Die Industriellenvereinigung will in gegendemokratischer Weise weitere Machtübertragung an den Rektor und den Universitätsrat.
Arbeiterkammer: Bildung steht allen zu.
Ministerin Schmied wertet die Vorschläge seitens der Österreichischen HochschülerInnenschaft als „sehr konstruktiv“, jetzt gehe es darum, über die einzelnen Themenstellungen in einem offenen Dialog zu diskutieren, der „nicht rigide vorstrukturiert ist“. Abschließend bekräftigte Schmied, dass sie es „ablehnt, Universitätspolitik nur unter der Überschrift von Notfallparagraphen zu diskutieren“.
Beatrix Karl, Wissenschaftssprecherin, VP: Qualität ist nicht durch unkontrollierten Massenzugang zu erreichen“, so Karl, die auch auf die Empfehlungen der OECD verweist: „Hier werden Österreich ganz klar Studienbeiträge und Zugangsregelungen nahe gelegt, wie sie auch in sämtlichen erfolgreichen Bildungsländern üblich sind.“ Die Position der ÖVP decke sich mit der Meinung fast aller Experten: „Ohne klare, faire Regelungen für den Zugang kann die universitäre Bildung im internationalen Wettbewerb nicht mithalten. Zugangsregelungen sind außerdem auch ein soziales Element.“ Den längeren Atem in überlaufenen Massenfächern hätten zumeist jene Studierenden mit einer besseren finanziellen Absicherung, weniger finanzstarke Studentinnen und Studenten wären von den langen Wartezeiten deutlich stärker betroffen.
Und nochmals: „Mittlerweile stellt sich jedoch die Frage, wen die ÖH überhaupt noch vertritt. An konstruktiver Gestaltung ist ihr sichtlich nicht gelegen“, stellt Karl abschließend fest und erneuert die Einladung an die ÖH, sich doch noch konstruktiv an der Gestaltung des tertiären Bildungssektors zu beteiligen.
Martin Graf, Wissenschaftssprecher, FP: „Der Hochschuldialog ist nicht mehr als eine Sammlung von Monologen“, zeigte sich FPÖ-Wissenschaftssprecher NAbg. Martin Graf enttäuscht. Von den Ministern Hahn und Schmied sei auch heute nicht mehr zu hören gewesen als die üblichen Absichtserklärungen: „Eine Bereitschaft zu Sofortmaßnahmen war nicht einmal ansatzweise erkennbar.“ Für Graf ist es daher dringend nötig, die Bildungsdiskussion wieder ins Parlament zu verlegen. Zur Aufarbeitung der zahlreichen dringenden Materien schlägt Graf vor, einen ständigen Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses zu bilden.
ÖH: „Wir sind gegen die Diskussion in Arbeitsgruppen mit fragwürdiger Schwerpunktsetzung und Abstimmungen nach dem Mehrheitsprinzip. Bei Mehrheitsentscheidungen, in denen VerfechterInnen von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren die Mehrheit stellen, werden Lösungsansätze im Sinne der Studierenden zur Farce“, erklärt Sigrid Maurer vom ÖH-Vorsitzteam.
Föderl-Schmid, Chefredakteurin, Der Standard: Wenn es um die Bedürfnisse der Pensionisten geht, dann reagiert die Politik schnell. Wenn junge Menschen Forderungen stellen, dann dauert es Wochen, bis man sich mit ihren Anliegen ernsthaft auseinandersetzt. Dann werden, wie beim Hochschuldialog am Mittwoch geschehen, Arbeitsgruppen eingesetzt, die erst nach Monaten Ergebnisse vorlegen sollen. Diese werden vorab als unverbindliche Empfehlungen bezeichnet. So wird bei Vertretern der jungen Generation das Gefühl verstärkt, dass sie zwar angehört, aber nicht gehört werden.