Monatsarchiv: Januar 2010

Betriebsräte lehnen eine Verschiebung der Mittel für Grundlagenforschung hin zu einer Unternehmensforschung ab!

betriebsräte
der österreichischen universitäten
künstlerisches und wissenschaftliches personal

Seit 2009 wurden die Mittel für Grundlagenforschung ausgedünnt: Der Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) bezahlt seit 2009 keine Kosten für die Nutzung der Infrastruktur der Universitäten beim Forschungsprojekt (Overheads). Die Zusatzfinanzierung aus dem siebenten Rahmenprogramm der EU ist weggefallen, das Investitionsprogramm wurde 2009 ausgesetzt und die Erschließung des Patentierungs- und Lizenzierungspotentials wurde gestoppt.

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Vorstellung der neuen Ministerin im Parlament

Vorstellung der neuen Ministerin im Parlament am 29.1.2010 ab 10.40 Uhr, live

LINK zum Bericht der Parlamentarischen Korrespondenz
LINK: Eine weitere Mitschrift aus dem Parlament (stenograf. Protokoll) 

Unsere Mitschrift:

   Ministerin Karl anerkennt konform mit WIFO-Analysen die Bedeutung der Bildung der Arbeitnehmer fürs Qualifizieren für Beruf, für besseres Einkommen und Wohlstand. Als Ministerin wird sie  u.a. verantwortlich sein für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Frauen. Bekenntnis zu 3 Maximen: 1. Die österr. Wissenschaft braucht die Uni-Grundlagenforschung und exzellente Forschungseinrichtungen, 2. In Hochschulen aber nur eine Ausbildungsstätte zu sehen ist zu wenig. Das Andere ist die Notwendigkeit der fundierten Persönlichkeitsbildung. 3. Den Steuerzahlern und Studierenden verpflichtet, muss jeder Euro effizient in der Wissensgesellschaft in Bildung und Forschung investiert werden. 2% des BIP für den tertiären Bildungsbereich.
   Zwar ist der Ministerin bekannt, dass sie für die Wiedereinführung der allgem. Studiengebührenpflicht im Parlament dzt. keine Mehrheit finden wird, aber sie plädiert für ihr Recht auf eigene Meinung.

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Bewerbung für START-Stipendien bis 31.März 2010

    START-Stipendienprogramm wird auch im Jahr 2010 fortgesetzt. Es werden wieder insgesamt 90 START Stipendien für den künstlerischen Nachwuchs ausgeschrieben. Die Stipendien werden in den Bereichen Bildende Kunst (10), Architektur (10), künstlerische Fotografie (5), Video- und Medienkunst (5), Mode (5), Musik und darstellende Kunst (35), Filmkunst (5) und Literatur (15) zuerkannt. Die Laufzeit des Stipendiums beträgt sechs Monate und ist monatlich mit Euro 1.100 dotiert. (…)
LINK: Presseaussendung des BM für Unterricht Kunst und Kultur.
Informationen und Details dazu: www.bmukk.gv.at
Rückfragehinweis:
   Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
   Kunstsektion, Charlotte Sucher
   1014 Wien, Minoritenplatz 5
   charlotte.sucher@bmukk.gv.at

Statistisches Taschenbuch 2009 des BMWF (Uni:data warehouse)

Auch als Unterlage für die Foren des Hochschuldialogs soll das eben erschienene Statistische Taschenbuch des Wissenschaftsministeriums dienen.
LINK zum Taschenbuch: Klick auf die Abbildung (PDF, 134 Seiten, 3,3MB)
LINK zur Interaktiven Hochschulforum-Homepage des BMWF

Wissenschaftsministerium soll sich nicht die Politik der Industriellenvereinigung diktieren lassen

StudentenvertreterInnen reklamieren freien Bildungszugang.

   Jacqueline Vlay vom Vorsitzteam der ÖH Uni Graz lehnt die Dominanz seitens der Industriellenvereinigung (IV) in der Bildungspolitik ab.

  Einige der z.T. schon erreichten IV-Ziele: Die Hochschulen sollen zu „unternehmerischen Einrichtungen“ werden. Stärkung des Universitätsrats als beratendes und steuerndes Gremium. Zulassungsverfahren ab dem Master. Evaluierung der Qualität der Lehrenden durch Studierende und Industrie.

