Hochschulen

29. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Mittelbaustudie DUm die Arbeitssituation des wissenschaftlichen „Mittelbaus“ in Deutschland besser beurteilen zu können, hat der Fachbereich im Rahmen des Projektes „Campus der Zukunft“ die vorliegende Studie initiiert. Mit ihr wird die Hoffnung verknüpft, die Arbeitssituation sowie die Debatte über die Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses transparent darzustellen und zu beleben.

Link zu der von der deutschen Gewerkschaft „ver.di“ geförderten Studie über die Beschäftigungsbedingungen des wissenschaftlichen Mittelbaus an deutschen Hochschulen, publiziert in der  „anstöße-Reihe„:

Der wissenschaftliche „Mittelbau“ an deutschen Hochschulen.
Zwischen Karriereaussichten und Abbruchtendenzen.
Dieter Grühn · Heidemarie Hecht · Jürgen Rubelt · Boris Schmidt
Berlin 2009

 

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Universitäten im Vor- und Feld der Wirtschaft

29. Juli 2009 · 1 Kommentar

Uni im Vor- und Feld der Wirtschaft2Die Österr. Wirtschaftskammer will mit ihrer Broschüre „Die Hochschulentwicklung dynamisch gestalten“ Denkanstöße für eine „systematisch abgestimmte Hochschulentwicklung“ geben. In der Aussendung wurde im Begleittext Brecht zitiert: „Ändere die Welt, sie braucht es.“ Und es wird um Weiterleitung der Broschüre gebeten.

Weiters wird in der Begleit-E-Mail das Ergebnis der Hochschulpolitik und -Bildung als steuerlos und unwertstiftend bezeichnet, wenn es (und damit auch der hochschulgebildete Mensch, A.d.R.) nicht ökonomisiert werden kann, indem folgendermaßen konkludiert wird:

„…denn ein Hochschulsystem, das sich ausschließlich jenseits wirtschaftspolitischer Ansprüche definiert, droht nicht nur aus dem Ruder zu laufen, sondern entzieht der Volkswirtschaft die wichtigste Ressource: jene Menschen nämlich, die sich in ihrem beruflichen Engagement wertstiftend in die Wirtschaft einbringen wollen.“ Quelle: <BP@wko.at>

Hier der Link zum Pamphlet

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Wissenschaftsrat legt Tätigkeitsbericht 2006-2008 dem Parlament vor

22. Juli 2009 · Kommentar schreiben

OWR Taetigkeitsbericht_2006-2008 S1Ab 2004 verschaffte sich der Österreichische Wissenschaftsrat, eine Institution nach §119 UG02, einen Überblick über Österreichs tertiäre Bildungslandschaft, sodass er 2006 mit seiner eigentlichen Arbeit begann. Genau mit diesem Zeitpunkt setzt auch der Berichtszeitraum des vorliegenden Dokuments ein.
Durch Klicken auf die Abbildung ist der Bericht herunterladbar (pdf, 700KB, 257 Seiten). Interessanterweise gibt es auch offiziell bislang unveröffentlichte Empfehlungen, die es gemäß genanntem Gesetz nicht geben sollte, da alle ÖWR-Empfehlungen veröffentlicht werden müssen (§119 Abs. 3 UG02):

Anhang C 2: Nicht veröffentlichte Empfehlungen/Stellungnahmen

  1. Erster Bericht zur Struktur und Entwicklung der Medizinischen Universitäten (November 2007)
  2. Stellungnahme zur Einrichtung einer nationalen Stelle für Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis (November 2007)
  3. Beantwortung der Fragen des Wissenschaftsausschusses des Nationalrates (3. Juli 2008) zur Empfehlung des Wissenschaftsrates zu einer Erweiterung der Mitverantwortung an österreichischen Universitäten (Februar 2008) – November 2008

ad 1. (Auszug): In den vom Medizinischen Ausschuss des Wissenschaftsrates geführten Gesprächsrunden mit Nachwuchswissenschaftlern, insbesondere aus dem klinischen Bereich, wurde deutlich, dass es kein angemessenes Zeitbudget für kompetitive Forschung gibt, da die Routinekrankenversorgung dies nicht zulässt.

Die Parlamentsseite zum ÖWR-Tätigkeitsbericht.

