Monatsarchiv: November 2009

Universitäre Bildung in Konkurrenz zu Koralmtunnel, Verschrottungsprämien und Wirtschaftlichkeit von Fitnesscentern

Rektor Badelt, WU Wien, würde, wenn man ihn  bäte, nicht Wissenschaftsminister werden wollen:

Für die Politik wären Koralmtunnel und Verschrottungsprämie wichtiger als die Entwicklung unserer Gesellschaft;
demokratiepolitisch gefährlich sei das Nichternstnehmen der von der Bildungspolitik frustrierten Jugend;
ohne politische Hausmacht sei kein effektiver Einsatz für Bildung möglich (…)
Lösungen?

Bildung habe Priorität. Nicht der Parteipolitik unterordnen. Gesamtschule. Vernünftige Zugangsregelung mit effizienter sozialer Durchmischung…
LINK: Rektor Badelt im „KURIER“ vom 30.11.09 zu Bildungsfragen
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Karl Svozil, ao.Univ.Prof. am Institut für Theoretische Physik der TU Wien, zur Theorie und Praxis der Buchhalteruniversität:

„…bürokratisch-buchhalterische Verelendung der Universitätsangehörigen;
Eugene Garfield, der Begründer des populären „Impact Factor“ von Thomson ISI, einem börsennotierten Unternehmen (NYSE: TOC; TSX: TOC) diskutierte beispielsweise einmal in Wien die verschiedensten Unzulänglichkeiten dieser szientometrischen Erbsenzählereien. Er gab jedoch zu bedenken, dass andere gültige Kriterien viel teurer wären; sodass der Impact Factor und verwandte Performanceindikatoren eine billige Möglichkeit darstellten, Entscheidungen zu begründen;

Lösungen?
…totale Abkehr von Vorgaben eines Lehrkanons. Dies schafft automatisch eine weitreichende Interoperabilität der Bildungsinstitutionen; aber nicht unter dem starren von Buchhaltern gelenkten Bologna-Prozess, sondern geleitet von geistiger Freiheit und Selbstbestimmtheit des Individuums.“
LINK: Karl Svozil im science.orf.at

Meinungen beim und zum Hochschuldialog (Auswahl)

Die Industriellenvereinigung will in gegendemokratischer Weise weitere Machtübertragung an den Rektor und den Universitätsrat.

Arbeiterkammer: Bildung steht allen zu.

Ministerin Schmied wertet die Vorschläge seitens der Österreichischen HochschülerInnenschaft als „sehr konstruktiv“, jetzt gehe es darum, über die einzelnen Themenstellungen in einem offenen Dialog zu diskutieren, der „nicht rigide vorstrukturiert ist“. Abschließend bekräftigte Schmied, dass sie es „ablehnt, Universitätspolitik nur unter der Überschrift von Notfallparagraphen zu diskutieren“.

Beatrix Karl, Wissenschaftssprecherin, VP: Qualität ist nicht durch unkontrollierten Massenzugang zu erreichen“, so Karl, die auch auf die Empfehlungen der OECD verweist: „Hier werden Österreich ganz klar Studienbeiträge und Zugangsregelungen nahe gelegt, wie sie auch in sämtlichen erfolgreichen Bildungsländern üblich sind.“ Die Position der ÖVP decke sich mit der Meinung fast aller Experten: „Ohne klare, faire Regelungen für den Zugang kann die universitäre Bildung im internationalen Wettbewerb nicht mithalten. Zugangsregelungen sind außerdem auch ein soziales Element.“ Den längeren Atem in überlaufenen Massenfächern hätten zumeist jene Studierenden mit einer besseren finanziellen Absicherung, weniger finanzstarke Studentinnen und Studenten wären von den langen Wartezeiten deutlich stärker betroffen.
Und nochmals: „Mittlerweile stellt sich jedoch die Frage, wen die ÖH überhaupt noch vertritt. An konstruktiver Gestaltung ist ihr sichtlich nicht gelegen“, stellt Karl abschließend fest und erneuert die Einladung an die ÖH, sich doch noch konstruktiv an der Gestaltung des tertiären Bildungssektors zu beteiligen.

