Monatsarchiv: September 2010

Bildung in der Krise. Buchreport

Die Presse berichtet in Auszügen aus dem Ende Sept. 2010 erschienenen Buch von Josef Broukal (ehem. SP-Wissenschaftssprecher)  und Mitherausgeber Erwin Niederwieser (ehem. SP-Bildungssprecher), Bildung in der Krise, Verlag Kremayr & Scheriau

   Broukal appelliert an seine eigene Partei: „Erst wenn die SPÖ aufhört, das Unerreichbare zu fordern, kann sie im Erreichbaren wieder zur fortschrittlichen Alternative zur ÖVP-Wissenschaftspolitik werden.“ Die SPÖ könne zwar durchaus auch in Zeiten großen Spardrucks sagen, dass Quoten und Knock-Out-Prüfungen nicht ihr Ziel seien und sie eine wirkliche offene Uni wolle. „Nur sollte sie dann auch ab und zu konkret nachweisen können, dass sie mehr für die Unis tut als andere. [...]„ 
Link zum Bericht in der „Presse“ 

Link zur Buchkritik von Katharina Cortolezis-Schlager: SPÖ soll Empfehlungen ihres ehemaligen Wissenschaftssprechers rasch ermöglichen (OTS),
Link zur Buchkritik von Kurt Grünewald: Broukal resigniert und schlägt sich auf Seite ehemaliger Gegner (OTS)

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Universitätspolitische Wetterprognose: Doch noch Heißer Herbst

   Es gibt synergistische Vorbereitungen für eine Unterfinanzierungs-Protestaktion der Universitäten Ende November 2010. Studierende, Mittelbau, Senate und andere Uni-Stakeholder bringen sich ein. Arbeitspläne werden danach ausgerichtet. Man will an einem Nationalen Protesttag der Universitäten teilnehmen. Unter PersonalvertreterInnen und in Managements der öffentlichen Universitäten kursieren Aufrufe mit Warnungen vor künftigen Personalreduktionen und Kündigungen wegen zu erwartender Budgetknappheit.

   Von der Bundesregierung wird ganz offensichtlich an Einsparungen im Bildungsbereich, insbesondere im Bereich der Universitätsbudgets, gedacht. Die Fortschreibung des Budgets bis 2013 und die angekündigten realen Kürzungen sind so zu verstehen. Im Gegensatz zu Deutschland, das zusätzliche 12 Mrd. Euro in den Hochschulsektor investieren will, wird in Österreich ein Sparen über alle Sektoren (insbesondere auch den chronisch unterfinanzierten Bereich der Universitäten, trotz des Beschlusses des Nationalrats 2% des BIP in die Forschung bis 2020 investieren zu wollen) zur Maxime. Damit sind die gesetzlichen Aufgaben der Universitäten nicht mehr im vollen Umfang erfüllbar. An die Ausweitung der Studienplätze und die Intensivierung der Lehre durch mehr praktischen Unterricht ist unter diesen Konditionen nicht mehr zu denken.

Weitere Wetterprognose für Herbst 2010: heiß und unkomfortabel für Verantwortungsurlauber.

Arbeitsverfassungsgesetz-Novelle ArbVG. Ministerialentwurf und Stellungnahmen

BMSK

Der Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) und andere Gesetze geändert werden.
Links zum Text des Gesetzesentwurfs, Erläuterungen so wie Textgegenüberstellung 

Stellungnahme der Arbeiterkammer: Der Gesetzesentwurf wird grundsätzlich begrüßt, da er großteils Verbesserungen der Mitbestimmungsmöglichkeiten für die betrieblichen Vertreter der ArbeitnehmerInnen enthält. Vor allem … die Verlängerung der Klagsfrist für Kündigungsanfechtungen und die Präzisierung der Rechtzeitigkeit von wirtschaftlichen Informationen bei geplanten Betriebsänderungen bzw. Betriebsübergängen stellen deutliche Verbesserungen der Mitwirkungsrechte für Betriebsräte  und Personalvertretungsorgane dar.
Link zum gesamten Text der Arbeiterkammerstellungnahme.
Link: Neueste Meldung (5.10.2010): Wien (OTS) – Die AK begrüßt die heute, Dienstag, vom Ministerrat beschlossene Novelle zum Arbeitsverfassungsgesetz mit Verbesserungen für ArbeitnehmerInnen und BetriebsrätInnen.

