Monatsarchiv: Juni 2010

Hochschuldialog und Hochschulfiasko

   In einer Pressekonferenz am 30. 6.2010 haben die GRÜNEN (Wissenschaftssprecher Grünewald und Finanzsprecher Rossmann) zum abgeschlossenen Hochschuldialog und zur Beseitigung des Hochschulfiaskos Ideen präsentiert. Ministerin Karl und protestierende Studierende laden (getrennt) zu örtlich benachbarten Veranstaltungen heute nachmittags.

Hochschuldialog und Hochschulfiasko

   Grünewald und Rossmann: “Gebrochene Versprechungen eines verbindlichen Budgetpfades, wie das, 2% des BIP in den tertiären Sektor zu investieren (laut Regierungsübereinkommen bis spätestens 2020 zu erreichen), sowie die Weigerung der Bundesregierung, einen diesbezüglichen Beschluss aller Parlamentsparteien zu vollziehen, kommen einer Bankrotterklärung eines offensiven Hochschulprogramms gleich. Manifest wurde dieser Wortbruch durch die Beschlussfassung des Bundesfinanzrahmengesetzes (BFRG) 2011 bis 2014, in dem sich die ab 2011 einsetzende Budgetkonsolidierung niederschlägt. Die Ausgabenobergrenzen sehen für Wissenschaft und Forschung eine Reduktion der Mittel von 3.744 Mio. Euro (2010) auf 3.635 Mio. Euro (2014) vor.“

Bundesfinanzrahmen-Gesetz

   Wenn nun bei sinkenden Budgets den Universitäten und Fachhochschulen vom BMWF noch die „Rückhaltung von Budget“ empfohlen wird, um auch nach 2014 rückläufige Finanzmittel zu egalisieren, ist dies eine doppelte Beschneidung von Ressourcen. 

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Ministerin Karl ersuchte um Vorschläge zum Thema Faculty-Modell

„Das Kuriensystem passt nicht mehr…“,
sagte Wissenschaftsministerin Karl bei mehreren Veranstaltungen, z.B.  beim Treffen des Klubs der Bildungs- und WissenschaftsjournalistInnen (Mai 2010), beim Treffen der Betriebsräte der drei österreichischen Med Unis (Mai 2010) und bei der Parlamentarischen Universitätsenquete (April 2008). Im Herbst 2010 soll es deshalb eine große Konferenz zum Faculty-Modell geben (s.u.: Aufruf der Ministerin). Dazu wäre Einiges zu klären: gibt es Punkte die außer Streit gestellt werden können? Eine neue Form der Partizipation des Mittelbaus müsste diskutiert werden. Nicht nur die Teilnahme an Berufungs- und Habilkommissionen soll gewährleistet sein.  Bis Herbst bittet die Ministerin um Überlegungen in diesen Punkten. Soll ein starres Faculty–System für alle Unis errichtet werden oder ein eigenes für spezielle Unis mit gewissem Spielraum?

Der Aufruf der Ministerin bleibt als Erinnerung auf der Startseite dieses Blogs. Dann folgen Links zu einlangenden Vorschlägen zum Thema Faculty. Neue Artikel werden erst weiter unten wieder chronologisch gereiht.

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Wien, 24. Juni 2010

Die Weiterentwicklung der Universitäten im internationalen Kontext ist mir seit meinem Amtsantritt als Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung ein großes Anliegen. Dazu gehört auch wesentlich die optimale Förderung und Entfaltung des Potenzials der Angehörigen der Universität in allen universitären Bereichen.

Der Blick über die Grenzen nach erfolgreichen internationalen Organisationsmodellen im Hinblick auf die Frage, ob die dort gewonnenen Erfahrungen für die Weiterentwicklung der österreichischen Universitäten herangezogen werden können, ist dafür sehr wertvoll. Eines der erfolgreichen internationalen Organisationsmodelle ist unter der Bezeichnung „Faculty-Modell“ bekannt.
Das Faculty-Modell beinhaltet als wesentliche Komponenten Partizipation und Laufbahnentwicklung an einer Universität.