LINK: Homepage der ÖH-Uni-Graz
LINK: OTS-Pressemeldung der ÖH
LINK: Hochschulpolitik der Industriellenvereinigung
LINK: zur ähnlichen Bildungspolitik der Wirtschaftskammer

ORF-Studiogast: Wissenschaftsministerin Beatrix Karl

LINK zur ORF-Videothek 
(ORF-Beitrag nicht mehr verfügbar)

WissenschaftssprecherInnen zur Ministerlaufbahn ihrer Kollegin

Andrea Kuntzl, SPÖ:
   „Ich hoffe sehr, dass die neue Wissenschaftsministerin in ihrer Politik vom Grundsatz ausgehen wird, dass Österreich mehr gut ausgebildete junge Menschen braucht. Junge Menschen brauchen mehr Chancen und nicht mehr Hürden. Bezüglich des Hochschulzugangs muss die neue Ministerin umgehend aktiv Verhandlungen mit der EU aufnehmen, um zu einer Regelung auf europäischer Ebene zu kommen, die eine für Österreich tragbare Lösung im Umgang mit deutschen Numerus-Clausus-Flüchtlingen ermöglicht“, so Kuntzl. „Am besten wäre hier eine primärrechtliche Regelung, die das Herkunftslandprinzip ermöglicht“ (…).

Martin Graf, FPÖ:
   „Das finanzielle Aushungern und die verpfuschte Reform des Universitätsgesetzes rächen sich derzeit bitter. Die Studienbedingungen sind zum Teil indiskutabel. Das Bologna-Prinzip ist für viele Studienrichtungen untauglich und darf daher nicht weiter kompromisslos durchgedrückt werden“, so Graf, der von Karl einen Teilausstieg aus dem Bologna Prozess verlangt. Am wichtigsten sei derzeit aber mehr Geld: „Da kann Karl gleich ihren Ruf als gute Verhandlerin unter Beweis stellen, wenn es gilt, ihrem Parteichef und Finanzminister zusätzliche Mittel zu entlocken.“ Die von der FPÖ beantragte Uni-Milliarde sei ein Gebot der Stunde, um Österreich in den nächsten fünf Jahren wieder konkurrenzfähig zu machen (…).

Kurt Grünewald, Grüne:
   Karl sei bisher vornehmlich durch Nibelungentreue gegenüber der ÖVP in Fragen der Wissenschafts- und Forschungspolitik aufgefallen. „Jedem Realitätssinn zum Trotz wurden auch von Karl bestehende Defizite hartnäckig geleugnet und die Lage an den Unis einfach ignoriert. Die Anliegen der Studierenden und von ExpertInnen wurden von Karl nie ernst genommen. Ihr Umgang mit berechtigter Kritik, wie aus der gemeinsamen parlamentarischen Tätigkeit nur zu gut bekannt, ist keinesfalls ein gutes Omen für eine ernsthafte und tragfähige Zusammenarbeit zum Wohl der Universitäten“, zeigt sich Grünewald skeptisch. Die Grundfrage der Uni-Misere ist eine, die Finanzminister Josef Pröll zu beantworten hat (…). In Fragen der Studiengebühren habe sich Karl darüber hinaus als Hardlinerin erwiesen (…). Einbeziehung des Parlaments in die Wissenschaftspolitik. Nur auf diesem Weg kann die Identifikation der Regierung mit den Zielen und Aufgaben des tertiären Bildungssektors verbessert werden.“

Original Text Service-Meldungen durch Klick auf die Namen der WissenschaftssprecherInnen abrufbar

Designierte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl im ORF

   Der ORF berichtet:

   Als Professorin für Arbeitsrecht sieht sie einen „spannenden Bogen Wissenschaft, Forschung, Arbeit“, ein Bereich, wo sie die Arbeitsplätze der Zukunft ortet. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir diese Arbeitsplätze in Zukunft viel stärker forcieren als bisher“, sagte Karl.
   Dazu bat sie um einen Schulterschluss der politischen Parteien, aber auch der Universitäten und ihrer Angehörigen sowie der Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft. Denn das gemeinsame Ziel sei, die Qualität zu steigern und Österreich wieder zu einem „Land der hellen Köpfe“ zu machen.

