Monatsarchiv: Oktober 2010

Masterstudium ohne Familienbeihilfe. Und sonst: Rundumschlag gegen Studierende

ÖH-OTS:

Die Zukunftzerstörung im Detail:
- Kürzung der Familienbeihilfe: Die Familienbeihilfe wird grundsätzlich ausgezahlt, wenn die Studierenden in Mindeststudiendauer plus 2 Toleranzssemester im Bachelor bzw. Mindeststudiendauer plus 1 Toleranzsemester im Master studieren und einen jährlichen Leistungsnachweis erbringen. Mit der Senkung des maximalen Bezugsalters für die Familenbeihilfe auf das vollendete 24. Lebensjahr (= 24. Geburtstag) wird den Studierenden auf einen Schlag die Existenzgrundlage entrissen.

Studierende zwischen 24 und 26/27 Jahren bzw. deren Familien verlieren mit der geplanten Verschlechterung jährlich Euro 2.685,90 (13x Familienbeihilfe á Euro 152,70 plus 12x Kinderabsetzbetrag á 58,40). Davon sind mindestens 35.000 Studierende ab 1.1. 2011 betroffen, wenn die Bundesheer- bzw. Zivildienstregelung nicht weitergeführt wird sind es sogar 43.000 Studierende.

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Studiengebühr durch die Hintertür

Jugend, Familien und Bildungsperspektiven in Österreich müssen für den Weiterbau des laut europäischen Verkehrsexperten sinnfreien „Blau-Schwarzen Gedenktunnels“ büßen. ZIB-2-Interview mit den Ministern Hundstorfer und Mitterlehner: Klick auf die Abbildung links oben (Dauer 8 Min.).

Wien (ÖH-OTS) – „Derzeit beziehen knapp 43.000 Studierende über dem vollendeteten 24. Lebensjahr die Familienbeihilfe – die Streichung bringt der Regierung 130 Millionen und bei den Hochschulen werden nur die Kürzungen zurückgenommen – das zeigt, dass die Hochschulen und die finanzielle Absicherung von Studierenden der Regierung völlig gleichgültig sind“, erklärt Thomas Wallerberger vom ÖH-Vorsitzteam.

„Den Studierenden werden pro Jahr 2.685,90 Euro weggenommen (13x Familienbeihilfe à 152,70 Euro + Kinderabsetzbetrag à 58,40 Euro) – darüber hinaus sind an die Familienbeihilfe auch andere Vergünstigungen wie etwa das Semesterticket gekoppelt – das erhöht den Betrag noch weiter“, sagt Mirijam Müller, ÖH-Generalsekretärin. „Bereits jetzt sind viele Studierende armutsgefährdet – jetzt verschärft sich die Situation noch weiter!“
Link: ORF, Kritik an politischer Entscheidung.

Bitte hier weiterlesen: 61% der Studierenden sind dzt bereits erwerbstätig…

Fatale Effekte der Regierungsklausur

   Schon jetzt arbeiten 80% der Studierenden, um sich ihren
Lebensunterhalt zu verdienen. Nebenbei soll das Studium noch in Mindesstudienzeit absolviert werden, sonst warten Studiengebühren. Mit dem Wegfall der Familienbeihilfe werden diese Studierenden noch zusätzlich unter Druck gesetzt. „Die Vorstellung, dass Menschen mit 18 Jahren ein Studium beginnen und dieses dann ungestört abschließen, ist absolut realitstsfern. Ganz zu schweigen davon, dass mit einer Kürzung die Absolvierung unbezahlter Praktika und sonstiger Zusatzausbildungen künftig für die meisten Studierenden unmöglich sein wird,“ empört sich Veronika Helfert vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

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Intensivpatient Universität

Kurt Grünewald,

Keine Offensive bei Bildung und Forschung zu erkennen

Wien (OTS) – „Die Intensivpatienten Universitäten und Fachhochschulen bekommen nach den bekannt gewordenen Vorhaben der Regierung gerade einmal Pflegestufe 1″, stellte der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, fest. Dazu komme noch, dass sich die Regierung das bisschen Geld, das sie der Bildung gönnt, postwendend bei den Studierenden holt – über die Neuregelung der Familienbeihilfe. „Das ist schlicht Chuzpe.“ Die Pläne der Regierung stünden in keinem Verhältnis zu den Notwendigkeiten. „Von verschiedensten Seiten wurde die Notwendigkeit in Bildung und Forschung zu investieren betont. Laut Aussage der Rektoren fehlt den Universitäten eine ganze Milliarde. Um die vom Parlament beschlossenen und auch in der Regierungserklärung festgehaltenen 2 Prozent am BIP zu erreichen müssten die Budgets jährlich und additiv um zumindest 300 Millionen steigen“, so Grünewald.

