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ORF-Pressestunde mit Minister Hahn

11. Oktober 2009 · 1 Kommentar

Hahn--Pressestunde ORF2   Zum Thema „Times Higher Education University-Ranking“ sagte Hahn, es gäbe viele Faktoren für das schlechte Abschneiden österreichischer Universitäten. Die wissenschaftliche Beurteilung wäre gut, aber die sozialwissensschaftlichen Richtungen, damit auch die UW, hätten den Nachteil, einen hohen Anteil auf Deutsch zu publizieren und kämen so in der Bewertung nicht zum Zug. Das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden wäre nicht ideal. Die Lektoren fielen aus der Bewertung heraus und viertens wäre der praktisch unbeschränkte Zugang der Studierenden (mit einer Zunahme um mehr als 20%) nicht zu verkraften. All das schlüge sich in der Bewertung nieder.
   Ohne Studienbeiträge gäbe es 40% inaktiver Studierender, mit Beiträgen nur 15%. Das Konzept sei die Wiedereinführung der Studiengebühren, wie die OECD dies sage. Und die Zugangsmodalitäten zu regeln (z.B. im Zusammenhang mit der ärztlichen Versorgung der österreichen Bevölkerung nach der Heimkehr in Österreich ausgebildeter deutscher MedizinerInnen und im Zusammenhang mit Studienplätzen von Österreichern in  Masterlehrgängen, die in englischer Sprache angeboten würden).

   Die Züricher Uni, ETH, hätte traditionell eine sehr hohe finanzielle Ausstattung, deshalb sei sie im Ranking so hoch angesiedelt. Österreich gäbe jetzt mehr für die Unis aus:
- um 1,6 Milliarden € für die nächsten 3 Jahre, das ist um 17% mehr als zuletzt, plus Studiengebührenersatz.
- Im Forschungsfinanzierungsgesetz verpflichte sich Österreich gesetzlich in den nächsten 10 Jahren zur Forschungsförderung.

   Zu Hahns früherem Ausspruch, „mit Humboldt müsse man brechen und ihn neu definieren“. Zu Humboldts Zeiten hätte es 5000 männliche Studenten gegeben. Heute hätten wir die Massenuniversität und weitere geänderte Rahmenbedingungen. Genüge getan werden müsse der universitären beruflichen Ausbildungsqualifikation (z.B. nur 5% der Juristen blieben an den Unis als Wissenschaftler) und daneben der Forschung, Wissenschaft und Bildung. (…) Dazu diene auch die Bologna-Architektur der Studien. Die allgemeine Akzeptanz des Bachelors für die Berufsausbildung sei noch zu gering.

   Zu den Exzellenz-Programmen an den Europäischen Universitäten meinte Hahn, es werde auch in Österreich dazu etwas getan. Der FWF hätte um 25% mehr Budget und davon gingen 80% wieder an die Unis, die sich darum allerdings kompetitiv bewerben müssten.

   Der Bachelor sei breiter basiert als früher der Magister. Danach gäbe es an der UW noch 12 Masterbereiche. Die meisten Bachelors schlössen noch ein Masterstudium an. In Österreich müsse man noch Qualifikationskriterien für den Zutritt zum Masterstudium festlegen.

   Zu CERN. Hier hätte sich Hahn gewünscht, die österr. CERN-Mittel (20 Mio. € bei Österreichs 2%iger Mitgliedschaft am CERN) in andere, breiter aufgestellte internationale Forschungen umzuleiten (Penninger, Zeilinger etc).

   Weitere Themen betrafen die universitär zu gestaltende LehrerInnenausbildung, neues Dienstrecht für LehrerInnen und die baulichen Gegebenheiten der Arbeitsplätze für die Lehrenden.

   Fragen zur ÖVP-Spitzenkandidatur im nächsten Wiener Gemeinderats- und Präsidentschaftswahlkampf wurden ebenso gestellt wie die Frage nach der Besetzung des Technologie- und Wissenschaftsressorts in der EU.

Die Fragen stellten H. Bürger und Ch. Kotanko.

(K.H.)

Kategorien: Budget · FWF · Presse
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