Martin Graf, Wissenschaftssprecher, FP: „Der Hochschuldialog ist nicht mehr als eine Sammlung von Monologen“, zeigte sich FPÖ-Wissenschaftssprecher NAbg. Martin Graf enttäuscht. Von den Ministern Hahn und Schmied sei auch heute nicht mehr zu hören gewesen als die üblichen Absichtserklärungen: „Eine Bereitschaft zu Sofortmaßnahmen war nicht einmal ansatzweise erkennbar.“ Für Graf ist es daher dringend nötig, die Bildungsdiskussion wieder ins Parlament zu verlegen. Zur Aufarbeitung der zahlreichen dringenden Materien schlägt Graf vor, einen ständigen Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses zu bilden.

ÖH: „Wir sind gegen die Diskussion in Arbeitsgruppen mit fragwürdiger Schwerpunktsetzung und Abstimmungen nach dem Mehrheitsprinzip. Bei Mehrheitsentscheidungen, in denen VerfechterInnen von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren die Mehrheit stellen, werden Lösungsansätze im Sinne der Studierenden zur Farce“, erklärt Sigrid Maurer vom ÖH-Vorsitzteam.

Föderl-Schmid, Chefredakteurin, Der Standard: Wenn es um die Bedürfnisse der Pensionisten geht, dann reagiert die Politik schnell. Wenn junge Menschen Forderungen stellen, dann dauert es Wochen, bis man sich mit ihren Anliegen ernsthaft auseinandersetzt. Dann werden, wie beim Hochschuldialog am Mittwoch geschehen, Arbeitsgruppen eingesetzt, die erst nach Monaten Ergebnisse vorlegen sollen. Diese werden vorab als unverbindliche Empfehlungen bezeichnet. So wird bei Vertretern der jungen Generation das Gefühl verstärkt, dass sie zwar angehört, aber nicht gehört werden.

„Hahn musste schreckliches Erbe übernehmen. Ordnung des Ressorts nicht gelungen…“

sagte Bundesrat Stefan Schennach (Grüne/Wien) während der Dringlichen Anfrage an Hahn,  die aktuelle Situation an Österreichs Universitäten betreffend, gestern in der 2. Kammer des Parlaments.

Parlamentarische Korrespondenz: Wenn man sich die Fakten im Wissenschaftsbereich ansehe, dann verstehe man den Zorn der Studierenden, meinte Schennach. So liege Österreich laut OECD-Statistik etwa nur an 30. Stelle (von 36 Ländern) bei den Absolventenquoten und auch die beste Universität Österreichs, die Uni Wien, ist nun wieder weiter abgestürzt im Qualitätsranking. Er wundere sich nicht, dass in Österreich immer noch viel zu wenige Maturanten das Studium wählen. Die Rahmenbedingungen seien oft katastrophal, zeigte Schennach auf, übervolle Hörsäle, undurchsichtige Studieneingangsprüfungen, schlechte Betreuungsverhältnisse und vieles mehr. [...]

LINK zur gemeinsam von FP und Grünen im Bundesrat eingebrachten „Dringlichen“ an Minister Hahn und zu dessen Antworten, sowie Verweis auf den beginnenden Hochschuldialog.

Studentin zur Uni-Senatsvorsitzenden gewählt

Der Standard berichtet, dass  an der Akademie der bildenden Künste am Montag  erstmals eine Studentin an die Spitze des Senats einer österreichischen Universität gewählt wurde. Die Kunstpädagogik-Studentin Martina Pfingstl erhielt  fast alle Stimmen. Sie studiert mit einem Selbsterhalterstipendium und organisierte den an der Akademie ausgerufenen „Generalstreik“ gegen die geplante Umstellung der Ausbildung auf die Bologna-Struktur. Dies war  von der Besetzung der Akademie-Aula und nach einer Demonstration nur wenige Tage später von der Besetzung des Auditorium maximum der UW und anderer österreichischer Uni-Hörsäle gefolgt.

Link zum Bericht

Unter „Master of Desaster“…

schreibt Edith Meinhart im „Profil“ über Forschungsausgaben, Bologna-Prozess, Akademikermangel, inkl. Interview mit David Campbell vom Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung der Uni Klagenfurt.