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GÖD zu unqualifizierten Angriffen von VP-Staatssekretär Lopatka und SP-Klubobmann Cap

GÖD    I.
Lopatka greift die „üppige Pensionskassenregelung für Professoren durch einen Dienstgeberbeitrag der Universität von 10 %, für alle anderen ArbeitnehmerInnen an den Universitäten in Höhe von 3 % des monatlichen Bruttobezuges“ an.

Im Kollektivvertrag haben die KV-Partner GÖD und Dachverband der Universitäten diese Lösung gefunden, um es den Universitäten zu ermöglichen, am internationalen Arbeitsmarkt Professorinnen und Professoren für die österreichischen Universitäten zu gewinnen. Vor Inkrafttreten des KV am 1. Oktober 2009 bezogen Universitätsprofessoren eine Beamtenpension, in Deutschland tun sie dies heute noch. Im Hinblick auf die innerösterreichische und die internationale Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Universitäten musste eine Ersatzlösung für den Wegfall der Beamtenpension gefunden werden.

Zur Verdeutlichung:

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Rektor Bast stellt drei Fragen an Josef Cap

   Haben Sie eigentlich jemals einen Blick in die tausenden Seiten an Bilanzen, Leistungsberichten und Wissensbilanzen gewagt, die alle Universitäten seit 2004 laut Gesetz jährlich erstellen und veröffentlichen müssen, wenn Sie behaupten, dass die Rektoren nur für mehr Transparenz und Effizienz sorgen müssten, dann wären die Finanznöte der Unis gar nicht so dramatisch? -

   Glauben Sie wirklich, dass die seit Jahren durch internationale Studien ausgewiesene Unterfinanzierung der österreichischen Universitäten durch die Einführung von e-learning Instrumentarien saniert werden kann? -

   Mit welchen Argumenten wären seinerzeit Studien Checker erfolgreich gewesen, um Sie davon zu überzeugen, dass Sie nicht nur vom Studium der Rechtswissenschaften auf Politikwissenschaften umsteigen (beides „Massenstudien“), sondern besser gleich in ein MINT-Fach an die Technische Universität wechseln sollten? 

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Regierungsklausur: 80 Mio € für Unis

Das sind um ca. 100 Mio € zu wenig für 2011. Der Uni-Betrieb (Betreuungsverhältnis) wird sich so nicht verbessern lassen. Die Ignoranz der Regierenden gegenüber der Bedeutung der Bildung wird einem wiederum aufgedrängt. Wegen der de facto steigenden Ausgaben der Unis, wird die Bildung wieder unterdotiert. Die Unis werden sich das Geld auch noch mit den Fachhochschulen teilen müssen (FH-Studienplatzvermehrung /-ausbau).
Holen will sich die Regierung das Geld zum Teil aus dem Wegfall der 13. Familienbeihilfe und der Vorverlegung der Beendigung der Familienbeihilfe um 2 Jahre.
Ein Bumerang mit Einschlagpotenzial.

Link: derStandard.at. Studentenvertreter entsetzt, Gewerkschaft zufrieden
Link:
Homepage des VSStÖ
Link:
Kogler, Finanzsprecher der GRÜNEN, Von Investitionen in Bildung und Universitäten in der notwendigen Höhe ist weit und breit nichts zu sehen. Die dafür vorgesehenen Ausgaben sind angesichts des Bedarfs eine Provokation.
Link:
ÖH-Stellungnahme, Totalversagen der Regierung auf Kosten der jungen Generation.
Link zur Stellungnahme der Universitätskonferenz der RektorInnen, uniko

Das EINE Faculty-Modell für Österreich gibt es nicht

Brief des Generalsekretärs des BMWF an die Universitäten mit Ankündigung der Verschiebung der Konferenz zum Faculty-Modell (s.weiter unten).

Sehr geehrte Damen und Herren!