Hier geht´s weiter zur Zusammenfassung der Parlamentarischen Korrespondenz

Kategorien: Parlament
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Finanzierung der Spitzenforschung im Argen

16. Juli 2009 · Kommentar schreiben

HTU

 Nobel 01

 

fwf

 

Die Anpassung der FWF-Gehaltssätze finden im Gegensatz zu allen anderen Berufsgruppen mit einem halben Jahr Verspätung statt.

Wien (OTS der Doktoratsstudienvertretung TU) – Aufgrund der späten Bekanntgabe des Budgets 2009/2010 kam es zum Ausfall von zwei Vergabesitzungen des FWF. Kompetitiv vergebene Forschungsprojekte wurden dadurch um mindestens vier Monate verzögert.
Auch die Beschlussfassung über die Inflationsabgeltung für 2008 wurde erst im Mai getroffen. Diese Anpassung erfolgt nicht rückwirkend per 1. Jänner 2009, so wie für Beamte und andere öffentliche Bedienstete, sondern erst mit Juni 2009. Dies führt zu einer Ungleichbehandlung von NachwuchsforscherInnen, die ohnehin schon unterbezahlt sind im Hinblick auf ihre erbrachten Leistungen.

„Gerade junge Nachwuchskräfte, die am Anfang ihrer Karriere stehen und daher wenig verdienen, werden dadurch benachteiligt!“, meint DI Markus Holzweber, Vorsitzender der Studienvertretung Doktorat.

bitte hier klicken, um weiter zu lesen

Kategorien: Budget · FWF · ots-Meldungen
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Warum misstraut das Ministerium den Senaten?

15. Juli 2009 · Kommentar schreiben

 
DerStandard interviewte Senats- vorsitzende über die Effekte des Uni-Rechts-Änderungsgesetzes.
Link zum Standard.at

Das Fazit der Senate zu ihren Aufgaben und Möglichkeiten ist durchwachsen. Hinteregger beklagt ein „grundsätzliches Misstrauen den Senaten gegenüber“, das sich vor allem von Seiten des Ministeriums und der Politik im letzten Jahr auswirkte. „Die Arbeit der Senate wird nicht anerkannt, das stört am meisten“, so Hinteregger.

„Insgesamt gewinnt der Senat sicherlich nicht an Aufgaben“, so Vitouch. Viele Maßnahmen lassen sich aus Budgetnöten erklären. Es werde mit „Taschenspielertricks“ versucht, irgendetwas „herauszuquetschen“ und es dann der Öffentlichkeit so zu präsentieren, als sei es noch immer ein Zugewinn für die Unis, so Vitouch. In stark nachgefragten Fächern wie Betriebswirtschaftslehre, Psychologie oder teilweise Medizin brenne mittlerweile der Hut.

Bitte hier weiterlesen: Link zum Artikel im Standard.at

Kategorien: Stellungnahme
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Nach UG-Beschluss: Rektoren wollen Antworten auf Grundsatzfragen

12. Juli 2009 · Kommentar schreiben

 UniKoLogo

Wien (Presseaussendung der UNIKO v. 10.7.09) – Die Verabschiedung der Novelle zum Universitätsgesetz 2002 (UG) durch den Nationalrat am Donnerstagabend nimmt die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko)  zum Anlass für einen Appell an die politisch Verantwortlichen, sich den nach wie vor offenen Grundsatzfragen der Hochschulfinanzierung und der Zugangs- bzw. Kapazitätsproblematik offensiv zu widmen. Das gestern beschlossene Universitätsrechts-Änderungsgesetz 2009 brachte entgegen der öffentlichen Darstellung keine wirkliche Weiterentwicklung der Universitätsautonomie: Die Novelle stellt vielmehr einen Kompromiss aus gegensätzlichen Forderungen von politischen Parteien und Interessenvertretungen dar, wobei – nicht zuletzt auf Grund von Interventionen der uniko – gegenüber dem Erstentwurf noch weitergehende Einschränkungen der Autonomie reduziert worden sind.

Die angelaufenen Gespräche über die Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2010 bis 2012 zwischen dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) und den einzelnen Universitäten
werden demnächst zur Nagelprobe für die öffentliche Hand: Es wird sich relativ rasch herausstellen, dass die vielfältigen zusätzlichen Verpflichtungen der Universitäten nicht ohne entsprechende Ressourcen umzusetzen sind. Die Hauptthemen der mangelnden Kapazitäten sowie der ausreichenden Finanzierung der Universitäten bleiben daher auch in den nächsten Monaten auf der Tagesordnung. Nur wenn sich die Politik dieser ungelösten Probleme offen und ehrlich stellt, wird auch die Autonomie der Universitäten neue Früchte tragen.