(…) Sind die heimischen Unis so schlecht, wie internationale Rankings behaupten?
Das Times Higher Education Ranking schreckte die akademische Welt auf. Die ersten Plätze belegen – wenig überraschend – Harvard, Yale (beide USA) und Cambridge (GB). Die beste heimische Hochschule, die Universität Wien, war vom 85. Platz im Jahr 2007 im Jahr darauf auf den 115. zurückgefallen; die Technische Universität rutschte um 78 Plätze auf den 244. Rang ab. Unter den 200 besten der Welt sticht die Uni Wien mit dem schlechtesten Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden hervor (www.topuniversities.com). Kritiker stört an derartigen Rankings, dass die Reputation der Unis einfließt. Campbell vergleicht deshalb lieber die Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Zitierungen. Die maßgeblichen Datenbanken – der Science Citation Index (SCI), der Social Science Citation Index (SSCI) und der Arts & Huma­nities Citation Index (A & HC) – stehen in Amerika. Fazit: In der Liste „Artikel pro hun­derttausend Einwohner“ rangiert Österreich gleichauf mit den USA und über dem EU-Schnitt. Nicht ganz so gut sieht es bei den Zitierungen aus. „Die bibliometrische Forschung zeigt, dass die heimische Forschung besser ist als ihr Ruf, aber – siehe Zitierungen – im Spitzenfeld Nachholbedarf hat“, resümiert Campbell. (…)

LINK zum „online-profil“

Wortgefecht auf OTS: Beatrix Karl gegen alle

KONTRA  Ausgleichszahlungen für Studiengebühren mit Deutschland: „… sind nicht zielführend“, so die ÖVP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl. „Warum sollte Deutschland die Studienplätze im eigenen Land beschränken, um dann zusätzliche im Ausland zu finanzieren?“

PRO Ausgleichszahlungen für Studiengebühren in Europa: Faymann, Schmied, Kuntzl, Rudas, ÖH argumentieren dafür. Auch Oberhauser fordert einen Dialog auf EU-Ebene, um den internationalen StudentInnenaustausch für die betroffenen Länder – wie Österreich – leistbar zu machen und schickt Hahn mit diesem Verhandlungsauftrag ebenfalls nach Brüssel.

Vor 16 Jahren (UOG93) und vor 7 Jahren (UG2002)…

hätte die heutige Hochschulmisere vermutlich noch nachhaltig verhindert werden können, wenn das neoliberale Ökonomisierungsdenken der Politakteure nicht die Mehrheit in den gesetzgebenden Körperschaften gefunden hätte.

Der Wissenschaftsminister lädt erst heute zum Gespräch der Betroffenen. Unter den Eingeladenen scheinen die Freunde einer Ökonomisierung der Studierenden wieder in der absoluten Mehrheit zu sein:

Wien (OTS) – Am Mittwoch, dem 25.November 2009, lädt Minister Johannes Hahn sämtliche Hochschulpartner/innen zum „Dialog Hochschulpartnerschaft“ in die Aula der Wissenschaften. Eingeladen sind Unterrichtsministerin Claudia Schmied, die Vertreter/innen der Sozialpartner, die Klubobleute und Wissenschaftssprecher der Parlamentsparteien, das Präsidium der Universitätenkonferenz, die Exekutive der ÖH sowie die Vorsitzenden der einzelnen Studierendenfraktionen. Die protestierenden Studierenden sind eingeladen, drei Vertreter/innen zu entsenden. Außerdem werden auch Vertreter/innen der Fachhochschulen, Privatuniversitäten, des Wissenschaftsrates, Forschungsrates, Akkreditierungsrates sowie der Pädagogischen Hochschulen, die Bundesschulsprecherin, die zuständigen Landesräte sowie Expertinnen aus dem In- und Ausland dazu gebeten.
„Dialog Hochschulpartnerschaft“: Mittwoch, 25. November 2009, 11.00
bis 14.00 Uhr. Aula der Wissenschaften, 1010 Wien, Wollzeile 27a

„Wer ernsthaft studiert, soll eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten“…

…fordert die „Österreichische Bauernzeitung“ und nimmt Stellung zu den folgenden brennenden Uni-Themen:

Nein zu chaotischen Kundgebungen
Lehrveranstaltungen in Kinosälen
Studiengebühren mit sozialer Abfederung
Mehr Geld
Boku sucht neuen Rektor

„Alle Studenten werden in einen Topf geworfen“, ärgert sich etwa Alexander Köllner, Vertrauensobmann in der Akademikergruppe des NÖ Bauernbundes an der Wiener Universität für Bodenkultur (ABO), über den so entstandenen Eindruck, es würde nur noch protestiert und nicht studiert.

