Monatsarchiv: August 2009

Gibt es Prätorianer der Undemokratie?

Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass das URÄG 2009 (Universitätsrechts-Änderungsgesetz) ab 1.10.09 nur in der Interpretation des Wissenschaftsministeriums gültig sein wird, hat Mag. Faulhammer den Uniratsvorsitzenden einen Informationsbrief zukommen lassen. In diesem wird entgegen dem sonst tendenziösen Briefinhalt auf die „große Bedeutung der Stärkung des innerbetrieblichen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Dialogs für die Entwicklung der Universität als ExpertInnenorganisation hingewiesen ‹…›.“

Lesen Sie selbst, was das Ministerium mit innerbetrieblicher Demokratie an den Universitäten am Hut hat. Eine Interpretation des Briefes ergibt nämlich, dass die Universität gerade deswegen, weil sie eine ExpertInnenschmiede ist,  keine effektive Mitbestimmung der Betriebsräte im Universitätsrat brauche. Gehrer und die Wirtschaft werden sich freuen. Der weiter unten herunterladbare Brief des Ministeriums scheint mit seinem Gesetzes-Interpretationsgehalt auch der dokumentierten Verbesserungsintention des Ministers zu widersprechen, „etwas bei der Mitbestimmung der Betriebsräte im  Uni-Rat gemacht“ zu haben (Link zu Hahns „Presse“-Interview vom 6.7.09).

Die Gewerkschaft ist gefordert, ihre Interpretation des  nach URÄG veränderten §21   in Absprache mit den Uni-Betriebsräten zu formulieren. Die Warnung, „Wehret den Anfängen“, kommt in Bezug auf gesellschaftspolitisch bedenklichen, und potenziell gefährlich beispielgebenden, Demokratieabbau/-verlust  in der autonomen Universitätsverwaltung sehr spät. Der Prozess ist bereits weit fortgeschritten.

Staunen Sie über den Wortlaut des Briefes und schreiben Sie Ihre Meinung Ihrem /Ihrer GewerkschaftsfunktionärIn und Abgeordneten zum Nationalrat.

BR Stimmrecht im Unirat, BMWF Brief

 

Zum Download des Ministeriumsbriefes an die Universitätsratsvorsitzenden bitte auf die Abbildung klicken.
(pdf, 200KB, 3 Seiten)

Gesetzliche Verankerung der Forschungsmittel

Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG) bringt Verlässlichkeit,
heißt es in einer OTS-Aussendung (LINK: OTS) des Wissenschaftsministeriums

Wien/Alpbach (OTS) – „Vertrauen schaffen mit der gesetzlichen Verankerung von Forschungsmitteln“, so das klare Ziel von Forschungsminister Johannes Hahn. Er schlug daher im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche ein verbindliches Gesetz zur Forschungsfinanzierung vor, das gemeinsam mit der Forschungsstrategie der Bundesregierung im Sommer 2010 vorliegen und die Fortsetzung des Wachstumspfades sicherstellen soll. „Das Forschungsfinanzierungsgesetz soll das verlässliche finanzielle Rückgrat der österreichischen Forschungsstrategie werden“, betont Hahn.

Das heurige Alpbach-Thema „Vertrauen“ sei besonders für Wissenschaft und Forschung zentral, so der Minister weiter. Die Forschung sei „wie ein scheues Reh. Wenn wir sie im Land halten wollen, müssen wir ihr Vertrauen geben.“ Bei den Budgetverhandlungen – die am Ende des Tages zwar ein sehr gutes Ergebnis gebracht haben – habe er deutlich gespürt: „Unsicherheit ist Gift für den Forschungsstandort Österreich und fehlende Planbarkeit verunsichert die besten Köpfe. Verlässlichkeit ist daher der beste Boden für Innovationen.“

Johannes Hahn skizziert die fünf Eckpunkte, die in das Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG) einfließen sollen:

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Hahn: „Ich will Sie emotional für dieses Titanenprojekt an Bord haben!“

Wissenschaftsminister Hahn startet Diskussion zu „Österreichischem Hochschulplan“
Maximale Abstimmung zwischen den Hochschulen – mehr AbsolventInnen im tertiären Bereich als Ziel.