Stellungnahme des ÖGB:  Eine Novelle des Arbeitsverfassungsgesetzes sieht einige der vom ÖGB geforderten Verbesserungen vor: Die Frist, in der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Kündigung anfechten können, wird nun von einer auf zwei Wochen verlängert werden. Der ÖGB fordert allerdings viel weitreichendere Arbeitsrechtsreformen. So sollen auch freie DienstnehmerInnen von Kollektivverträgen geschützt werden und Mindestlöhne bekommen. Dann zahlt es sich für Unternehmer nicht mehr aus, Menschen aus der Sicherheit echter Arbeitsverhältnisse hinaus zu drängen. Darüber muss so bald als möglich verhandelt werden. 
Link zum gesamten Text der ÖGB-Stellungnahme.

Linkübersicht zu den Stellungnahmen anderer Körperschaften.

Link: Doz. Paul Kolm, emerit. Leiter der Abt. Arbeit&Technik in der GPA-djp in „derStandard.at“: Entmachtung der Betriebsräte 

Link: Kampagne der GPA-djp gegen die ArbVG-Novelle

 

GÖD

Link: Stellungnahme der Univ.-Gewerkschaft (wissenschaftliches und künstlerisches Personal) in der GÖD

Kosten des Hochschuldialogs. Anfragebeantwortung der Ministerin

διάλογος

Frau Wissenschaftsministerin Beatrix Karl beantwortete die parlamentarische Anfrage betreffend Inseratenkampagne zu Lasten der Universitätsreform, die die FPÖ am 9. Juli 2010 an sie gerichtet hatte. In Summe hätte es einen Kostenaufwand von knapp über 247.000,- EUR gegeben.
Link zur Beantwortung der Anfrage (HTML), (PDF)
Link zur Kritik der ÖH: Trotz hoher Kosten ignoriert Karl eigenen Dialog (OTS)

Neugestaltung der Homepage des Parlaments

   Seit der Neugestaltung der Homepage des Parlaments im September 2010 sind viele der früheren Links nicht mehr gültig. Die Links dieses UG-Blogs, welche die Protokolle der Parlamentarischen Enquete 2008 zur UG-Novelle betreffen, wurden erneuert.
Andere Links, wie die Verweise auf parlamentarische PDF-Schriftstücke, sind von den HP-NeugestalterInnen offenbar beibehalten worden.  Die Qualität der Suchfunktion der HP bleibt zu erkunden. 

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Uni-Finanzierung. Umfrage: 68 Prozent für Studiengebühren

Generaldirektor: „Warum sollen Sie die Studiengebühren meiner Kinder bezahlen?“ Und was genau antworten Sie den KrankenpflegerInnen auf die selbe Frage? 
Format publiziert die Ergebnisse einer anderen Umfrage: der Österreichischen Gesellschaft für Marketing (OGM) zur Wiedereinführung von Studiengebühren
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Nur noch 29 Prozent gegen Studiengebühren

Wien (OTS) – Wende im Streit um die Wiedereinführung der Studiengebühren: In einer aktuellen OGM-Umfrage für FORMAT (Freitag-Ausgabe) befürworten mehr als zwei Drittel der Österreicher einen solchen Schritt. OGM-Expertin Karin Cvrtila zeigt sich vom Ergebnis überrascht: „Vor vier Jahren haben sich die Befürworter und Gegner noch die Waage gehalten. Die Stimmung ist aber mittlerweile gekippt.“