LINK zum Artikel der „Österreichischen Bauernzeitung“

Audimax: Politik kann Zeit und Provokateure für sich arbeiten lassen

Foto by Christoph Liebentritt

Audimax: gesellschaftsmobilisierende Studierende klagen über ignorante Provokateure. Realität im Audimax sind auch Diebstahl, gezieltes Zerstören und das Abhängen von Plakaten, sowie sexistische Übergriffe. Quelle: http://unsereuni.at/?p=9796.

Über Problemlösungen soll am 21.11.09 ab 14.00 Uhr diskutiert werden:

Was sind unsere Ansprüche für ein funktionierendes Miteinander.
Was tun mit Menschen, die sich negativ und gezielt provokativ verhalten.
Wie sieht eine Raumpolitik ohne Platz für Übergriffe aus.

Man kann den Studierenden nur wünschen, dass sie ihr Raumproblem strategisch günstig, sicher und zum Vorteil aller lösen können – und dass deklarierte Sympathisanten sich, falls notwendig, an ihre gegebenen Versprechen halten.

Dialog: UW-Rektor, Senat, Uni-Rat, ÖH, Audimax-Plenum-VertreterInnen, Betriebsräte, Lehrende im Gebäude des Juridicum

„Die Presse“ berichtet: Studenten kritisierten Struktur des Treffens, der Rektor die Uni-Politik. Der runde Tisch blieb ergebnislos.

Wien (chs). Die Erwartungen an das Treffen zwischen den führenden Vertretern der Uni Wien, den Audimax-Besetzern und der ÖH waren gering. Und das zu Recht. Zu einer Annäherung kam es im zweieinhalbstündigen Gespräch nicht. Nur selten verschmolzen die Monologe der rund 30 Teilnehmer zum echten Dialog. Das lag nicht zuletzt an der wenig konstruktiven Einstellung, mit der die Vertreter der Audimax-Besetzer ins von Sicherheitskräften bewachte Juridicum kamen. Sie stellten gleich zu Beginn klar, dass sie „nicht hier sind, um Gespräche zu führen“, sondern nur, um ihre Positionen zu verkünden. Bei ihren wenigen Redebeiträgen beschränkten sie sich darauf, die Struktur des „viel zu kurzen“, exklusiven Treffens und den Rektor, der sich trotz Einladung nicht ins Audimax traue, zu kritisieren. Ihre Besetzung sei ein „Rundumschlag“ gegen Politik und Gesellschaft. [...] 19.11.2009 | 18:32 |  (Die Presse) http://diepresse.com Bildung Hochschule

Machen Sie sich doch selbst ein Bild: LINK zum Webstream „Dialogforum by UNIVIE“

Karl (VP) „versus“ Kuntzl (SP). Gibt es noch Differenzen?

Karl begrüßt Bekenntnis der SPÖ zu qualitativen Zugangsregelungen.
Wien, 19. November 2009 (ÖVP-PK) „Das Bekenntnis zu qualitativen Zugangsregelungen, das Unterrichtsministerin Schmied und SPÖ-Wissenschaftssprecherin Kuntzl heute abgegeben haben, ist absolut zu begrüßen“, stellt ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg.z.NR a.o. Univ. Prof. Dr. Beatrix Karl fest. „Gut, dass die SPÖ sich endlich dazu bekennt. Wie solche  Zugangsregelungen im Detail gestaltet werden können und welche weiteren Maßnahmen wir zur Qualitätssteigerung an den Universitäten treffen können, wird Inhalt des Hochschuldialogs sein, den Wissenschaftsminister Hahn initiiert hat“, so Karl.
LINK zum Gesamttext der OTS-Presseasusendung Karls

