Monatsarchiv: Dezember 2009

Kurzer Bericht zum Dialog Hochschulpartnerschaft (5. Forum)

Zwischenbericht vom Arbeitsforum „Ressourcen und Finanzierung von Lehre und Forschung“.

Zum Ablauf: Bei der großen Zahl von TeilnehmerInnen war der Ablauf natürlich langsam. Es gab einen steuernden Diskussionsleiter, der ein Rollenspiel ansetzte (jeder zieht den Namen einer anwesenden Organisation und muss die vermeintlichen Forderungen dieser Organisation vortragen. Die Evaluierung unterbleibt leider). Es folgt die schon bekannte Diskussion um die Nicht-Namensnennung der Besetzer-Studierenden. Der Kommunistische StudentInnenverband erklärt den Saal für besetzt. Er hebt die Besetzung am Schluss aber wieder auf.

Zum Inhalt: Es wurde eingefordert, für eine Finanzierungsdiskussion auch
Zahlen vorzulegen (Antwort des Ministeriums: man hätte ja vorher einmal
wissen wollen, welche Zahlen und worüber geredet würde…). Hier erlebt man ein Déjà-vu aus dem Jahr 1996: das Ministerium erklärt, zu den Kosten der Studienplätze keine Zahlen zu haben. Verwiesen wird auch auf das Datawarehouse, das aber sehr unübersichtlich ist. Es werden für die nächste Sitzung Zahlen versprochen (Arbeitsgruppe wird eingerichtet….) sowie Internetplattform oder Ähnliches.
Es wird eine verbindliche Diskussion über die Einbindung des Finanzministeriums gefordert. Nicht einmal das 2%-Ziel war für das
Ministerium außer Streit, obwohl es vom Ministerium selbst in die Unterlage
hineingeschrieben wurde und tatsächlich weiß niemand genau, was das eigentlich bedeuten soll.

Resümee: Mühsames Unterfangen mit  absehbarem zweifelhaftem Endergebnis.

Nächste Tagungstermine: 27. Jänner, 14.00 Uhr; 23. Februar 14.00 Uhr; 1.April ganztätig.

zu den Sitzungsunterlagen

Update: Nationaler Aktionsplan für Forschende, Ministerratsbeschluss im Wortlaut

   Der vorliegende Nationale Aktionsplan für Forschende ist die Antwort Österreichs auf die Mitteilung der Europäischen Kommission (EK) „Bessere Karrieremöglichkeiten und mehr Mobilität: Eine europäische Partnerschaft für Forschende“ sowie auf die entsprechende Schlussfolgerung des Rates der Europäischen Union.
Im Kern beinhaltet die Mitteilung eine dreijährige „Partnerschaft“ zwischen den Mitgliedsstaaten und der EK mit dem Ziel, eine ausreichende Anzahl von Forschenden in Europa zu gewährleisten. Im Rahmen dieser Partnerschaft sollen durch eine fokussierte und kohärente Vorgehensweise wesentliche Fortschritte in folgenden Bereichen erzielt werden:

  1. offene und wettbewerbsorientierte Rekrutierung von Forschungspersonal sowie Portabilität von Finanzhilfen für Forschung über nationale Grenzen hinweg
  2. Sozialversicherung und zusätzliche Altersversorgung von Forschenden
  3. Attraktive Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen für Forschende
  4. Verbesserung der Ausbildung, Fähigkeiten und Erfahrungen von Forschenden

LINK zum Ministerratsbeschluss

Studierendenprotest – Analysen im Pressespiegel.

Von „Keine Solidarität“ und Keine Empathie bis zu Ignoranz und „Hilflosen Ministern“…

Lisa Nimmervoll analysiert im „Standard“,  
Michael Fleischhacker in der „Presse“ 

Österreichischer Wissenschaftsrat: Neue Mitglieder

   Den Bericht zur Tätigkeit des Wissenschaftsrats, einer das Parlament, den Wissenschaftsminister und die Rektoren beratenden Körperschaft (nach §119 UG2002 idgF), hatte noch der „alte“ Wissenschaftsrat verfasst. Jetzt gibt es neue Mitglieder. „Der Standard“ berichtet die Namen. Die Homepage des Wissenschaftsrats zeigt noch kein Namens-Update.
LINK zum Bericht im „Standard“.