Vor dem Sommer haben wir Sie um Ihre Anregungen zum Thema „Faculty Modell“ ersucht. Besten Dank vorweg an all jene, die eine erste Stellungnahme abgegeben haben!

Zahlreiche Rückmeldungen haben uns erreicht, die mitunter eines einmal mehr gezeigt haben: das EINE Modell, das für Österreich passend wäre und von den verschiedenen beteiligten Gruppen als positive Weiterentwicklung angesehen wird, gibt es so noch nicht.

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Betriebsräte protestieren

Betriebsräte der MedUnis Wien, Innsbruck und Graz

Österreich ohne Spitzenmedizin!

Betriebsräte der Medizinischen Universitäten Österreichs warnen vor drohenden Leistungskürzungen an den Kliniken Wien, Graz und Innsbruck.

Sollten die Budgetkürzungen des Universitätsbudgets, wie angekündigt, schlagend werden, drohen massive Einschnitte an Universitätskliniken Österreichs.
Die beabsichtigte Kürzung des Universitätsbudgets hat an den Medizinischen Universitäten  eine Personalreduktion um fast 500 Stellen bis 2013 zur Folge. Dies bleibt nicht ohne negative Folgen: Forschung, Studienplatzqualität, und unsere PatientInnen werden darunter leiden.

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Parlament live. Heute: Stand der Budgetvorbereitungen


RednerInnenliste:
http://www.parlament.gv.at/pd/rzv/NR/rzv_rednerliste.shtml?1017718#lfd_R

Live-Übertragungslink:
http://derstandard.at/?page=parlamentlive

Audimax. Besetzung und Räumung – quasi simultan

http://orf.at/ berichtet über den von Reaktionen begleiteten Teil der Studierendenproteste:

20.10.2010 [...] Gegen 8.15 Uhr erschienen die Polizeibeamten, die von wartenden Jusstudenten mit „Ein Hoch auf die Exekutive“ begrüßt wurden. Unmittelbar danach begann wieder der Vorlesungsbetrieb mit einer Lehrveranstaltung des Jusdekans Heinz Mayer. Auch in allen anderen kurzfristig besetzten Hörsälen finden wieder reguläre Veranstaltungen statt.

Kritik an Besetzung
Zuvor hatten die Teilnehmer der als „alternative Vollversammlung“ titulierten Veranstaltung über Nacht den Saal in Beschlag genommen. Eine „Volksküche“ wurden eingerichtet, ein DJ legte Musik auf. Die Besetzung hatte nicht nur beim Rektorat für Kritik gesorgt. Auch Jusstudenten protestierten gegen die „Besetzung“ mit Zwischenrufen wie „Setzt euch rüber zu McDonald’s“ und „Die Philosophiefakultät ist weiter drüben“. Die Besetzer konterten mit „Das ist ein öffentlicher Raum“.
„Aktionen wie diese schaden den heute gemeinsam formulierten Zielen und den bevorstehenden Verhandlungen“, war einer in der Nacht auf Mittwoch auf der Homepage der Uni Wien veröffentlichten Mitteilung zu entnehmen. Eine entsprechende Anzeige sei bei den Sicherheitsbehörden bereits eingebracht worden, war weiter zu lesen. [...]

Link zum ORF-Bericht

Wenn Sie glauben Bildung ist zu teuer, versuchen Sie es mit Ignoranz

Fotos vom reaktionslos gebliebenen Teil des Protests der Wiener Studierenden – für das Album von Vizekanzler Pröll.

Link zu den Protesten in Graz: Alle Ebenen der Universität vereint gegen eine „Regierung der Ingoranz“.

Link zur ZIB24-Diskussion: Kapfinger, unibrennt, und Broukal, ehem. SP-Wissenschaftssprecher („Gemeinsame Proteste“, Zeitmarke 3:50 Minuten):

Link zur Uni-Vollversammlung an der MedUni Wien

Uni-Vollversammlungen. uniko-Nachlese

Die uniko (ehem. Rektorenkonferenz) berichtet über die bei den Uni-Vollversammlungen präsentierten Folgen des Budget-Sparkurses für die Universitäten

   Der angekündigte Sparkurs der Bundesregierung und ihre Säumigkeit bei der Lösung der dringlichsten hochschulpolitischen Probleme – insbesondere der Frage einer ausreichenden Finanzierung – hat die Rektorate zur Abhaltung von Universitätsversammlungen an allen Universitätsstandorten bewogen. Diese greifen damit eine Initiative der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) auf und möchten die Öffentlichkeit über mögliche Konsequenzen des angekündigten Sparkurses für den weiteren Betrieb der Universitäten informieren.