Univ.-Prof. Dr. Christoph Badelt
Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz

Bericht darüber im Standard

Kategorien: Stellungnahme · ots-Meldungen
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§21 Absätze 1 und 15 Uni-RÄG: „Stimmrecht haben die Betriebsratsvorsitzenden im Uni-Rat…“

10. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Paragraphen

§21 Abs. 15 „…Anträge zu allen Tagesordnungspunkten zu stellen sowie zusätzliche Punkte auf die Tagesordnung setzen zu lassen, die mit der Ausübung ihrer Funktion als Betriebsrat im Rahmen ihrer innerbetrieblichen Interessenwahrnehmungskompetenz nach dem Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG), BGBl. Nr. 22/1974, unmittelbar in Zusammenhang stehen und in die Zuständigkeit des Universitätsrats fallen. Sie sind bei diesen Punkten stimmberechtigt…“

Auf welche Aufgaben des Uni-Rats bezieht sich die Stimmberechtigung?
auf §21  Abs. 1  Zahlen 8, 10 bis 16?
mit Berufung insbes. auf die §§ 108 und 109 des ArbVG?

Wissen alle Uni-Räte welche TOPs in die Interessenwahrnehmungs-kompetenz der Betriebsräte nach ArbVG fallen, und daher das Stimmrecht der an der Uni-Ratsitzung teilnehmenden Betriebsratsvorsitzenden nach sich ziehen? Oder müssen alle, dem Uni-Rat nicht genehmen, Abstimmungsergebnisse nach dem 1.10.09 ausjudiziert werden? Oder sind alles nur Sandkastenspiele, weil Betriebsräte allein ohnehin nie die hier geforderte Zweidrittelmehrheit in Uni-Ratsabstimmungen erreichen können?

Kategorien: Betriebsrat
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Parlaments-Nachlese: Debatte und Abstimmung über UniRechts-Änderungsgesetz, 9.7.2009

10. Juli 2009 · 2 Kommentare

Parlament mit Baukran 

Wien (PK) – Sodann standen Themen aus dem Wissenschaftsbereich auf der Tagesordnung: das Universitätsrechts Änderungsgesetz, Antrag 418/A(E) betreffend Kollektivvertrag für ArbeitnehmerInnen der Universitäten, Antrag 553/A(E) bezüglich Umsetzung der RH-Vorschläge zur Verwaltungsreform, Antrag 416/A(E) betreffend bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten und Antrag 417/A(E) zur Finanzierung von Vorziehprofessuren an österreichischen Universitäten.

Abgeordneter Walter ROSENKRANZ (F) hielt eingangs fest, dass seine Fraktion Konstruktivität in dieser Sache an den Tag gelegt habe, habe man doch der unorthodoxen Vorgangsweise, den zuständigen Ausschuss an einem sitzungsfreien Tag abzuhalten, zugestimmt. Eine Reform sei nun einmal notwendig, doch die gegenständliche Vorlage beinhalte einige Punkte, die kritikwürdig seien, etwa Fragen der Kompatibilität der Curricula, die Rolle des Senats und die kontraproduktive Frauenquote. Amüsiert zeigte sich der Redner darüber, dass ein Antrag seiner Fraktion monatelang vertagt und schließlich abgelehnt worden sei, während die Regierungsfraktionen einen eigenen, fast gleichlautenden Antrag annahmen.

Abgeordnete Beatrix KARL (V) erläuterte die Hintergründe der in Rede stehenden Novelle und meinte, die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen hätten sich als unbegründet erwiesen. Sie ging auf die einzelnen Reformpunkte ein und empfahl die Vorlage zur Annahme, da sie für die Studierenden und die Universitäten deutliche Verbesserungen bringe. Abschließend brachte die Rednerin einen V-S-Abänderungsantrag mit redaktionellen Präzisierungen ein.