Physisch gewaltfrei geräumtes Auditorium maximum der Uni Wien

Losgetretene Bildungsbewegung geht weiter:
LINK zur Presseaussendung der Studierenden 
LINK zum Artikel: derStandard.at 
LINK zum Kommentar Studierender
LINK zur OTS der UW-Pressesprecherin

   „Das besetzte Audimax der Universität Wien wurde in diesen Stunden geräumt. Die Räumung ging ohne Zwischenfälle über die Bühne. Der Hörsaal C1 im Uni Campus bleibt nach Aussagen von Studenten weiterhin besetzt. Nach der Räumung des Audmiax soll das Programm in den Hörsaal C1 verlegt werden,“ berichtet derStandard.at

25 Mio. Euro mehr aus der Nationalstiftung für Forschung

   Aufgrund des höheren Finanzierungsanteils der Nationalbank steigt der Gesamtbetrag der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung um 25 Mio auf 62 Mio € für 2010, teilt das BMWF mit. Zum Vergabeschlüssel siehe folgenden Link.

LINK über die virtuelle Pressestelle des BMWF zur APA-Pressemeldung

„Expertenpapier zur Reform des Lehramtsstudiums ist organisatorisch unausgegoren und bildungspolitisch unsinnig…“

… sagt Rektor Bast von der Angewandten.

   [...] Wenn man in der LehrerInnen-Ausbildung differenziert zwischen jenen, die unterrichten (da genügt ein Bachelor-Abschluss der kürzer ist als das derzeitige Lehramtsstudium) und jenen, die Maturaprüfungen abnehmen dürfen (dafür ist ein Master-Abschluss erforderlich), dann ist das pädagogischer und bildungspolitischer Unfug erster Klasse! Das Ziel einer Reform kann doch angesichts der steigenden Herausforderungen nicht die wissenschaftlich/künstlerisch/pädagogische Dequalifizierung des LehrerInnenberufes sein! [...]

LINK zur Presseaussendung Basts.

„Bologna-Konferenz 2010 in Wien wird das Kopenhagen der Bildungspolitik…“

… meint Cengiz Kulac, der ÖH-Vorsitzende der Uni Graz.

   Die Ernennung eines neuen Ministers oder einer neuen Mintisterin sowie die Bologna-Konferenz im März 2010 in Wien seien nun die zentralen zukünftigen Ereignisse auf die man sich vorbereiten muss, so Cengiz Kulac  zielorientiert.   „Die Bologna-Konferenz wird das Kopenhagen der Bildungspolitik! Denn eine widerständige und lebendige Proteskultur hat dieses Land bitter nötig“ meint Kulac.

   Nach der allgemeinen Wiederaufnahme des Lehrveranstaltungsbetriebs wird der  große Hörsaal A wieder für Lehrveranstaltungen freigegeben. „Ein wesentlicher Erfolg in den Verhandlungen mit dem Rektorat war die Zusage, dass es keine Masterzugangsbeschränkungen bis mind. 2012 geben werde!“ so Cengiz Kulac, Vorsitzender der ÖH Uni Graz.   Die Universität Graz bleibt weiterhin besetzt, über Weihnachten wird die Schubertstraße 6 in direkter Nachbarschaft zum Gebäude der ÖH organisatorische Zentrale des Protestes eingerichtet.
LINK zur ÖH-Uni-Graz-Presseaussendung

Med-Uni Innsbruck: Arbeitszeitvereinbarung unterzeichnet

   Heute um 9:15 Uhr hat Frau Vizerektorin Prof. Balogh und Herr Rektor Prof. Lochs die Betriebsvereinbarung für Journaldienste unterzeichnet.
   Diese Vereinbarung entspricht in vollem Inhalt der am 24.11.2009 in der Betriebsgruppenversammlung präsentierten Vereinbarung des Verhandlungsergebnisses. [...]
Martin Tiefenthaler, Vors. d. Betriebsrats f.d. wissenschaftliche MUI-Personal
LINK zur Benachrichtigung

Tirol wegen Med-Uni Innsbruck vor großen Versorgungsengpässen?

    Rektor will ausverhandelte Uni-Arbeitszeit-Vereinbarung nicht unterzeichnen – Spitalsärzte vor den Kopf gestoßen – Überforderung führt ins Chaos.