Heute lehnen laut OGM-Daten (Sample: 500) nur noch 29 Prozent diese Maßnahme zur Finanzierung der Universitäten ab. Cvrtila: „Diese klaren Ergebnisse sind nicht zuletzt auf die öffentlich geführte Debatte rund um die Uni-Probleme und ihre Finanzierung zurück zu führen.“

ÖVP-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hatte zuletzt eine Wiedereinführung der Studienbeiträge gefordert. Regierungspartner SPÖ und die Grünen lehnen das ab. Der Finanzierungsmehrbedarf für die Universitäten beträgt laut Karl 250 Millionen Euro, die Studiengebühren brachten vor ihrer Abschaffung 150 Millionen Euro für das Budget.

ÖH zur OECD-Studie und Studierenden-Sozialerhebung

Zur OECD-Studie: …Dass Österreich zu wenig Akademiker/innen hat und dass das nicht nur an den „vielen Studienabbrecher/innen“ liegt sondern auch an der geringen Zahl von Studienanfänger/innen.

Zur Studierenden-Sozialerhebung: …Sie zeigt wiederum, dass der Großteil aller Studierenden neben dem Studium auch arbeitet und diese Arbeitszeit die Zeit, die für das Studium aufgewandt werden kann, entscheidend verringert. Die Folge sind Langzeitstudis und Studienabbrecher/innen, sobald das Studium nicht mehr mit dem Beruf vereinbar ist. Die Erhebung zeigt des weiteren, dass es immer noch einen eklatanten Unterschied der „Sozialen Herkunft“ von Studienanfänger/innen gibt. Kinder deren Eltern einen höheren Schulabschluss haben studieren mit einer ca. 2,5 mal größeren Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu Kindern deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben.

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Wir machen uns stark gegen…

Bildungswüste: Hochschulen garantiert ruiniert!
Ihre Bundesregierung

ist einer der Slogans der derzeit, am 18.9.2010, und  noch bis 23.00 Uhr andauernden Bildungsdemo, bei der die Österreichische Hochschülerschaft  und die #unibrennt-Bewegung für den freien Zugang und die ausreichende Finanzierung der Universtäten in Österreich demonstrieren.
ÖH-Link: Heißer Herbst eingeleitet (OTS) 
Bild von der fortschreitenden Demo 
Link zum #unibrennt Flickr Fotostream

Regierung verspielt Zukunft junger Menschen

Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der GRÜNENRegierung spart den Bildungs- und Forschungssektor rücksichtslos kaputt

Wien (OTS) – „Nägel mit Köpfen statt kopfloser Hochschulpolitik“, fordert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. „Die Universitäten und Fachhochschulen stehen mit dem Rücken zur Wand, doch SPÖ und ÖVP reden weiter nur um den heißen Brei herum und versuchen, die desaströse Situation am Hochschulsektor zu beschönigen“, kritisiert Grünewald. „Die Studierenden werden sich massenhaft vor verschlossenen Uni-Türen wiederfinden und vergeblich auf einen Studienplatz warten, während die Regierung den Bildungs- und Forschungssektor weiterhin rücksichtslos kaputt spart.“
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Alles Walzer! – Alles MINT-Studien?

[MINT: Akronym für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik]

Nach den Vorschlägen der Wissenschaftsministerin, sich als Studierende mehr den MINT-Fächern zuzuwenden, kommt von dort eine Warnung, die bereits bestehende Unterfinanzierung betreffend.

   „Auch MINT-Studienrichtungen wie Informatik haben mit der drastischen Unterfinanzierung der Universitäten zu kämpfen. So mangelt es vor allem an zusätzlichen Lehrkräften und Arbeitsplätzen für Lehrende und Studierende“, sagt Michael Emhofer, Studierendenvertreter für Informatik. Link: mit offenem Brief an Frau Ministerin Karl.