In Anlehnung daran stellt sich die Frage der Nutzbarmachung dieses Konzeptes für die österreichische Hochschullandschaft. Diese gibt als Rahmen die universitäre Autonomie und die vollständige Personalhoheit in Ausformung des Kollektivvertrags für die Universitäten vor.

Um diesen Diskussionsprozess auf breiter Basis zu führen,

plane ich für Herbst 2010
(neuer Termin: 17. Januar 2011 !)
eine Konferenz mit dem Arbeitstitel:

„Faculty-Modell – Erwartungen und Chancen“

Für eine substanzielle Vorbereitung der Veranstaltung lade ich Sie – wie schon besprochen – ein, Ihre Ideen, Anregungen und Konzepte zur Entwicklung eines österreichischen Faculty-Modells bis 17. September 2010 an mein Ressort zu übermitteln. (mailto:harald.fasching@bmwf.gv.at)

Besten Dank im Voraus und freundliche Grüße
Beatrix Karl, e.h.

PS: Die Einladung, Vorschläge zu formulieren, richtet sich auch an Ihre Kolleginnen und Kollegen, daher ersuche ich um Weiterleitung an Interessierte.

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Offizielle Stellungnahmen zur Faculty-Universität:

1. Vorschlag der Gewerkschaft,
2. Stellungnahme der Betriebsräte des wiss. Personals der MedUnis Wien, Innsbruck und Graz
3. Stellungnahme des UniversitätsprofessorInnenverbands UPV
4. Stellungnahme der Österreichischen Ärztekammer
5. Stellungnahme der Wissenschaftsministerin 
6. Stellungnahme des Österr. Wissenschaftsrates 

Vorschlag der Gewerkschaft zum Faculty-Modell

GÖD

   Das „Faculty-Modell“ der Gewerkschaft hat ausschließlich Einfluss auf die organisationsrechtliche Stellung der Mitarbeiter. Arbeitsrechtliche Konsequenzen seien damit nicht verbunden, sagt Herbert Sassik von der Bundesleitung der Bundesvertretung „Universitätsgewerkschaft- Wissenschaftliches und künstlerisches Personal“.

Aufgaben der Faculty
Maßgebende Mitwirkung bei der strategischen Ausrichtung der Universität in Lehre, Forschung, Entwicklung der Künste auf den verschiedenen Organisationsebenen.

Mitglieder der Faculty sind
• alle MitarbeiterInnen, die Lehre und/oder Forschung/Erschließung der Künste betreiben und
• die entweder mindestens zu 50% beschäftigt sind oder einen Beschäftigungshorizont von mindestens 4 Jahren haben und
• die in wissenschaftlichen Fächern ein Doktorat oder Dr.med. aufweisen oder als Sen.lect., Sen.sci. oder Sen.art. beschäftigt sind.

   An Kunstuniversitäten und in den künstlerischen Fächern der Architektur ist der akademische Grad nicht Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Faculty.
Wissenschaftliche künstlerische MitarbeiterInnen, die die Bedingungen zur Mitgliedschaft in der Faculty nicht erfüllen, bilden im Senat einen eigenen Vertretungskörper.

Erläuterungen
Die Faculty nimmt die Mitwirkungsrechte wahr, die derzeit von den UniversitätsprofessorInnen ausgeübt werden, insbesondere Erstellung und Zustimmung bei Entwicklungsplan, Organisationsplan, Satzung, Vorschlagsrecht für Leitungsfunktionen, Beschickung von Berufungs- und Habilitationskommissionen, etc.
Der Zugang von Frauen zu Leitungsfunktionen wird verbessert.
Professorinnen, die derzeit in Vielfach- Funktionen tätig sein müssen, werden entlastet.