   Die Bundeskurie Angestellte Ärzte befürchtet größere Versorgungsengpässe für Tirol. Wie der Bundeschef der Angestellten Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, Donnerstag in einer Aussendung mitteilte, sei die neue Uni-Arbeitszeit-Vereinbarung für die Klinikärzte der Medizinuni Innsbruck noch immer nicht unterzeichnet. „Damit ist ab Anfang nächsten Jahres mit gröberen Organisationsschwierigkeiten zu rechnen, da ein ordnungsgemäßer Dienst des Klinikpersonals zeitmäßig nicht mehr abgedeckt ist. Insbesondere muss mit speziellen Modellen Raum für Lehr- und Forschungstätigkeit geschaffen werden“, so Mayer.  Diese bedenkliche Situation sei auf eine „Entscheidungsschwäche“ des erst jüngst bestellten Rektors Herbert Lochs zurückzuführen. Dieser habe es trotz wiederholter Zusage bisher unterlassen, die bereits zwischen der damit beauftragten Vizerektorin und den Klinikärzten fertig ausverhandelte Uni-Arbeitszeit-Vereinbarung zu unterfertigen. Mayer: „Damit desavouiert der Rektor seine Stellvertreterin. Er stößt damit aber vor allem alle Klinikärztinnen und -ärzte vor den Kopf, die darauf vertrauen, dass Vereinbarungen auch halten.“  Offensichtlich sei Lochs mit wesentlichen Teilen der Amtsführung überfordert: „Ein Rektor muss wissen, dass Personalangelegenheiten gerade in einem medizinischen Versorgungs-, Forschungs- und Lehrbetrieb von höchster Priorität sind. Es ist grob fahrlässig, sehenden Auges in ein organisatorisches Chaos zu laufen“, sagte Mayer.
LINK: OTS-Presseaussendung der Kurie Angestellter ÄrztInnen.

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PS:


   Im Gegensatz zu Innsbruck sind die Uni-Arbeitszeit-Vereinbarungen an den medizinischen Universitäten in Graz und Wien bereits unterschrieben bzw. auf Schiene.

Forschungsfinanzierungsgesetz bringt Verlässlichkeit

   „Das Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG) soll das finanzielle Rückgrat der Forschung werden. Denn Forschung braucht langfristige Sicherheit und Verlässlichkeit“, unterstrich Wissenschafts- und Forschungsminister Johannes Hahn im heutigen FTI-Ausschuss.
   Auf Basis des Forschungsdialogs, des CREST-Reports, der Systemevaluierung und der Empfehlungen des Forschungs- und Wissenschaftsrates soll in den kommenden Monaten unter Einbindung aller Betroffenen die FTI-Strategie erarbeitet werden. Unter anderem ist auch eine parlamentarische Enquete geplant.
   Aus Sicht des Wissenschaftsministeriums sind folgende vier Punkte zentral:
- Schwerpunkte der Strategie müssen gesamtheitlich betrachtet werden, eine erfolgreiche Innovationsstrategie braucht eine starke Grundlagenforschung
- Die drei Säulen der Grundlagenforschung müssen nachhaltig gestärkt und kontinuierlich ausgebaut werden: Maßnahmen im Bereich der Hochschulen, des Wissenschaftsfonds FWF und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Verstärkter Technologietransfer
- Forschungsinfrastruktur muss ausgebaut und nachhaltig gestärkt werden (z.B. über die Teilnahme an einzelnen Projekte der europäischen Forschung-Roadmap)
LINK zur Presseaussendung des Ministers
LINK zum Alpbacher Technologiegespräch von 8/2009 

Chancen auf Grund der Proteste Studierender

„Die sich nun dank der Studierendenproteste ergebene Chance darf keinesfalls leichtfertig verspielt werden“

   Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, begrüßt die klaren Worte des neuen Präsidenten der UNIKO, Rektor Sünkel, zur finanziellen Lage des tertiären Bildungssektors: „Ich teile die Ansicht, dass Defizite im Bereich von Lehre und Forschung an den Universitäten und Fachhochschulen raschest außer Streit gestellt und vorrangig behandelt werden müssen. Ohne jedwede Bereitschaft der Bundesregierung zu Budgetaufstockungen arbeiten und planen die fünf Arbeitsgruppen des gerade begonnenen Hochschuldialogs in einem Vakuum der Verbindlichkeit und werden zu StatistInnen einer sattsam bekannten Verzögerungstaktik. [...]„
LINK zum OTS-Kommentar Kurt Grünewalds

Bologna den Prozess machen

   Studierende und Lehrende wollen dem Bologna-Prozess selbst den Prozess machen. Allerdings wird angenommen, dass die Wirtschafts-Lobbyisten bei den PolitikerInnenn einer genetischen Umwandlung des Ausbildungssauriers massiv und erfolgreich entgegenwirken wollen. In der Medizin ist in Österreich der Einsatz der Bologna-Methode von InteressensvertreterInnen der Betroffenen erfolgreich verhindert worden.

