betriebsräte
der österreichischen universitäten
künstlerisches und wissenschaftliches personal
Seit 2009 wurden die Mittel für Grundlagenforschung ausgedünnt: Der Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) bezahlt seit 2009 keine Kosten für die Nutzung der Infrastruktur der Universitäten beim Forschungsprojekt (Overheads). Die Zusatzfinanzierung aus dem siebenten Rahmenprogramm der EU ist weggefallen, das Investitionsprogramm wurde 2009 ausgesetzt und die Erschließung des Patentierungs- und Lizenzierungspotentials wurde gestoppt.
Ministerin Karl anerkennt konform mit WIFO-Analysen die Bedeutung der Bildung der Arbeitnehmer fürs Qualifizieren für Beruf, für besseres Einkommen und Wohlstand. Als Ministerin wird sie u.a. verantwortlich sein für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Frauen. Bekenntnis zu 3 Maximen: 1. Die österr. Wissenschaft braucht die Uni-Grundlagenforschung und exzellente Forschungseinrichtungen, 2. In Hochschulen aber nur eine Ausbildungsstätte zu sehen ist zu wenig. Das Andere ist die Notwendigkeit der fundierten Persönlichkeitsbildung. 3. Den Steuerzahlern und Studierenden verpflichtet, muss jeder Euro effizient in der Wissensgesellschaft in Bildung und Forschung investiert werden. 2% des BIP für den tertiären Bildungsbereich.
Zwar ist der Ministerin bekannt, dass sie für die Wiedereinführung der allgem. Studiengebührenpflicht im Parlament dzt. keine Mehrheit finden wird, aber sie plädiert für ihr Recht auf eigene Meinung.
START-Stipendienprogramm wird auch im Jahr 2010 fortgesetzt. Es werden wieder insgesamt 90 START Stipendien für den künstlerischen Nachwuchs ausgeschrieben. Die Stipendien werden in den Bereichen Bildende Kunst (10), Architektur (10), künstlerische Fotografie (5), Video- und Medienkunst (5), Mode (5), Musik und darstellende Kunst (35), Filmkunst (5) und Literatur (15) zuerkannt. Die Laufzeit des Stipendiums beträgt sechs Monate und ist monatlich mit Euro 1.100 dotiert. (…) LINK: Presseaussendung des BM für Unterricht Kunst und Kultur.
Informationen und Details dazu: www.bmukk.gv.at
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Kunstsektion, Charlotte Sucher
1014 Wien, Minoritenplatz 5 charlotte.sucher@bmukk.gv.at
Auch als Unterlage für die Foren des Hochschuldialogs soll das eben erschienene Statistische Taschenbuch des Wissenschaftsministeriums dienen. LINK zum Taschenbuch: Klick auf die Abbildung (PDF, 134 Seiten, 3,3MB) LINK zur Interaktiven Hochschulforum-Homepage des BMWF
Jacqueline Vlay vom Vorsitzteam der ÖH Uni Graz lehnt die Dominanz seitens der Industriellenvereinigung (IV) in der Bildungspolitik ab.
Einige der z.T. schon erreichten IV-Ziele: Die Hochschulen sollen zu „unternehmerischen Einrichtungen“ werden. Stärkung des Universitätsrats als beratendes und steuerndes Gremium. Zulassungsverfahren ab dem Master. Evaluierung der Qualität der Lehrenden durch Studierende und Industrie.
Andrea Kuntzl, SPÖ: „Ich hoffe sehr, dass die neue Wissenschaftsministerin in ihrer Politik vom Grundsatz ausgehen wird, dass Österreich mehr gut ausgebildete junge Menschen braucht. Junge Menschen brauchen mehr Chancen und nicht mehr Hürden. Bezüglich des Hochschulzugangs muss die neue Ministerin umgehend aktiv Verhandlungen mit der EU aufnehmen, um zu einer Regelung auf europäischer Ebene zu kommen, die eine für Österreich tragbare Lösung im Umgang mit deutschen Numerus-Clausus-Flüchtlingen ermöglicht“, so Kuntzl. „Am besten wäre hier eine primärrechtliche Regelung, die das Herkunftslandprinzip ermöglicht“ (…).
Martin Graf, FPÖ:
„Das finanzielle Aushungern und die verpfuschte Reform des Universitätsgesetzes rächen sich derzeit bitter. Die Studienbedingungen sind zum Teil indiskutabel. Das Bologna-Prinzip ist für viele Studienrichtungen untauglich und darf daher nicht weiter kompromisslos durchgedrückt werden“, so Graf, der von Karl einen Teilausstieg aus dem Bologna Prozess verlangt. Am wichtigsten sei derzeit aber mehr Geld: „Da kann Karl gleich ihren Ruf als gute Verhandlerin unter Beweis stellen, wenn es gilt, ihrem Parteichef und Finanzminister zusätzliche Mittel zu entlocken.“ Die von der FPÖ beantragte Uni-Milliarde sei ein Gebot der Stunde, um Österreich in den nächsten fünf Jahren wieder konkurrenzfähig zu machen (…).