Abgeordneter Rainer WIDMANN (B) erklärte, seine Fraktion werde diese Novelle ablehnen, da sie weder Fisch noch Fleisch sei. Es gebe keine erkennbare Gesamtstrategie, es fehlten Controlling und Kostenrechnung, und auch das „CERN-Desaster“ dieser Regierung falle hier hinein. Dass es zudem pausenlos Abänderungsanträge gebe, zeige, wie „schlampig“ hier gearbeitet wurde. Er brachte einen Entschließungsantrag betreffend Stärkung der Wissenschaft in Oberösterreich ein.

Abgeordnete Andrea KUNTZL (S) sagte, für die Sozialdemokraten sei die Sache nicht leicht gewesen, da es sich um eine Novelle zu einem Gesetz handle, das seinerzeit von der SPÖ nicht mitbeschlossen worden sei. In dieser Novellierung zeige sich jedoch sozialdemokratische Handschrift, erklärte die Rednerin, die dies anhand konkreter Beispiele illustrierte. Man habe ein faires Modell erarbeitet, es gebe konkrete finanzielle Verbesserungen, und auch die Studienbedingungen würden mit diesem Entwurf erleichtert. Auch die Studieneingangsphase sei nun „sehr fair und transparent“.

Abgeordneter Kurt GRÜNEWALD (G) konzedierte, dass die Vorlage einige Punkte enthalte, die positiv seien, meinte aber, dass der Entwurf auch in einigen Bereichen Anlass zu entsprechender Kritik gebe. Man laufe Gefahr, dass die Universität nicht länger Ort des wissenschaftlichen Disputs sei, sondern nur noch Ausbildungs- und Produktionsstätte. Es fehle ein differenziertes Gesamtkonzept, eine Wissenschaftsstrategie, weshalb generell eine Kurskorrektur erforderlich sei. Man sollte daher den wissenschaftspolitischen Dialog gemeinsam fortsetzen.

Bundesminister Johannes HAHN dankte allen für ihre Mitarbeit an diesem Diskussionsprozess und für die Debattenbeiträge. Es sei nötig, hier ständig im Gespräch zu bleiben, denn die Universitäten seien ein lebendiger Bereich, der laufend den Gegebenheiten angepasst werden müsse. Sodann erläuterte der Redner einzelne Details der Vorlage.

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Kategorien: Allgemeines

Parlament live: Nationalratssitzung. UniRechts-Änderungsgesetz mehrheitlich beschlossen

9. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Live Parlament

Donnerstag, 9.Juli 2009. ab 9.00 Uhr. Link zum Live-Stream:  http://derstandard.at/?page=parlamentlive 
Der Live-Link ist geschlossen!

 
RednerInnenliste: http://www.parlament.gv.at/pd/rzv/NR/rzv_rednerliste.shtml?0948599#lfd_R

0  Seit 20.40 Uhr ist die UG-Debatte beendet (der Parlament-Live Link ist geschlossen).

Die Besuchergalerie war  geräumt worden.  Studierende hatten protestiert. Keine neuen Aspekte gab es in der Debatte. Die Novelle ist von SP und VP beschlossen worden.
Einen weiteren Link zur Debatte gibt es hier: APA-Meldung in DerStandard.at.

Kategorien: Parlament
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Demo der Studierenden gegen UG-Novelle

8. Juli 2009 · Kommentar schreiben

StudentInnen u.a. gegen Ökonomisierung der Bildung: „..ich bin kein Humankapital“

Am Mittwoch demonstrierten rund 200 Menschen vor dem Hauptgebäude der Universität Wien gegen die Novelle des Universitätsgesetzes (UG), die morgen, Donnerstag, im Nationalrat beschlossen werden soll. Aufgerufen zu der Demonstration haben verschiedene Studierendenvertreter an der Uni Wien. Unterstützt wurde die Aktion auch von der Hochschülerschaft der Universität für Angewandten Kunst. [...] Link zum Standard-Artikel

Link zum FM4.ORF-Bericht

Kategorien: Chancengleichheit
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„Der Nationalrat wolle beschließen…“

8. Juli 2009 · Kommentar schreiben

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Als Ergebnis seiner Beratungen stellt der Wissenschaftsausschuss somit den Antrag, der Nationalrat wolle

1. dem angeschlossenen Gesetzentwurf die verfassungsmäßige Zustimmung erteilen;

2. die angeschlossene Entschließung annehmen.