Link zum Artikel in derStandard.at 
Link zum GÖD-Dokument

Rektor Sünkel über Allgemeinplätze im Endbericht des Hochschuldialogs

Hans Sünkel im STANDARD-Interview über politische Tauschgeschäfte, die Forderung nach einem Ja der Politik zu Studiengebühren, den Endbericht des „geschwätzigen“ Hochschuldialogs etc.
Link zum Sünkel-Interview in derStandard.at von Karin Moser (Printausgabe v. 24.6.2010, Seite 6)
Link zum OTS-Kommentar des Grünen Wissenschaftssprechers: Universitäten und Hochschulen laufen demnächst barfuß im Rückwärtsgang. Studierende dürfen keine Lückenbüßer für Budgetrestriktionen sein.

THE-University-Ranking: will The High-handedness End?

Selbstkritik von Phil Baty, Herausgeber der Times Higher Education World University Rankings und stellvertretender Herausgeber des Magazins »Times Higher Education«

   „Ich muss Ihnen ein Geständnis machen. Die Ranglisten der besten internationalen Universitäten, die meine Zeitschrift in den vergangenen sechs Jahren veröffentlicht hat, sind ihrem Zweck nicht gerecht geworden. Anders formuliert: Sie weisen schwerwiegende Mängel auf.“
   Das weltweit beachtete Universitätsranking des Magazins »Times Higher Education« war mangelhaft, sagt Herausgeber Phil Baty. „Vergangenes Jahr ergriffen wir die erste Gelegenheit, die Rankings in Gänze auf den Prüfstand zu stellen. Was wir dabei feststellten, gefiel uns ganz und gar nicht. Das größte Problem war der sogenannte Peer Review [...]
Link zum Artikel in „ZEIT-ONLINE“ v. 10.6.2010
Link zu University-Rankings: Ist Qualität quantifizierbar
Link zu THE-University-Rankings 
Link zum Artikel über  neuartige Uni-Rankings in derStandard.at v. 8.3.2010
Link zum Artikel über schwerwiegende THE-Mängel in derStandard.at v. 21.6.2010

VOTUM SEPARATUM. GRÜNER Wissenschaftssprecher zum Hochschuldialog Arbeitsforum 5

1. Verbindlicher Budgetpfad zur Erreichung des 2% Ziels des BIP für den tertiären Bildungssektor blieb bisher Rhetorik. 

   Schwerpunktsetzungen in den Bereichen von Bildung, Forschung sowie die Zielsetzung international in Wissenschaft und Lehre Anschluss an die Besten zu finden, erfordern klare und nachhaltige Investitionen, die sich primär in steigenden Budgetanteilen für den tertiären Bildungssektor  manifestieren müssen.
   Die Diskussion im Arbeitsforum 5 Ressourcen & Finanzierung von Lehre und Forschung spielt somit eine Schlüsselrolle für alle Arbeitsforen des Dialogs. Die Ergebnisse der Diskussion im Arbeitsforum 5 sind bedingt durch die politischen Rahmenbedingungen degressiver Budgets ernüchternd, in höchstem Maße unbefriedigend und haben negative Auswirkungen auf alle anderen Arbeitsforen indem sie die Umsetzungswahrscheinlichkeit zukunftsweisender Reformvorhaben auf ein Minimum reduzieren.
   Wir kritisieren die gebrochenen Versprechungen eines verbindlichen Budgetpfades, 2% des BIP in den tertiären Sektor zu investieren und kritisieren noch mehr die völlige Aufgabe des Regierungsübereinkommens dieses Ziel bis spätestens 2020 zu erreichen. Die Weigerung der Bundesregierung einen Beschluss aller Parlamentsparteien zu vollziehen und damit einen sicht- und spürbaren Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode zu setzen, kommt letztlich einer Bankrotterklärung eines offensiven Hochschulprogramms gleich. Manifest wurde dieser Wortbruch durch die Beschlussfassung des Bundesfinanzrahmengesetzes 2011 bis 2014, in dem sich die ab 2011 einsetzende Budgetkonsolidierung niederschlägt. Die Ausgabenobergrenzen sehen für Wissenschaft und Forschung eine Reduktion der Mittel von 3.744 Mio Euro (2010) auf 3.635 Mio Euro (2014) vor. In den Jahren bis 2012 werden aber auch die budgetären Mittel für die Schulen von 7.659 Mio Euro (2010) auf 7.610 Mio Euro (2012) gekürzt.
Wenn nun bei sinkenden Budgets den Universitäten und wahrscheinlich auch den Fachhochschulen noch die Rückhaltung von Budget empfohlen wird um auch nach 2014 rückläufige Finanzmittel zu egalisieren, ist dies eine zweifache Beschneidung von Ressourcen, die ihresgleichen in der zweiten Republik sucht. 