   Auch wenn die Globalbudgets für die Leistungsvereinbarungsperiode von 2010 bis 2012 gesichert sind, wird es als Folge der sich verschlechternden Studienbedingungen (steigende Studierendenzahlen, gleich bleibendes Budget) bereits im laufenden Studienjahr zu spürbaren Qualitätseinbußen kommen. Ab 2013 fehlen allein zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes der Universitäten rund 300 Millionen Euro jährlich, wobei der eigentlich anzustrebende Ausbau (Studienplätze, bessere Betreuungsrelationen, Infrastruktur, Gebäude) erhebliche zusätzliche Mittel erfordern würde. Sollte die Regierung ihre Ankündigungen, das Universitätsbudget für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode 2013 bis 2015 einzufrieren und damit real zu kürzen in die Tat umsetzen, würde das an den Universitätsstandorten unweigerlich einen Abbau von Universitätspersonal bzw. die Schließung von Studiengängen oder ganzen Instituten zur Folge haben. Diese Auswirkungen fänden bereits deutlich vor 2013 ihren Niederschlag.

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HochschülerInnenschaften in Wien: Aufruf zu Vollversammlung und Demo

Aufruf zu Vollversammlung und Demo gegen Uni-Budget-Kürzungen

Sterndemo mit Abschlusskundgebung um 18.00 Uhr am Ballhausplatz ist gemeinsamer Höhepunkt des Tages voller Veranstaltungen und Aktionen

   Wien (OTS) – Die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaften an den Wiener Universitäten und die Bundesvertretung rufen gemeinsam zu den Universitätsvollversammlungen am Dienstag, 19.10. auf. Lange genug haben sich die Angehörigen der Universitäten gegeneinander ausspielen lassen. Um vom Problem der krassen Unterfinanzierung abzulenken, hat die Politik mit Scheindiskussionen Lehrende und Studierende auseinanderdividiert. Mit den ignoranten Budgetplänen im Bereich von Bildung, Wissenschaft und Forschung hat sich die Bundesregierung völlig aus der Verantwortung um die Zukunft dieses Landes genommen.
   Gemeinsam mit den Rektoraten rufen die Vertretungen der Studierenden zu den wienweiten Universitätsvollversammlungen auf. Studierende, Lehrende und auch alle Bediensteten fordern die ausreichende öffentliche Finanzierung der Hochschulen in Österreich. Wer die Universitäten im Stich lässt, die unabhängige Wissenschaft an die Wand fährt und der Bildung den Strick dreht, nimmt einem ganzen Land und besonders den kommenden Generationen alle Chancen.
   Im Anschluss findet eine Sterndemo von den jeweiligen Vollversammlungen zum Parlament statt, die in einer Abschlusskundgebung um 18 Uhr am Ballhausplatz endet.

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Akademie der Wissenschaften zu Forschung, Lehre und Bildung

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wandte sich am 15. Oktober 2010 mit einer Resolution an die Österreichische Bundesregierung und das Österreichische Parlament

   Seit mehreren Jahren öffnet sich für die meisten österreichischen Universitäten die Schere zwischen stark steigenden Studierendenzahlen und damit nicht parallel gehender budgetärer Ausstattung. Bereits seit dem Parlamentsbeschluss im September 2008 war absehbar, dass ein weitgehend freier Universitätszugang und der Verzicht auf Studiengebühren zu Unplanbarkeit und Unterfinanzierung und damit zu Qualitätsverlust in der universitären Ausbildung beitragen. Weder in westlichen Industrieländern noch in den aufstrebenden Staaten Asiens, schon gar nicht an den 100 weltweit führenden Universitäten, existiert ein vergleichbares System. Wir halten in diesem Zusammenhang fest, dass sich die ÖAW aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber unserer Jugend uneingeschränkt mit allen zur Optimierung der universitären Ausbildung notwendigen Maßnahmen identifiziert. Die Forderung der Bundesregierung und des Parlaments an die österreichischen Universitäten, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, ist unter diesen Umständen unzumutbar. [...]

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