6.7.2009

Link zum Gesetzestext: Universitätsrechts-Änderungsgesetz 2009 
Link zum Bericht des Wissenschaftsausschusses 
Link zur BIP-Entschließung 
Link zum Grünen Minderheitsbericht 
Link zur relevanten Übersichtsseite des Parlaments

Kategorien: Ministerentwurf · Parlament
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Warum misstraut das Ministerium dem Mittelbau?

8. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Mitbestimmung hat auf den Universitäten keinen PlatzDemokratie statt Hierarchie ist an den Vorzeige-Institutionen der Nation nicht angesagt. Der Mittelbau wird in den Entscheidungsprozessen der Universitäten vernachlässigt und  durch Verteilungs-Ökonomie und Abhängigmachen bevormundet. Entschuldigt wird das Fehlen echter demokratischer Strukuren an den Unis noch immer mit dem legendären Spruch Gehrers: „Wissenschaftsergebnisse kann man nicht demokratisch abstimmen“. Ihr nachgeschobener, gleichermaßen berüchtigter Spruch hält ebenso für die Verwaltungsaufgaben der Institutionen her: „Gremchen-Demokratie ist undurchführbar“.
Und dann der Horror vor Neuerungen. Die Umsetzung innovativer Mittelbau-Ideen könnte die konservativen Uni-Strukturen verändern. Deswegen werden die angesagten “weiteren Änderungen des UG02″ (siehe auch Wortmeldung Hahn in der Abstimmungsdebatte) ohne Terminvorgabe auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschoben. Umsetzung bildungs- und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse an den Unis? Wo kämen wir da hin? Was als Antwort auf die eingangs gestellte Frage suspiziert wird:  Machtanspruch des Herkömmlichen als Grund für die gelebte Minderschätzung der „einfachen“ Uni-MitarbeiterInnen.

Zum Glück gibt es engagierte Mittelbau-Personal- und Interessensvertretungen,  die ihren gesetzlich schmalen demokratischen Spielraum nützten und in wichtigen Verhandlungsmomenten taktisch klug erstrebenswerte, motivierende Arbeitsrahmenbedingungen im (früher KV behindernden) URÄG- Werdungsprozess für die große Zahl von Uni-MitarbeiterInnen erstritten haben. Diesen PersonalvertreterInnen sei hier schlicht aber herzlich gedankt. (red.)

Kategorien: Faculty · Karikatur · Mittelbau
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Weitere, gewichtige Kritik der Grünen an der UG-Novelle (quasi Minderheitsbericht)

7. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Abweichende persönliche Stellungnahme gemäß § 42 Abs. 5 GOG des Abgeordneten Dr. Kurt Grünewald
zum Bericht  der Beilagen betreffend die Regierungsvorlage (225 d. Beilagen) zum Bundesgesetz, mit dem die Organisation der Universitäten und ihre Studien (UG 2002) geändert wird und einige universitätsrechtliche Vorschriften aufgehoben werden.

Die Novelle lässt weitgehend ein zugrundeliegendes bildungs- und forschungspolitisches Konzept vermissen, entspricht mit der Beibehaltung eines antiquierten und streng hierarchischen Kuriensystems nicht den Anforderungen einer teamorientierten, partizipativen und modernen Universität, reduziert die immer wieder propagierte Autonomie der Universität durch zunehmenden Einfluss von Universitätsräten und der Politik und definiert von den Universitäten zu erbringende Leistungen, die in keiner Weise budgetär gedeckt werden können.

Ziele und Aufgaben der Universitäten sind unzureichend definiert

Die Ziele, verantwortlich zur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt beizutragen, bleiben ebenso vage wie das gemeinsame Wirken von Lehrenden und Studierenden und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch unter den leitenden Grundsätzen, die unter anderem die Vielfalt wissenschaftlicher und künstlerischer Theorien, Methoden und Lehrmeinungen, das Zusammenwirken der Universitätsangehörigen und die soziale Chancengleichheit betonen, bleiben vielfach graue Theorie.
Universitätspolitik bedarf eine kongruenten Bildungspolitik an den Schulen, die, da politisch umstritten, derzeit nicht erkennbar ist. Die soziale Schieflage beginnt spätestens mit dem zehnten Lebensjahr und setzt sich bis zum Übertritt in den tertiären Bildungsbereich fort.
„Seltsame“ Studien des Ressorts versuchen diesen von zahlreichen ExpertInnen kritisierten Missstand zu verschleiern. Daten und Fakten zeigen aber die rückständige Position Österreichs eindeutig.