Bitte hier weiterlesen!

Empfehlungen des Österreichischen Wissenschaftsrats (ÖWR)

    Wegen der chronischen Unterfinanzierung der Universitäten und der Notwendigkeit eines Ausbaus des tertiären Sektors muss die Universitätspolitik den Hochschulen einen verlässlichen Finanzierungspfad aufzeigen, der mit einem Zeithorizont zu versehen ist. Eine Orientierungsgröße kann die mehrfach politisch bekräftigte und in Entschließungen des Gesetzgebers verankerte Absichtserklärung sein, bis 2020 2,0 Prozent des BIP für den tertiären Bildungssektor aus öffentlichen und privaten Mitteln aufzuwenden. Bezogen auf das BIP des Jahres 2006 müssten das rund 5,1 Milliarden Euro sein. Vor diesem Hintergrund wird es erforderlich sein, dass der Bund seine jährlichen Aufwendungen für den tertiären Bereich ab 2011 zusätzlich zu den bereits zugesicherten Steigerungen jährlich um mindestens 200 Mio. Euro erhöht. Diese Budgetzuwächse sollten in einem gesetzlich verbindlichen Hochschulfinanzierungspfad festgelegt werden. Berücksichtigt man die erforderliche Vorsorge für den Re investitionsbedarf, wie er vor allem (aber nicht nur) für eine entsprechende Ausstattung der technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen erforderlich ist, wird diese Summe noch höher anzusetzen sein. [...]
Link zu den 11 Empfehlungen des ÖWR 
Link zur ÖWR-Berichterstattung im Parlament

Universitätenfinanzierung

   Der Betriebsrat der MedUni Innsbruck hat eine IST-Standerhebung der gegenwärtigen, österreichischen Uni-Finanzierungsperspektive durchgeführt. Wir publizieren hier die Präsentation von Prof. Martin Tiefenthaler (PDF, 255KB, 17 Seiten) mit einem Antrag an die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung.
LINK: Universitätenfinanzierung, Status quo 
LINK: Unterschriftenaktion zur Unterstützung des Antrags 
LINK: zum Hochschulpakt des Deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Österreichischer Forschungs- und Technologiebericht 2010

Österreichischer Forschungs- und Technologiebericht 2010. Lagebericht gem. § 8 (1) FOG über die aus Bundesmitteln geförderte Forschung, Technologie und Innovation in Österreich.

Österreichischer Forschungs und Technologiebericht 2010

Forschungsrat: Ganzheitliche FTI-Politik, Humanressourcen und Geistiges Eigentum

[...]Universitäten im internationalen Wettbewerb
   Die österreichischen Universitäten haben sich in den letzten zehn Jahren sehr dynamisch entwickelt und können in vielen Disziplinen mit Exzellenz im internationalen Wettbewerb bestehen. Dazu der stellvertretende Vorsitzende des Rates, Univ.-Prof. Dr. Bonn: „Der Grundstein ist gelegt. Jetzt müssen wir diesen Weg einer konkreten Strategieverfolgung und zusätzlicher Geldmittel konsequent fortsetzen. Die Universitäten in Lehre und Forschung sowie im Speziellen die Grundlagenforschung sind die Voraussetzungen für die nachhaltige Entwicklung eines gesunden Innovationssystems.“ Eine erhöhte Mobilität im Schul- und Hochschul-bereich durch geförderte Auslandsaufenthalte sind aus Sicht des Rates weitere ausschlaggebende Punkte für eine zielgerichtete FTI-Politik. [...]
LINK: zum gesamten Text der OTS-Aussendung des Forschungsrats 
LINK zum Forschungsrat

Anrechnung von Vordienstzeiten. GÖD versus Ministerin Heinisch-Hosek

Wegen der Anrechnung von Vordienstzeiten auf die Gehälter geraten Beamtengewerkschaft und Ministerin Heinisch-Hosek voll aneinander. Für 50.000 Beamte wird es neue Hürden bei der Beantragung geben.