Kurt Grünewald, Grüne: Karl sei bisher vornehmlich durch Nibelungentreue gegenüber der ÖVP in Fragen der Wissenschafts- und Forschungspolitik aufgefallen. „Jedem Realitätssinn zum Trotz wurden auch von Karl bestehende Defizite hartnäckig geleugnet und die Lage an den Unis einfach ignoriert. Die Anliegen der Studierenden und von ExpertInnen wurden von Karl nie ernst genommen. Ihr Umgang mit berechtigter Kritik, wie aus der gemeinsamen parlamentarischen Tätigkeit nur zu gut bekannt, ist keinesfalls ein gutes Omen für eine ernsthafte und tragfähige Zusammenarbeit zum Wohl der Universitäten“, zeigt sich Grünewald skeptisch. Die Grundfrage der Uni-Misere ist eine, die Finanzminister Josef Pröll zu beantworten hat (…). In Fragen der Studiengebühren habe sich Karl darüber hinaus als Hardlinerin erwiesen (…). Einbeziehung des Parlaments in die Wissenschaftspolitik. Nur auf diesem Weg kann die Identifikation der Regierung mit den Zielen und Aufgaben des tertiären Bildungssektors verbessert werden.“
Original Text Service-Meldungen durch Klick auf die Namen der WissenschaftssprecherInnen abrufbar
Als Professorin für Arbeitsrecht sieht sie einen „spannenden Bogen Wissenschaft, Forschung, Arbeit“, ein Bereich, wo sie die Arbeitsplätze der Zukunft ortet. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir diese Arbeitsplätze in Zukunft viel stärker forcieren als bisher“, sagte Karl.
Dazu bat sie um einen Schulterschluss der politischen Parteien, aber auch der Universitäten und ihrer Angehörigen sowie der Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft. Denn das gemeinsame Ziel sei, die Qualität zu steigern und Österreich wieder zu einem „Land der hellen Köpfe“ zu machen.
LINK: Karls Modelle für Zugangsregelungen an den Hochschulen. LINK: Stellungnahme der Bundesgeschäftsführerin der Teilgewerkschaft GPA-djp, Dwora Stein
„Ich möchte auch auf das von Herrn Prof. Ecker vorgeschlagene Faculty-Modell zu sprechen kommen, weil ich das für sehr zielführend halte. Er hat vorgeschlagen, die Kurien zusammenzuführen. Das ist deshalb sinnvoll, weil unser Kurienmodell in der heutigen Universität ausgedient hat. Es ist ein historisches Relikt, das ist heute ja schon mehrfach angesprochen worden, wir müssen also davon abgehen”, sagte Prof. Beatrix Karl auf der Parlamentarischen Universitäts-Enquete im Rahmen der Vorbereitung auf die UG-Novellierung. Dass es anders kam, hat jedenfalls für künftige Novellierungen keine verhindernde Wirkung.
Im November 09-ORF-Report diskutierten die Wissenschaftssprecherinnen der Koalitionsparteien über Zugangsregelungen und Zugangsbeschränkungen an den Unis (und FH) und über den Hochschuldialog.
Falls das YouTube-Video oben nicht abrufbar ist, gibt es hier den Alternativ-LINK.
seit etwa eineinhalb Jahren liegen nun die Uni-Informationen im „UG2002-Novelle, Diskussionsarchiv“ in elektronischer Blog-Form vor. Anlässe zur Implementierung des Blogs waren:
1. der für viele Uni-MitarbeiterInnen inakzeptable Ministerentwurf zur großen UG2002-Novelle,
2. der Alternativentwurf des damaligen SP-Wissenschaftssprechers Josef Broukal (Juni 2008).
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Gesellschaftspolitischen Diskussionsforums (Veranstalter: VÖGB-Wien und Arbeiterkammer-Wien) wurde unter dem Kapitel „Virtueller Aufstand“ versucht, die „Mobilisierende Wirkung eines Weblogs“ zu eruieren. Dabei wurden am Beispiel dieses Blogs die wöchentlichen Blogzugriffsraten (Grafik s.o., durch Anklicken zu vergrößern) und die Interventionen bei PolitikerInnen sowie die Uni-Gesetz-Entwurfsänderungen in zeitlicher Relation dargestellt. Dieses Archiv an ExpertInnen-Stellungnahmen erleichterte die zielführende Einflussnahme auf die Uni-Gesetzänderungen. Der Blog konnte per WLAN ubiquitär und jederzeit von den InterventionalistInnen unter den Uni-ExpertInnen abgerufen werden.
Jetzt stellen sich folgende Fragen: Ist das Rennen bereits gelaufen? Ist alles gelungen? Muss das UG2002 in der gültigen Fassung wirklich nicht mehr novelliert werden? Bedarf es dauernder Wachsamkeit, damit es nicht wieder zu überraschender Sesshaftigkeit unangebrachter uni-politischer und uni-legislativer Maßnahmen kommt? Sollen Anzeichen von drohenden uni-politischen Fehlentwicklungen nicht sofort auch hier aufgezeigt werden?
Im Folgenden finden Sie eine Umfrage zur Weiterführung des UG2002-Blogs.