Kuntzl zu Universitäten und Hochschulen: Keine finanziellen und sozialen Barrieren. Aktive Begleitung der Jugendlichen bei Studienwahlentscheidung – Demokratie an Unis stärken – Bologna-Prozess positiv nutzen.
Wien (OTS/SK) – In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bildungsministerin Claudia Schmied betonte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl, dass die SPÖ „mit großer Reformfreude“ in den kommenden Hochschuldialog gehe, denn ein Hochschulplan sei „überfällig“. Wesentlich sei für die SPÖ, dass es keine zusätzlichen finanziellen und sozialen Barrieren gebe. Der freie Hochschulzugang müsse gesichert sein, es brauche mehr Studierende, nicht weniger – und mehr Geld für die Universitäten sowie bessere Studienbedingungen.
LINK zum Gesamttext der OTS-Presseaussendung Kuntzls

„UnsereUni“ bringt Stellungnahmen zum Protest Studierender

UW-Betriebsrat,
Stellungnahme vom 18.11.09

(…) Eine einmalige Investition in die Lehre kann die strukturellen Mängel an der Universität Wien nicht beseitigen. Vielmehr bedarf es einer nachhaltigen, adäquaten Finanzierung, um Studienbedingungen herzustellen, die das Weiterkommen der Studierenden sicherstellen und ihnen auch die Möglichkeit  bieten, eine umfassende Bildung zu erwerben.
Wir benötigen mehr Vollzeitlehrende mit unbefristeten Verträgen, denen auch genügend Zeit eingeräumt wird, die für die forschungsgeleitete Lehre notwendige Forschung auch zu betreiben.
Von der starken Verschulung der Bachelor-Studien, die durch die Umsetzung des Bologna-Prozesses um sich gegriffen hat, müssen wir wieder abkommen – Bildung kann durch employability nicht ersetzt werden.
Assistentinnen und Assistenten in Ausbildung („praedocs“) müssen diese auch tatsächlich erhalten und dürfen auch während der für die Institute gewidmeten Arbeitszeit nicht für Aufgaben missbraucht werden, die nichts mit einer Ausbildung für die Forschung zu tun haben.
Zustand, dass es leichter ist, eine Professur an einer anderen Universität zu bekommen als eine unbefristete Assistentenstelle an der Universität Wien, ist kein Beweis für die hohe Qualität der Uni Wien. Er zeigt lediglich auf, dass sich die Universität wenig um die Karrieren ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmert. (…) Gert Michael Steiner, Vorsitzender UW-Betriebsrat d. wiss. Pers. Siehe: LINK

UniversitätslehrerInnenverband (ULV),
28.10.09

(…) Merksatz für alle im Jahr des Protests:
Man darf eine Universität eben nicht mit einer Fabrik verwechseln, weil
sich der Erfolg weder im Umsatz noch gar im Gewinn ausdrückt und
Kapazitätsanpassungen nur längerfristig möglich sind!

- Klare Konzepte
- Planbare Karrieren
- Mitwirkungsrechte statt Autokratie

Nur mit der Verwirklichung dieser Punkte wird auch die Betreuung der Studierenden eine bestmögliche sein! (…)
Christian Cenker, Vorsitzender des ULV-Dachverbandes,
Wolfgang Weigel, Pressereferent. Siehe LINK.

Über Proteste der Studierenden: Alexandra Föderl-Schmid

Die Chefredakteurin des Standard, A. Föderl-Schmid, fordert Verständnis der Nation für einen notwendigen Protest. Deutsche Politiker hätten verstanden, warum die Studenten Hörsäle besetzen – Print-Ausgabe vom 18.11.2009.

In Österreich: Schweigen der Regierungsspitze zu dem Thema, obwohl Regierungssitzung am Dienstag war. Vizekanzler Josef Pröll, der gleichzeitig Finanzminister ist, hat die Protestierenden bisher nur attackiert und in einem Interview mit einer Boulevardzeitung beklagt, dass diese „die Politik, das Land und die Steuerzahler in Geiselhaft nehmen“. Seine Einschätzung, er halte nichts von „Aktionismus und Blockade“ wird auch von einem Teil der Medien in diesem Lande geteilt. Wissenschaftsminister Johannes Hahn bot zumindest 34 Millionen Euro an, was angesichts des jährlichen Unibudgets von 2,5 Milliarden Euro mickrig ist.
Zum Vergleich, was in den vergangenen Monaten möglich war: Die Konjunkturpakete machen mehr als eine Milliarde Euro aus, für die heimischen Banken wurden hundert Milliarden in die Hand genommen. Wer die Stellungnahmen der beiden ÖVP-Politiker und jene der zwei CDU-Politikerinnen vergleicht, die immerhin einer parteipolitischen Familie angehören, stellt nicht nur einen Unterschied in der Wortwahl fest. Die Studenten und ihre Anliegen werden in Deutschland ernst genommen, auch von Sozialdemokraten. Die jetzt in der Opposition befindliche SPD beschloss bei ihrem Parteitag eine Resolution zu den Studentenprotesten, in Österreich versucht Bundeskanzler Werner Faymann seit Wochen eine Position zu finden, die zwischen Verständnis für die Studenten und keinen oder doch ein bisschen Zugangsbeschränkungen an Unis schwankt. [...]