    Wien. Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Dienstag ein Gesetz bezüglich der Anrechnung von Vordienstzeiten ohne Einigung mit der Gewerkschaft im Ministerrat beschließen lassen. Mit dem neuen Gesetz wird eine vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gekippte Regelung repariert.

Gewerkschaft übergangen
Betroffen sind de facto alle Beamten und Vertragsbediensteten bei Bund, Ländern und Gemeinden. Mit einem gesetzlichen Kunstgriff will die Ministerin verhindern, dass rund 50.000 Bundesbedienstete und Landeslehrer, die schon eine Neuanrechnung beantragt haben, günstiger aussteigen, weil dies Mehrkosten in Millionenhöhe zur Folge hätte. Die Regierung ist nach einem EuGH-Urteil aus dem Vorjahr unter Zugzwang („Die Presse“ berichtete am 17. Mai). Bisher werden Ausbildungszeiten ab dem achtzehnten Lebensjahr angerechnet. Diese Altersgrenze wurde als gleichheitswidrig aufgehoben. [...]

LINK: zum Artikel in diePresse.com
„Die Presse“, Print-Ausgabe, 16. Juni 2010
LINK: zum EuGH-Urteil 
LINK: neueste Anmelde-Information zur Anrechnung von Vordienstzeiten (6.9.2010)

 

Neue Einträge für das Fotoalbum von Vizekanzler J. Pröll

Proteste Studierender in Salzburg und in Wien am 9.6.2010.  

Grünewald bei Stud-Protest Juni 2010, Foto Daniel Weber

Protest Studierender- Jun2010-Foto Daniel Weber

   

   

   

   

   

Frühere Einträge vom Oktober 2009:Akad d bild Kuenste Foto Credit - Arthur Summereder  

  

cc 

         Folgende creative-commons-Lizenzbedingungen gelten auch für alle:   

 

Studierenden Sozialerhebung 2009

Seit 1973 werden in Österreich Studierenden-Sozialerhebungen durchgeführt. Mit dem nun vorliegenden „Kernbericht“ zur Studierenden-Sozialerhebung 2009 werden die Ergebnisse der bisher umfangreichsten Befragung unter Studierenden in Österreich dokumentiert.

    …Unverändert zeigen sich nach Studienrichtungen große Unterschiede in der sozialen Zusammensetzung der Studierenden. So sind zum Beispiel 31% der Theologiestudierenden aus niedriger sozialer Schicht. Umgekehrt stammen 34% aller Medizinstudierenden aus hoher sozialer Schicht und nur 11% aus niedriger. Auch in der Veterinärmedizin sind Studierende aus hoher sozialer Schicht mit 26% überrepräsentiert. Auffallend ist zudem, dass es an Pädagogischen Hochschulen kaum Studierende (<12%) aus hoher Schicht gibt….
   …Insgesamt geben 8% der Studierenden an, (ein) Kind(er) zu haben. Im Vergleich zur Studierenden-Sozialerhebung 2006 ist der Anteil an Studierenden mit Kind(ern) um 1% gestiegen. Unter ihnen finden sich etwas mehr Mütter als Väter. Weiters zeigt sich, dass etwa 1% aller Studierenden alleinerziehend ist, wobei der Frauenanteil hier weitaus höher ist. Studierende mit Kind(ern) sind im Schnitt über 10 Jahre älter als Studierende ohne Kind(er) (37 Jahre vs. 25 Jahre). Jedoch ist zu berücksichtigen, dass Studierende mit Kind(ern) je nach Alter des jüngsten Kindes mit unterschiedlichen Betreuungspflichten konfrontiert sind….