Pro IP-Adresse kann eine Stimme abgegeben werden. Stimmabgabe ist ab sofort bis 7. Feb. 2010 möglich.
Das Ergebnis und die Konsekutivmaßnahmen werden zusammen mit der Analyse “Mobilisierende Wirkung eines Weblogs“ hier veröffentlicht werden.
Besten Dank für Ihre Mitwirkung an den Änderungen der UG-Novellen-Entwürfe. Außerdem dankt Ihnen die Redaktion im Voraus für Ihre Teilnahme an dieser Umfrage.
BM Hahn meint, dass sich sein(e) Nachfolger(in) nicht mehr mit dem UG2002 herumschlagen müsse (obwohl er selbst einige Änderungen des Gesetzes für später in Aussicht gestellt hatte), da er die Novellierung durchgebracht hätte. Das auch von einigen Rektoren favorisierte Faculty-Modell, z.B., kommt mit der Aussage des Ministers wieder in das schräge Tageslicht des intendierten St.-Nimmerlein.
Apropos Nachfolger(in): anders als in der EU könne sich ein Minister in Österreich nicht auf sein Amt vorbereiten, meint Hahn, weil eine andere Besetzungskultur bestünde.
Unter anderem urheberrechtlich diskutabel erscheint die Meinung des Ministers, er habe den Hochschuldiskurs initiiert. LINKzum ORF-Audiofile des Hahn-Interviews
Die WissenschaftssprecherInnen Kuntzl, Graf, Widmann, Grünewald kritisieren gemäßigt. Für die Zukunft wünschen sie sich bessere Budgets für die Wissenschaft und bessere Berufs-Chancen für Wissenschafter. LINKzu den ORF-Interviews der WissenschaftssprecherInnen
In einer Presseaussendung gibt die UNIKO (ehem. „Rektorenkonferenz“) zu bedenken:
Mit zunehmendem Unbehagen beobachtet die Österreichische Universitätenkonferenz die Diskussionsbeiträge zur Ausarbeitung einer Strategie der Bundesregierung für die Bereiche Forschung, Technologie und Innovation (FTI). Vor allem die Forderung, die Forschungsprämie von acht auf zwölf Prozent zu erhöhen, würde angesichts der dafür nötigen dreistelligen Millionensumme eine Schieflage im Verhältnis zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung nach sich ziehen, kritisiert uniko-Präsident, Rektor Hans Sünkel. „Bei einer Akzentverschiebung zu Gunsten der Unternehmensforschung besteht die Gefahr, dass die Grundlagenforschung an den Universitäten als Quelle der Innovation aus dem Blickfeld gerät.“
„Unter dem Link http://www.dialog-hochschulpartnerschaft.at/ haben Sie die Möglichkeit, sich über den Fortgang der Diskussionen in den Arbeitsforen zu informieren und uns Ihre Meinung zu posten. Die Kommentare werden in die Arbeit der Foren einfließen“, berichtet das Wissenschaftsministerium.
Leider beinhaltet die neue ministeriale Homepage derzeit noch keinen kompletten Material-Download.
…meint ÖVP-Wissenschaftssprecherin Univ.Prof. Dr. Beatrix Karl zu entsprechenden Äußerungen des Außenministers Dr. Michael Spindelegger. „Bei der Medizin haben wir das Problem durch die Quotenregelung – die allerdings auch in zwei Jahren ausläuft – gut im Griff. Nun gilt es, hier eine dauerhafte Regelung zu erreichen, aber auch für andere betroffene Fächer eine sinnvolle Lösung herbeizuführen, um den Uni-Kollaps zu verhindern“, erklärt Karl. Dazu müssten allerdings in der EU auch entsprechende Kompetenzen geschaffen werden. „Hier ist voller Einsatz auf europäischer Ebene nötig. Es wird eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des zukünftigen Wissenschaftsministers, hier eine tragfähige Regelung zu verhandeln.“ LINKzur Presseaussendung Karls.
Die Wissenschaftssprecherin der SPÖ, Mag. Andrea Kuntzl ortet „erfreuliche neue Töne aus der ÖVP“. Es gehe jetzt darum, eine „tragfähige Lösung auf europäischer Ebene zu finden. Wir müssen eine Lösung finden, die es uns ermöglicht, den offenen Hochschulzugang in Österreich zu erhalten“, so Kuntzl am Donnerstag. Sie hoffe, dass Außenminister Spindelegger, der innerhalb der ÖVP für eine moderne Bildungspolitik steht, die neue Wissenschaftsministerin bzw. den neuen Wissenschaftsminister dabei unterstützt, zu einer derartigen gesamteuropäischen Lösung zu kommen.
Eine solche Lösung müsse auch die Wiedereinführung des vom EuGH abgeschafften Herkunftslands-Prinzips ermöglichen. Nach diesem Prinzip dürften nur jene Studierenden, die in ihrem jeweiligen Herkunftsland einen Studienplatz haben, in Österreich studieren, erklärte Kuntzl. LINKzur Presseaussendung Kuntzls (vom 21.1.10).