LINK zur OTS-Presseaussendung Föderl-Schmids

Uni-Flächenbrand und Studierendenbefragung

Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen:

[...] „Die Probleme der Universitäten sind Probleme der Studierenden und der ForscherInnen.  Ich erwarte mir ein ‘Forum neue, kritische Universität’, welches mit ExpertInnen und Betroffenen die zukünftigen Pläne, Strategien und Handlungen der Politik kritisch und innovativ begleiten soll.“
LINK: zur OTS-Presseaussendung Grünewalds

Institut für Jugendkulturforschung:

Mehr als 70% der Studierenden befürworten Hörsaalbesetzungen und Demonstrationen:  Eine vom Institut für Jugendkulturforschung – jugendkultur.at unter Studierenden durchgeführte bundesweite Repräsentativbefragung zeigt, dass die überwältigende Mehrheit der Studierenden hinter den Protesten der letzten Wochen steht. Zudem haben sich fast 50% der BefürworterInnen auch selbst an den Protestaktionen beteiligt.

Von der Wirtschaft unabhängige Universitäten:   Die unter den Protest-BefürworterInnen weitaus wichtigste Forderung ist, die Universitäten von Einflussnahme der Wirtschaft möglichst frei zu halten und für alle gesellschaftlichen Gruppen gleichberechtigten Zugang zur akademischen Bildung zu sichern. Darüber hinaus will man während des Studiums ordentlich betreut werden, keine Verschulung und keine übertriebene Konkurrenz und Selektion. [...]
LINK: zur umfangreicheren OTS-Presseaussendung

 

Wer „Narren aus dem Theater fortschaffen“ will…

Foto - Burgtheater Wien

Im Burgtheater wird wieder deutsch geredet:

Das Burgtheater stellt sich als Raum für  einen offenen Hochschuldialog zur Verfügung. Theater als Ort der effektiven sozialen und politischen Mobilisierung. Wann hat es das schon mal gegeben! Hartmann und Büchner haben´s gelernt. Bucher lernt´s nimmermehr. Wer „die Narren aus dem Theater fortschaffen“ (*) will, wird sich nicht in einer realen und geschichtsträchtigen Raumzeit wähnen.
(*) Forderung aus dem Zuschauerraum während einer Studentenaktion im Burgtheater vergangenen Samstag

DerStandard.at berichtet:

(…) Das Burgtheater setzt das Thema Studentenproteste auf den Spielplan. Am Montag wurde eine Einladung an Wissenschaftsminister Johannes Hahn, die Bildungssprecher der Parlamentsparteien sowie die streikenden Studenten im Wiener Audimax und an der Technischen Universität Wien verschickt, die Burg als „Forum für eine öffentliche Diskussion zu nutzen“, hieß es in einer Aussendung.

Burgtheater-Sympathien

Nachdem Studenten vergangenen Samstag eine Aufführung im Wiener Burgtheater unterbrochen hatten, um auf die prekäre Lage an den österreichischen Unis aufmerksam zu machen, ist ihnen zumindest die Sympathie des Burgtheater-Chefs sicher: Matthias Hartmann will sein Theater als Diskussionsforum für Studenten, Politiker und Fachleute öffnen, zitiert ihn die „Presse“.
Die Studenten ernteten für ihre Vorstellung Applaus, aber auch Buh-Rufe. (…)

LINK: DerStandard.at
LINK: zum Burgtheaterereignis im UnsereUni-Blog