Link zu den Ergebnissen der Studierenden Sozialerhebung 2009 (5,7MB; pdf)

Arbeiterkammer

   Stellungnahme der Arbeiterkammer:   Wien (OTS) -  „Die soziale Selektion im Hochschulwesen muss endlich ein Ende haben, an Bildung darf nicht gespart werden“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel, „noch immer sind Studierende aus bildungsfernen Schichten im Vergleich zu Kindern von Akademikerinnen und Akademikern stark unterrepräsentiert.“

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Stimmen der Opposition zu Bildung, Bologna, Forschung und Konjunkturpaket

Martin Graf, FPÖ: Endlich kehrt der Dialog zurück ins Parlament. Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses soll Uni-Misere beheben.
   Es gebe genügend gute Vorschläge zur Behebung der Misere an unseren Universitäten, so Graf, die nun unter Beiziehung von Fachexperten von den Abgeordneten diskutiert und zur Beschlussfassung im Nationalrat vorbereitet werden sollen. Graf erinnert insbesondere an den freiheitlichen „12-Punkte-Plan für Österreichs Universitäten“, der sei Monaten unbehandelt im Ausschuss liege. Wesentlich sei allerdings ein Bekenntnis aller Parteien zu hohe Qualität im tertiären Bildungssektor: „Und dazu werden wir mehr und nicht weniger Geld brauchen. Wesentliches Element unseres Plans ist daher, die Ausgaben schon bis 2015 auf die angestrebten zwei Prozent des BIP anzuheben.“ Daneben legt Graf großen Wert auf eine Evaluierung des Bologna-Prozesses, „die nur zu einem Teil-Ausstieg führen kann. Die zwangsweise Einführung des dreigliedrigen Studiensystems in allen Fächern ist ein Irrweg.“ [...] Link zur OTS-Presseaussendung Grafs

Kurt Grünewald, Die Grünen: „Es ist eine Schande, dass die soziale Diskriminierung unseres Schulsystems sich an den Universitäten ungebremst fortsetzt und bislang keine ausreichenden Maßnahmen für eine bessere Balance im Bildungssystem gefunden wurde.“ „Wenn nun spät aber doch BM Karl meint sie würde gegensteuern, dann fragt sich wie? Wenn StudienanfängerInnen aus gehobenen sozialen Schichten über den Faktor zwei hinaus überrepräsentiert sind, wird man sich wohl nicht wünschen diese vom Studium abzuhalten. Da kann Karl aber nur gegensteuern indem die Zahl von StudienanfängerInnen aus niedrigen und mittleren sozialen Schichten deutlich angehoben wird“, rechnet Grünewald vor. „Hier aber beißt sich die bildungspolitische Katze gleich dreimal in den Schwanz. Die Budgets werden gekürzt, von gekürzten Budgets sollen noch Rücklagen gebildet werden und die Studienplätze sollen durch Aufnahmeverfahren beschränkt werden“, ätzt Grünewald.[...] Link zur OTS-Presseaussendung Grünewalds

Anrechnung von Zeiten vor dem 18. Lebensjahr

GÖD

   In der Anlage wird Ihnen ein Schreiben des Kollegen Vorsitzstellv. Dr. Gloss,  Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), und ein Musterantrag für die Anrechnung von Zeiten zwischen Pflichtschulabschluss und dem 18. Lebensjahr (möglicherweise auch Schulzeiten) zur Kenntnis gebracht. Derzeit ist es noch nicht absehbar, welche Konsequenzen das EuGH-Urteil C-88/08 mit sich bringt, da die Umsetzung der zugrunde liegenden Richtlinie (2000778/EG vom 27.11.2000) noch in unserem Nationalrat behandelt werden muss. Es könnten sich Auswirkungen auf den Vorrückungsstichtag und auf daraus resultierende Nachzahlungen ergeben. Sie können allerdings mit dem beiliegenden Formular jedenfalls einen Antrag (nachweislich!) an die Personalabteilung  stellen, um die Verjährung auszusetzen. Link zum Antrag auf der GÖD-Homepage

Brief der GewerkschaftAntragCVRIA - EuGH