   „Es ist nicht mehr länger zumutbar. Wir haben ein Missverhältnis zwischen der Zahl der Studierenden und der Zahl der wissenschaftlich Lehrenden. Wir sind in einer Situation, wie ein angespanntes Gummiband“, schilderte ao. Univ.-Prof. Dr. Gerald Steinhardt, Dekan der Fakultät für Informatik an der TU Wien Dienstag, den 14.09.2010, im ORF-Report die Situation. Link: Beitrag der ORF-TVthek im Netz nicht mehr auffindbar.

THE-University-Ranking 2010

   Nachdem die Selbstkritik von Phil Baty als Herausgeber der ›Times Higher Education World University Rankings‹ und stellvertretender Herausgeber des Magazins »Times Higher Education« verklungen ist:

„Ich muss Ihnen ein Geständnis machen. Die Ranglisten der besten internationalen Universitäten, die meine Zeitschrift in den vergangenen sechs Jahren veröffentlicht hat, sind ihrem Zweck nicht gerecht geworden. Anders formuliert: Sie weisen schwerwiegende Mängel auf.“ Vergangenes Jahr ergriffen wir die erste Gelegenheit, die Rankings in Gänze auf den Prüfstand zu stellen. Was wir dabei feststellten, gefiel uns ganz und gar nicht. Das größte Problem war der sogenannte Peer Review [...]„,

wird nach verstärkter Einbeziehung von Forschungs-, Unterrichtstätigkeits-,Wissensvermittlungs- und  anderen Aspekten, wie Relation Studierende pro LehrerIn und Anzahl wissenschaftlicher Zitierungen, neuerlich gereiht. UI = 187., UW = 195. Link: THE-University-Rankings 2010/2011, Top 200 
Link:  THE-Ranking 2009 
Link: Shanghai University Ranking 2010 
Link: Quantifizierbare Qualität?

Sigrid Maurer im STANDARD über Studierenden-Wehrhaftigkeit und OGH-Zynismus

   Dass sich Studierende nun erfolgreich dagegen wehren können, dass Hochschulen und Politik seit über zehn Jahren auf ihnen herumtrampeln, ist ein schöner Erfolg für die ÖH. Die Reaktionen von politischer Seite sind typisch, sie prophezeien Katastrophen an den Unis. Ja, wo kämen wir denn da hin, wenn wir uns auf einmal an Gesetze halten müssten?
§ 54 Absatz 8 des Universitätsgesetzes garantiert Studierenden, dass sie in Mindeststudienzeit ihr Studium abschließen können. Dieses Recht wird seit Jahren ignoriert, denn mangels ausreichender Finanzierung ist es den Unis oft nicht möglich, zusätzliche Lehrkräfte oder ausreichend Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. [...] Sigrid Maurer,  ÖH-Bundesvorsitzende
Der Standard, Printausgabe vom 16.9.2010, S. 30
Link: derstandard.at 

   Am Samstag, 18.September, findet um 16:00 eine Demonstration für freie Bildung und ausfinanzierte Hochschulen statt. Von der Universität Wien geht es dann weiter zum Tor vom Heldenplatz, wo die „Wir machen uns stark“ Kundgebung stattfindet. Link zum ÖH-Blog.

Wissenschaftsausschuss diskutiert Studierenden-Sozialerhebung 2009

Weiteres, neues Material der Studierenden-Sozialerhebung 2009  ist mit Download erhältlich.  Bericht: Klick auf das Logo.

   Neben der früheren Stellungnahme der Abeiterkammer (im Link) zur bisher umfangreichsten Befragung unter Studierenden in Österreich gibt es heute, anlässlich der Tagung des parlamentarischen Wissenschaftsausschusses,  Stellungnahmen der gesetzlichen Bundesjugendvertretung (BJV), einer Institution gem. BJV-Gesetz2001, und der SP- und VP-Wissenschaftssprecherinnen. 

BJV: Die Wahrscheinlichkeit für Jugendliche aus bildungsnahen Schichten ein Studium zu beginnen ist dreimal so hoch wie für junge Menschen aus bildungsfernen Schichten, deren Anteil in den letzten Jahren sogar gesunken ist!

