Wien (OTS) – “Der Eiertanz der Regierung bei den Studienplatzbeschränkungen ist nicht mehr auszuhalten”, kritisiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald angesichts des
Verhandlungsergebnisses von Bildungsministerin Schmied und Wissenschaftsministerin Karl.
“Die Fehlentscheidungen im Bereich der Universitäten sind desaströs. So bezeichnen zahlreiche ExpertInnen die von Karl erlassene Notverordnung’ zur Entlastung der von deutschen Numerus Clausus-Flüchtlingen überlaufenen Studienfächer als klare Verletzung der bestehenden Rechtslage”, erklärt Grünewald und übt heftige Kritik daran, dass Karl nun überhaupt gleich ‘tabula rasa’ machen möchte und flächendeckende Zulassungsverfahren etablieren will.
“Diese Maßnahme zeigt, dass die Ministerin völlig an der Realität vorbei entscheidet, denn das von ihr geforderte Betreuungsverhältnis von 1:40 kann derzeit außer der Kunstuniversitäten keine österreichische Universität bieten. Wie stellt sich Ministerin Karl denn vor, dass die Unis das plötzlich erfüllen können – vor allem, wo sie gleichzeitig ja im großen Stil finanziell ausgehungert werden”, so Grünewald, der sich verärgert zeigt, dass über die Auswirkungen dieses Alleingangs kein Wort verloren wird: “Nachhaltige Planung und Strategien scheinen im verantwortlichen Ressort ein Fremdwort zu sein. Man tut so als existiere das Ministerium erst seit gestern und als ob diese Probleme nicht seit Jahren bekannt wären”. Offenbar weiß die rechte Hand wirklich nicht was die linke tut. Da werden zuerst 100 Millionen Euro mehr versprochen, die es gar nicht gibt, dann soll die Mehrheit der Studierenden mit Zulassungsverfahren konfrontiert werden, die es ebenso noch nicht gibt und auf die die Universitäten großteils nicht vorbereitet sind. Studierende wie Universitäten werden so zu Versuchskaninchen degradiert. Das ist nicht nur provokant sondern auch in höchstem Maße unprofessionell”, so Grünewald.
Dass all diese Fehlentscheidungen noch dazu mitten im laufenden Hochschuldialog getroffen werden ist für Grünewald besonders unverständlich. “Während ExpertInnen engagiert über Möglichkeiten zur Erhöhung der Treffsicherheit der Studienwahl diskutieren, kochtMinisterin Karl ihr eigenes Süppchen. Ich halte das für einen schlechten Stil, außerhalb des Dialogs nahezu wöchentlich Luftballone zu starten und die TeilnehmerInnen des Dialogs via Medien zu informieren. Noch mehr derartige Aktionen und ich verstehe, wenn selbst treue VerfechterInnen des Dialogs überlegen, diesem den Rücken zu kehren”, so Grünewald.
Link: Presseaussendung der GRÜNEN