Die Regierung präsentiert keine Konzepte eines besseren und weniger sozial  diskreditierenden Zugangs breiterer Bevölkerungsschichten zu höherer Bildung. Aussagen über zukünftig angestrebte Studierendenzahlen und Übertrittsquoten nach der Matura werden vermieden. Auch verschweigt man sich über die Aufteilung der Studierenden in die unterschiedlichen Sektoren des tertiären Bildungsbereiches (insbesondere zwischen FHS und Universitäten).  Nur ein im EU Vergleich kleiner Anteil von Studierenden wird finanziell zureichend unterstützt, was dazu führt, dass immer mehr Studierende auf Arbeit angewiesen sind, was wiederum zu Studienverzögerungen führen wird.
Massive Abhängigkeiten des Wissenschaftlichen Nachwuchses von Ihren Vorgesetzten laufen einer international üblichen frühen Autonomie der ForscherInnen entgegen, Kurzzeitverträge, budgetbedingte Knappheit an offenen Stellen und damit mangelnde Perspektiven für WissenschafterInnen machen Universitäten als Arbeitplatz unattraktiv.

Krass zeigt sich die missbräuchliche Verwendung von ÄrztInnen an Universitätskliniken, die meist über 90 % ihrer wöchentlichen Arbeitszeit in der PatientInnenversorgung verbringen, was Lehre wie Forschung zu einer Freizeitleistung degradiert. Versuche hier auch nur Geringes zu verbessern, werden durch Einsprüche der Krankenanstaltenträger (Länder) konterkariert.

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SPÖ-ÖVP-Abänderungsantrag zur Regierungsvorlage URÄG 09

7. Juli 2009 · 2 Kommentare

Abänderungsantrag der Abgeordneten Mag. Dr. Beatrix Karl, Mag. Andrea Kuntzl, Kolleginnen und Kollegen zur Regierungsvorlage 225 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen, XXIV. GP, betreffend das Universitätsrechts-Änderungsgesetz 2009.

Kuntzl AA UG 03 07 09 S1

 

PDF, 8 Seiten, 52KB, Download durch Klicken auf die Abbildung.
Abänderungsantrag inkl. Begründungen.

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Universitätsrechts-Änderungsgesetz passiert Wissenschaftsausschuss

6. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Adler 02

Wien (Parlamentarische Korrespondenz) – Das Universitätsrechtsänderungsgesetz 2009 stand heute im Zentrum der Beratungen der Sitzung des Wissenschaftsausschusses des Nationalrats. Mitbehandelt wurden einige oppositionelle Anträge zum Thema.

Bundesminister Johannes Hahn erinnerte eingangs an den zweijährigen Diskussionsprozess zur Weiterentwicklung der Gesetzesmaterie und nannte sodann die wesentlichen Punkte der in Rede stehenden Vorlage. So wurde hinsichtlich des Status der Lektoren ein allgemein akzeptabler Mittelweg gefunden. Auch die freien Dienstverträge, die jeweils an konkrete Projekte gebunden sind, sollen in sachlich begründeten Fällen künftig entsprechend verlängert werden können. Ebenso wird die Mitwirkung der Betriebsräte an den Universitätsräten neu geregelt. Dazu kämen, so der Minister, kleinere Korrekturen handwerklicher Natur.

Abgeordneter Kurt Grünewald (G) bemängelte, dass man die gesamte Materie, auch wenn man Verbesserungen erkennen könne, ausführlicher hätte beraten können, um zu einem konsensualen Ergebnis zu kommen. Er befasste sich mit dem „strategischen Charakter“ des Senats und meinte, mehr Einfluss wäre wünschenswert gewesen. Im konkreten Text gebe es einige Unklarheiten, sodass man gleichsam Erläuterungen der Erläuterungen gebraucht hätte. Konkret sprach er die Regelungen beim Medizin- und Zahnmedizinstudium an.

Abgeordnete Beatrix Karl (V) brachte einen V-S-Abänderungsantrag betreffend die vom Minister referierten Inhalte ein und ergänzte dessen Ausführungen. Zudem brachte sie einen Entschließungsantrag der Koalitionsparteien betreffend die Zielsetzung, längerfristig zwei Prozent des BIP für den tertiären Bildungssektor aufzuwenden, ein.