LINK: Karls Modelle für Zugangsregelungen an den Hochschulen.
LINK: Stellungnahme der Bundesgeschäftsführerin der Teilgewerkschaft GPA-djp, Dwora Stein

Frühere Aussagen der designierten Wissenschaftsministerin Karl zu Faculty-Modell und Leistungen des Mittelbaus

   „Ich möchte auch auf das von Herrn Prof. Ecker vorgeschlagene Faculty-Modell zu sprechen kommen, weil ich das für sehr zielführend halte. Er hat vorgeschlagen, die Kurien zusammenzuführen. Das ist deshalb sinnvoll, weil unser Kurienmodell in der heutigen Universität ausgedient hat. Es ist ein historisches Relikt, das ist heute ja schon mehrfach angesprochen worden, wir müssen also davon abgehen”, sagte Prof. Beatrix Karl auf der Parlamentarischen Universitäts-Enquete im Rahmen der Vorbereitung auf die UG-Novellierung. Dass es anders kam, hat jedenfalls für künftige Novellierungen keine verhindernde Wirkung.

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Zum Einhören: Kuntzl, Karl

   Im November 09-ORF-Report diskutierten die Wissenschaftssprecherinnen der Koalitionsparteien über Zugangsregelungen und Zugangsbeschränkungen an den Unis (und FH) und über den Hochschuldialog.

Falls das YouTube-Video oben nicht abrufbar ist, gibt es hier den Alternativ-LINK.

Und zuletzt: Diskurs zwischen Karl und Kuntzl vom 15./21.1.2010 über den Ansturm auf Österreichs Hochschulen aus der EU.

In eigener Sache (I). Umfrage: „Was tun mit dem UG2002-Novelle-BLOG?“

Sehr geehrte Leserin, geneigter Leser,
liebe Mitautorin, lieber Koautor,
verehrte KommentatorInnen,

seit etwa eineinhalb Jahren liegen nun die Uni-Informationen im „UG2002-Novelle, Diskussionsarchiv“ in elektronischer Blog-Form vor. Anlässe zur Implementierung des Blogs waren:
1. der für viele Uni-MitarbeiterInnen inakzeptable Ministerentwurf  zur großen UG2002-Novelle,
2. der Alternativentwurf des damaligen SP-Wissenschaftssprechers Josef Broukal (Juni 2008).

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Gesellschaftspolitischen Diskussionsforums (Veranstalter: VÖGB-Wien und Arbeiterkammer-Wien) wurde unter dem Kapitel „Virtueller Aufstand“ versucht, die „Mobilisierende Wirkung eines Weblogs“ zu eruieren. Dabei wurden am Beispiel dieses Blogs die wöchentlichen Blogzugriffsraten (Grafik s.o., durch Anklicken zu vergrößern) und die Interventionen bei PolitikerInnen sowie die Uni-Gesetz-Entwurfsänderungen in zeitlicher Relation dargestellt. Dieses Archiv an ExpertInnen-Stellungnahmen erleichterte die zielführende Einflussnahme auf die Uni-Gesetzänderungen.  Der Blog konnte per WLAN ubiquitär und jederzeit  von den InterventionalistInnen unter den Uni-ExpertInnen abgerufen werden.

Jetzt stellen sich folgende Fragen: Ist das Rennen bereits gelaufen? Ist alles gelungen?  Muss das UG2002 in der gültigen Fassung wirklich nicht mehr novelliert werden? Bedarf es dauernder Wachsamkeit, damit es nicht wieder zu überraschender Sesshaftigkeit unangebrachter uni-politischer und uni-legislativer Maßnahmen kommt? Sollen  Anzeichen von drohenden uni-politischen Fehlentwicklungen nicht sofort auch hier aufgezeigt werden?

Im Folgenden finden Sie eine Umfrage zur Weiterführung des UG2002-Blogs.
Pro IP-Adresse kann eine Stimme abgegeben werden.
Stimmabgabe ist ab sofort bis 7. Feb. 2010  möglich.
Das Ergebnis und die Konsekutivmaßnahmen werden zusammen mit der Analyse “Mobilisierende Wirkung eines Weblogs“ hier veröffentlicht werden.

Besten Dank für Ihre Mitwirkung an den Änderungen der UG-Novellen-Entwürfe. Außerdem dankt Ihnen die Redaktion im Voraus für Ihre Teilnahme an dieser Umfrage.

