Linz- OTS [...] anstatt den Unis die längst überfällige Finanzspritze zu verabreichen, wollen Wirtschaftsvertreter/-innen eine Erhöhung der Forschungsprämie für Unternehmen.
Das käme vorwiegend großen Unternehmen zugute und hätte einen hohen Mitnahme-, aber keinen Lenkungseffekt. “Eine Erhöhung der Forschungsprämie, wie sie Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und auch das Wirtschaftsforschungsinstitut unisono fordern, geht am Problem vorbei (s.a. Stellungnahme der Uni Betriebsräte; AdR). Die Gelder sollen dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden – und zwar an den Universitäten”, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, OÖ.
Die Höhe der ausbezahlten Forschungsprämien betrug laut Statistik Austria im Vorjahr ca. 380 Millionen Euro. Bei einer Erhöhung des Prämiensatzes auf zwölf Prozent rechnet das Wifo für die Jahre 2009 bis 2013 mit einem durchschnittlichen Mehraufwand von ca. 185 Millionen Euro pro Jahr.
Dabei besteht ohnehin bereits ein Ungleichgewicht: Während die staatliche Förderung der Hochschulforschung von 2002 – 2007 um 25 Prozent gestiegen ist, erhöhte sich die staatliche Finanzierung von Unternehmens-F&E im selben Zeitraum um 185 Prozent. Österreich finanziert zwischen elf und zwölf Prozent der Forschung & Entwicklung von Unternehmen und liegt damit sowohl im EU- als auch im OECD-Vergleich im Spitzenfeld.
“Angesicht des knappen Budgets ist es notwendig, auch bei der Forschung treffsicher zu fördern – etwa durch die direkte Förderung von Forschungsprojekten von Unternehmen statt einer
Gießkannenförderung durch eine allgemeine Forschungsprämie. Und wir brauchen mehr Mittel für Grundlagenforschung auf hohem Niveau. Ich bin deshalb für eine Umstellung des Systems”, sagt Kalliauer