Abgeordnete Andrea Kuntzl (S) verwies auf die fruchtbringenden Diskussionen, deren Ergebnisse in den genannten Abänderungsantrag eingeflossen seien. Als positiv hob die Rednerin hervor, dass die Gestaltungsvereinbarung klargestellt werde, wichtig sei zudem, dass auch künftig die freie Prüferwahl bei kommissionellen Prüfungen bestehen bleibe und eine entsprechende Flexibilisierung bei der Studieneingangsphase vorgenommen werde. Schließlich sei hervorzuheben, dass jene, die Studienbeihilfe beziehen, auch künftig keine Studiengebühren bezahlen müssen. Besonders verwies sie auf die geplante gezielte Förderung von Nachwuchsforscherinnen, um hier geschlechtermäßig mehr Gleichheit zu erzielen.  

Abgeordneter Walter Rosenkranz (F) meinte hingegen, die geplanten Änderungen liefen dem Ziel, die Akademikerquote zu erhöhen, zuwider. Hinsichtlich der Universitätsautonomie müsse man beachten, dass das gesamtösterreichische System kompatibel bleibe. Die Studieneingangsphase fand der Redner gut, sie dürfe aber nicht dazu führen, dass ein viergliedriges Studiensystem entsteht. 

Abgeordneter Rainer Widmann (B) bezeichnete die Novelle als weder Fisch noch Fleisch, sei sie doch in manchen Bereichen nicht ganz schlüssig. Die Stellungnahmen seien großteils negativ gewesen, man habe hier die Chance vertan, gemeinsam etwas zu erarbeiten.

Nachdem Bundesminister Johannes Hahn auf aufgeworfene Detailfragen eingegangen war, sagte Abgeordnete Katharina Cortolezis-Schlager (V), die Novelle implementiere strategisches Denken auf allen Ebenen, aber eben mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung. Als einen der größten Fortschritte dieser Vorlage bezeichnete sie die Frauenquote, weiters thematisierte sie die Frage des Lehramtes.

Abgeordneter Andreas Karlsböck (F) vertrat die Ansicht, die künftige Zusammensetzung des Senats sei ein qualitativer Rückschritt. Die Curricula drifteten ob der Autonomie auseinander, was es Studenten schwer mache, eine Kompatibilität innerhalb Österreichs zu erzielen. Auch sei die Ausgestaltung des Medizinstudiums problematisch.

Abgeordneter Martin Graf (F) kritisierte gleichfalls die „überfallsartige“ Behandlung der Materie, die eigens an einem ausschussfreien Tag angesetzt worden sei. Dennoch werde die Opposition dies nicht blockieren, weil man eben konstruktiv zusammenarbeiten wolle. Nachdem sich Graf mit Fragen der Studiengebühren und Studienbeschränkungen befasst hatte, bezeichnete er es als enttäuschend, dass man nach wie vor nicht zu studienbezogenen Finanzierungen komme. Auch thematisierte er das Verhältnis Senat und Rektorat.

Abgeordneter Wolfgang Zinggl (G) bemängelte, das Gesetz gehe in die falsche Richtung, weil es Mitbestimmung einschränke, statt Demokratie auszubauen.

In der Abstimmung wurde sowohl die Regierungsvorlage in der Form des V-S-Abänderungsantrags als auch der V-S-Entschließungsantrag mehrheitlich angenommen, während die Anträge von B und F mehrheitlich abgelehnt wurden. Der Antrag 418 wurde mit der Regierungsvorlage miterledigt, der G-Antrag (521/A[E]) war vor Eingang in die Tagesordnung vom Antragsteller zurückgezogen worden.

Die Vorlagen im einzelnen

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UG-Novelle. Auch Graf dagegen

6. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Der Vorsitzende des parlamentarischen Wissenschafts-Ausschusses NAbg. Martin Graf (FPÖ) hofft auf Korrekturen des vorliegenden Reformvorschlags zum Universitätsgesetz.
Vor der heutigen Ausschusssitzung appelliert er an die Vertreter der anderen Parteien,  die Vorlage von Wissenschaftsminister Hahn in einigen wesentlichen Punkten zu korrigieren.
Link zur OTS-Pressemitteilung

Kategorien: Ministerentwurf · Wissenschaftssprecher
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„MUI-TILAK-KOOPERATIVE“

6. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Tirol Wappen Elfriede Hammerl schreibt im „profil“ über die möglichen anderen Gründe der Nichtberufung von Fr. Prof. Hochleitner zur Rektorin der Med-Uni Innsbruck.