Kuntzl (SP): „Vor 40 Jahren – vor Einführung des freien Hochschulzugangs – waren Akademikerkinder zwölf Mal so stark an den Universitäten vertreten wie Kinder von Pflichtschulabsolventen, heute sind sie – auch wenn hier weiterhin Handlungsbedarf besteht – nur mehr drei Mal so stark vertreten“, betonte die SPÖ Wissenschaftssprecherin. Als weiteres Beispiel könne das Medizinstudium gelten, hier hat sich nach der Einführung von Zugangsbeschränkungen der Anteil von Studierenden aus sozialen schwachen Familien halbiert. [...]

Cortolezis-Schlager (VP): „Wir müssen den Fokus weiter auf die Weiterentwicklung des Stipendienwesens legen“, so Cortolezis-Schlager. Sie wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die staatliche Studienförderung von 2000 (105 Millionen Euro) bereits auf rund 200 Millionen Euro im Jahr 2009 erhöht wurde. 25 Prozent der Studierenden erhalten eine Studienförderung. „Wir brauchen die entsprechenden Rahmenbedingungen, um ein rascheres Studieren zu ermöglichen. Dafür benötigen wir neue Modelle zur Studienplatzfinanzierung, und dazu gehört auch ein Beitrag der Studierenden.“ Die ÖVP-Wissenschaftssprecherin wies darauf hin, dass ein geregeltes Zugangsmanagement auch international üblich sei. [...]

Rektor Sünkel: Gesetzestexte oft Quelle der Ineffizienz

Rektor Sünkel meint zur Kritik der Wissenschaftsministerin an der Effizienz der Universitäten: „Gesetzgeber soll sich Beispiel an Unis nehmen“

   Mit Erstaunen nimmt die Universitätenkonferenz (uniko) die jüngste mediale Kritik von Bundesministerin Beatrix Karl zur Kenntnis, wonach es an den Universitäten „durchaus Effizienzdefizite“ gäbe. uniko-Präsident Hans Sünkel hält dazu Folgendes fest: „Gerade die Universitäten haben mit Wirksamwerden des Universitätsgesetzes 2002 seit Anfang 2004 bewiesen, dass sie die internen Abläufe entscheidend verbessert haben.“ Der Gesetzgeber, dessen Texte in vielen Fällen eine Quelle der Ineffizienz darstellen, möge sich daher bei den Versuchen zur Hebung des Wirkungsgrades in der Verwaltung ein Beispiel an den Universitäten nehmen.

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GRÜNE: „Politikversagen ist nicht mit Studiengebühren kompensierbar“

   Gemessen am BIP sinkt der Anteil für Bildungsausgaben kontinuierlich, obwohl alle maßgeblichen Experten eine höhere Dotierung fordern. „Trotz Sparnotwendigkeiten müsste aber in Bildung investiert werden. In Deutschland etwa wurden trotz des Sparprogramms die Ausgaben für Bildung erhöht. Das müssen sich Faymann, Pröll und Karl zum Vorbild nehmen“, so Van der Bellen.  „Politisch und arithmetisch kraus“ ist Karls vorgeschlagener Lösungsversuch. Studiengebühren mit ausreichender sozialer Absicherung können nach Adam Riese nie die Gehälter von drei Viertel der Professorinnen und die Zusammenlegung und Schließung ganzer Einrichtungen kompensieren.
„Wenn Karl ernsthaft glaubt, dass Universitäten nur mehr durch die Beiträge von Studierenden zu retten sind und die Qualität der Lehre nur durch massive Reduktion der Studierenden sicher gestellt werden kann, so muss das als Bankrotterklärung gesehen werden, die einen Rücktritt nahelegt. Man kann nicht jedes Politikversagen durch Studiengebühren kompensieren wollen“, so Grünewald, der sich gegen Studiengebühren ausspricht.
Link: gesamte OTS-Pressemeldung
Link: GRÜNE Hochschul-Finanzierungsempfehlungen