UnsereUni.at berichtet: 

   Vom 11. bis 12. März 2010 werden die BildungsministerInnen 46 europäischer Staaten zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für freie Bildung sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung der Uni-Angehörigen.

   Der Bologna-Prozess hat die Vereinheitlichung des europäischen Hochschulraumes für mehr Dynamik und Mobilität klar verfehlt. Die stark verschulten Studienpläne und der Druck, diese in Mindeststudienzeit zu absolvieren, erschweren es Auslandssemester zu machen. Das neue dreistufige Studiensystem führte zu erhöhter sozialer Selektion. Während der Bachelor einer größeren Zahl zugänglich sein sollte, verdünnen sich Master und PhD zu einem Eliteprogramm, das vor allem Frauen ausschließt. Zu dem kommt die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen sowie die Einführung von Studiengebühren und vermehrter Demokratieabbau an den Universitäten. Die schwere finanzielle Lage zwingt mehr und mehr Hochschulen Konzerne als Investoren für Forschung an die Universität zu locken; unabhängige und freie Forschung wird dabei unmöglich. Die Ausrichtung der Lehrinhalte auf Arbeitsmarkt-Interessen im Zuge der Lissabonstrategie betrifft nicht nur Universitäten sondern soll zur Leitlinie des gesamten Bildungswesens werden. Dies schränkt die  Möglichkeit selbstbestimmt und kritisch zu Lernen ein.

bitte hier weiterlesen

Nationaler Aktionsplan für Forschende

    Der „Nationale Aktionsplan für Forschende“ ist eine Initiative der Bundesregierung, die auf eine Mitteilung der Europäischen Kommission zurück geht und insbesondere auch während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft forciert wurde. Der Plan passierte gestern den Ministerrat.
Im „Nationalen Aktionsplan für Forschende“ sind folgende fünf Schwerpunkte abgebildet:  

 1. offene und transparente Einstellungsverfahren und Portabilität von Finanzhilfen für Forschende
2. Sozialversicherung und zusätzliche Altersversorgung mobiler Forschender
3. attraktive Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen für Forschende (inkl. Gleichstellungsmaßnahmen; Beispiel aus dem BMWF: Kollektivvertrag für Forschende an Universitäten)
4. Verbesserung der Ausbildung, Fähigkeiten und Erfahrungen von Forschenden

Entwurf vom Okt.2009

5. frühzeitige Nachwuchssicherung für die Forschung (Beispiel aus dem BMWF: Förderprogramm „Sparkling Science“)

 

 

LINK zur Aussendung des BMWF.
LINK: Update - Ministerratsbeschluss im Wortlaut
LINK zum damaligen Entwurf. 

 

Rektor Schütz: Für Uni-Autonomie, gegen weitere Rahmenbedingungen der Politik

   MUW-Rektor Wolfgang Schütz im Gastkommentar der „Presse“ vom 15.12.09

[...] Neuorganisation der Mitbestimmung
Die von den Studierenden so vehement geforderte vermehrte Möglichkeit der Mitbestimmung an den Universitäten (Demokratisierung) kann auch durch ohnehin längst fällige Maßnahmen innerhalb der Autonomie erreicht werden:
•Bei Trennung des Globalbudgets in eines für Lehre und eines für Forschung ist es sinnvoll, die Studierenden in die Allokation des Lehrbudgets einzubinden.
•Bei Einführung des immerhin auch im Regierungsprogramm enthaltenen Faculty-Modells anstatt des jahrzehntealten, überholten Kurienmodells (der Senat der Universität wird aus drei Kurien gebildet: Professoren/Professorinnen, Mittelbau und Studierende) – nach angelsächsischem Muster – eine Universität nur mehr in Lehrende und Studierende gruppieren und verbesserte Mitbestimmungsmöglichkeiten für Letztere ermöglichen. [...]

LINK zum kompletten Artikel in der „Presse“