Also, was tun, wenn sich eine Frau um einen Führungsposten bewirbt, auf dem man sie aber nicht sehen will, vielleicht, weil sie bestimmte Privatinteressen der Postenvergeber nicht unterstützen wird? [...]
Hochleitner wollte keine enge Anbindung der Medizin-Uni an die Tilak, die Tiroler Krankenanstalten-GmbH, mit der wiederum einzelne Mitglieder des Unirats – über diverse Firmen – in geschäftlicher oder persönlicher Verbindung stehen.

Link zum „profil“-Artikel

Die anderen Artikel dieses Blogs zum Thema RektorIn: 1, 2,

Kategorien: Chancengleichheit · MedUni
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Hahn im Interview mit der „Presse“

6. Juli 2009 · 1 Kommentar

„Die Presse“ bringt in der Printausgabe vom 6.7.09 ein Interview von Erich Witzmann mit Wissenschaftsminister Hahn. (LINK)

[...] Sie wollen Ihre Uni-Gesetzesnovelle gegen großen Widerstand umsetzen?
Johannes Hahn: Wir haben monatelang, seit Anfang März, mit allen Beteiligten immer wieder Gespräche geführt und vieles weiterentwickelt. Ich bin für den Abschluss vor dem Sommer zuversichtlich.

Es gibt aber keine universitäre Gruppe, die diese Reform begrüßt.
Hahn: Fast jede Gruppe begrüßt Teile davon; die Kritik, die geäußert wird, ist aber oft das, was in der Wahrnehmung übrig bleibt. Wir hatten Gespräche mit der Gewerkschaft, wir haben eine befriedigende Lösung für die Lektoren, die sowohl den Bedürfnissen der Universitäten als auch den Betroffenen selbst gerecht wird. Wir haben etwas für die Betriebsräte gemacht. In Summe muss man sagen: Die Autonomie wird fortgesetzt. Das heißt im Klartext: Noch mehr Verantwortung für die einzelnen Entscheidungsorgane an den Unis.

Gibt es einen Spielraum in den heute beginnenden parlamentarischen Verhandlungen für Veränderungen?
Hahn: Wir haben zwischen dem Ministerratsbeschluss und der ersten Ausschusssitzung noch eine Fülle von Gesprächen gehabt und einige Adaptierungen vorgenommen.

Zum Beispiel?
Hahn: Zum Beispiel eine präzise Regelung für die Lektoren. Wir haben nachjustiert, dass an den Medizin-Unis auch Ärzte in Ausbildung, also der Mittelbau, bei den Senatswahlen mitbestimmen dürfen. Wir haben etwas bei der Mitbestimmung der Betriebsräte im Uni-Rat gemacht [...]

Link zum Artikel in: diepresse.com

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Höchschülerschaft der TU gegen UG-Novelle

6. Juli 2009 · Kommentar schreiben

„Wir appellieren an die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses, dem Gesetzesentwurf in der Sitzung nicht zuzustimmen, um eine entsprechende Begutachtung zu ermöglichen“, so die Vorsitzenden der Hochschülerschaft der TU unisono.

Link zur OTS-Presseaussendung

TU Stud gegen UG-Novelle S1

 
Link zum Dokument:
Stellungnahme zur Regierungsvorlage der UG-Novelle.

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Uni-Gesetz: Betriebsrat erhält doch partiell Stimmrechte im Uni-Rat

3. Juli 2009 · Kommentar schreiben

…Regelung mit befristeten Arbeitsverträgen bleibt unverändert – Lektoren bis zu vier Semesterstunden nur mehr freie Dienstnehmer, berichtet die APA heute, Freitag, 3.7.09. ORF-Link

Die Betriebsräte des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an den Universitäten erhalten im Universitätsrat ein eingeschränktes Stimmrecht. Darauf haben sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) und der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, bei Verhandlungen über die geplante Novelle zum Universitätsgesetz (UG) geeinigt, bestätigte ein Sprecher des Ressortchefs am Freitag der APA.

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