Ab Frühjahr 2010 folgen Dialogveranstaltungen mit Stakeholdern. „Ich lade alle Beteiligten herzlich ein, mitzudiskutieren“, so der Minister.

Wien (LINK: OTS) – Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat im Rahmen des Universitätenforums in Alpbach den Startschuss für einen „Österreichischen Hochschulplan“ gegeben. Der Prozess soll in enger Abstimmung mit allen Beteiligten bis zum Jahr 2011 in eine neue Landkarte der tertiären Ausbildung, Lehre und Forschung münden. Die Ergebnisse werden in die Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten ab 2013 sowie die weitere Entwicklung der Fachhochschulen einfließen.

Basis der Diskussion ab Herbst bilden gemeinsam mit der Universitätenkonferenz, der Fachhochschulkonferenz und dem Verband der Privatunis formulierte Ausgangsfragen. „Zu Beginn werden wir klären, was erwarten wir von den Universitäten und Hochschulen, danach die Frage, wie wir das im österreichischen Rahmen umsetzen können“, so der Wissenschaftsminister.

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Bachelorstudium und Zweiklassenuniversität

Bologna-System unter aller Kritik

K.P.LiessmannKonrad Paul Liessmann (Uni Wien) bezeichnete Mittwoch Abend bei einer Veranstaltung des Wissenschaftsministeriums im Vorfeld der Alpbacher Technologiegespräche das neue Studiensystem als „starren Schematismus, der wie ein Schimmelpilz die europäischen Universitäten überzieht, mit aufgeblähten Verwaltungen, exzessiven Modularisierungen, überflüssigen Akkreditierungen, verwirrenden Zertifizierungen und zahllosen Reglementierungen“. ‹…›

Forschende Lehre kommt nicht mehr vor

In Bachelor-Studiengängen würde, so Liessmann, die forschende Lehre nicht mehr vorkommen, die Idee der Einheit von Lehre und Forschung werde erst nach der Universität in Graduiertenprogrammen realisiert. Professoren, die auf sich halten, würden danach trachten, nur noch in Graduiertenprogrammen tätig zu sein. „Die Zweiklassenuniversität scheint nur mehr eine Frage der Zeit zu sein“, und das werde das Vertrauen in Bachelor-Abschlüsse noch mehr erschüttern.

Link zum Bologna-Standard-Artikel

Link zum Standard-Artikel über Neuordnung des Hochschulbereichs

Wissenschaftsministerium erhält Generalsekretär. Wegbereiter oder Barriere für Lobbyisten?

In einer OTS-Presseaussendung erklärt das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, dass es…

…ab 1. August 2009 einen Generalsekretär erhält. Der Sektionschef der Hochschulsektion Mag. Friedrich Faulhammer (47) wird diese Koordinierungsfunktion zusätzlich zu seinen bisherigen Agenden übernehmen.

Der studierte Jurist Faulhammer begann seine berufliche Laufbahn an der Universität Wien. Er gilt als einer der profundesten Fachleute des Bundesministeriums, in dem er seit 1990 in verschiedenen Führungspositionen tätig ist.
Seit 2005 leitet Faulhammer die Hochschulsektion und ist in dieser Funktion maßgeblich für die Ausgestaltung der Autonomie der Universitäten und die Leistungsvereinbarungen zwischen den Hochschulen und dem Bund verantwortlich.
„Durch die Schaffung eines koordinierenden Generalsekretärs stärken wir das Ministerium und verschränken die beiden Aufgabenfelder Wissenschaft und Forschung noch enger miteinander“, erklärt Wissenschaftsminister Johannes Hahn die Beweggründe für die Ernennung Faulhammers.

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