Sag´ zum Abschied… (Aus einem ORF-Interview)

   BM Hahn meint, dass sich sein(e) Nachfolger(in) nicht mehr mit dem UG2002 herumschlagen müsse (obwohl er selbst einige Änderungen des Gesetzes für später in Aussicht gestellt hatte), da er die Novellierung durchgebracht hätte. Das auch von einigen Rektoren favorisierte Faculty-Modell, z.B., kommt mit der Aussage des Ministers wieder in das schräge Tageslicht des intendierten St.-Nimmerlein.
   Apropos Nachfolger(in): anders als in der EU  könne sich ein Minister in Österreich nicht auf sein Amt vorbereiten, meint Hahn, weil eine andere Besetzungskultur bestünde.
   Unter anderem urheberrechtlich diskutabel erscheint die Meinung des Ministers, er habe den Hochschuldiskurs initiiert. LINK zum ORF-Audiofile des Hahn-Interviews

   Die WissenschaftssprecherInnen Kuntzl, Graf, Widmann, Grünewald kritisieren gemäßigt. Für die Zukunft wünschen sie sich bessere Budgets für die Wissenschaft und bessere Berufs-Chancen für Wissenschafter. LINK zu den ORF-Interviews der WissenschaftssprecherInnen 

FTI-Strategie: uniko gegen Mittelumverteilung hin zur angewandten Forschung

   In einer Presseaussendung gibt die UNIKO (ehem. „Rektorenkonferenz“) zu bedenken:  
Mit zunehmendem Unbehagen beobachtet die Österreichische Universitätenkonferenz die Diskussionsbeiträge zur Ausarbeitung einer Strategie der Bundesregierung für die Bereiche Forschung, Technologie und Innovation (FTI). Vor allem die Forderung, die Forschungsprämie von acht auf zwölf Prozent zu erhöhen, würde angesichts der dafür nötigen dreistelligen Millionensumme eine Schieflage im Verhältnis zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung nach sich ziehen, kritisiert uniko-Präsident, Rektor Hans Sünkel. „Bei einer Akzentverschiebung zu Gunsten der Unternehmensforschung besteht die Gefahr, dass die Grundlagenforschung an den Universitäten als Quelle der Innovation aus dem Blickfeld gerät.“

Hochschuldialog: Neue „Interaktive“ Homepage des BMWF

„Unter dem Link  http://www.dialog-hochschulpartnerschaft.at/ haben Sie die Möglichkeit, sich über den Fortgang der Diskussionen in den Arbeitsforen zu informieren und uns Ihre Meinung zu posten. Die Kommentare werden in die Arbeit der Foren einfließen“, berichtet das Wissenschaftsministerium.

Leider beinhaltet die neue ministeriale Homepage derzeit noch keinen kompletten Material-Download.

LINK: Die Skripten zu Diskussionsinhalten finden Sie nach wie vor hier

Ansturm auf Österreichs Hochschulen muss durch EU-Regelung gebremst werden

…meint ÖVP-Wissenschaftssprecherin Univ.Prof. Dr. Beatrix Karl zu entsprechenden Äußerungen des Außenministers Dr. Michael Spindelegger. „Bei der Medizin haben wir das Problem durch die Quotenregelung – die allerdings auch in zwei Jahren ausläuft – gut im Griff. Nun gilt es, hier eine dauerhafte Regelung zu erreichen, aber auch für andere betroffene Fächer eine sinnvolle Lösung herbeizuführen, um den Uni-Kollaps zu verhindern“, erklärt Karl. Dazu müssten allerdings in der EU auch entsprechende Kompetenzen geschaffen werden. „Hier ist voller Einsatz auf europäischer Ebene nötig. Es wird eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des zukünftigen Wissenschaftsministers, hier eine tragfähige Regelung zu verhandeln.“ LINK zur Presseaussendung Karls.

LINK zur Themenbehandlung des Koalitionspartners (Nov. 09): Pro Ausgleichszahlungen für Studiengebühren in Europa 

Die Wissenschaftssprecherin der SPÖ, Mag. Andrea Kuntzl ortet „erfreuliche neue Töne aus der ÖVP“. Es gehe jetzt darum, eine „tragfähige Lösung auf europäischer Ebene zu finden. Wir müssen eine Lösung finden, die es uns ermöglicht, den offenen Hochschulzugang in Österreich zu erhalten“, so Kuntzl am Donnerstag. Sie hoffe, dass Außenminister Spindelegger, der innerhalb der ÖVP für eine moderne Bildungspolitik steht, die neue Wissenschaftsministerin bzw. den neuen Wissenschaftsminister dabei unterstützt, zu einer derartigen gesamteuropäischen Lösung zu kommen.
Eine solche Lösung müsse auch die Wiedereinführung des vom EuGH abgeschafften Herkunftslands-Prinzips ermöglichen. Nach diesem Prinzip dürften nur jene Studierenden, die in ihrem jeweiligen Herkunftsland einen Studienplatz haben, in Österreich studieren, erklärte Kuntzl. LINK zur Presseaussendung Kuntzls (vom 21.1.10).