Monatsarchiv: Februar 2011

Strafe für Studierenden-Protest im Parlament

Siebzig Euro Strafe “wegen ungerechtfertigter Störung der öffentlichen Ordnung”. Falls uneinbringlich droht eine Ersatzfreiheitsstrafe von 70 Stunden. Der Budgetbeschluss war Grund für die Protestaktion von Studierenden im Parlament im Dezember 2010 gewesen. ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer hat bereits 18 Monate Parlamentsverbot ausgefasst.

    Aus der damaligen Stellungnahme der ÖH: “Faymann und Pröll streichen bei Familien, Kindern, Bildung und Pflege – das ist ein feiger und zukunftsfeindlicher Angriff auf die Schwächsten unserer Gesellschaft”, so Sigrid Maurer von der ÖH Bundesvertretung. “Dabei noch von sozialer Gerechtigkeit zu sprechen ist blanker Hohn und an Böswilligkeit nicht zu überbieten”, ärgert sich Maurer. “Diese Regierung versagt in sämtlichen Zukunftsfragen. Mit beispielloser Ignoranz werden die Hochschulen seit Jahren ausgehungert – und nun wird den Studierenden auch noch die Existenzgrundlage geraubt. Die Kürzung der Familienbeihilfe zwingt tausende junge Menschen zum Studienabbruch”, erklärt Mirijam Müller, ÖH-Generalsekretärin. “Die Versager-Regierung beweist wieder einmal himmelschreiende Gleichgültigkeit gegenüber den Sorgen und Nöten von Studierenden”, so Müller weiter [...].

Link: Eine Originalstrafverfügung liegt dem Standard vor

 

Der Umgang mit jungen ForscherInnen ist nicht ehrlich

Das Einwerben von Drittmitteln und unbefristete Stellen dominieren den Alltag von Wissenschaftlern. Tanja Traxler sprach mit Wisssenschaftsforscherin Ulrike Felt.
Link: derStandard.at

Die Veranstaltungsreihe “Club Research” widmete sich unter dem Titel
“Von der Forschung leben: Arbeitsverhältnisse in der Wissensproduktion” dem Arbeitsalltag von ForscherInnen.
Link: Von der Forschung leben: Arbeitsverhältnisse in der Wissensproduktion

Stellungnahmen der Opposition zum UG-Beschluss des Wissenschaftsausschusses

Kurt Grünewald,

   GRÜNE: “Kosmetische Korrekturen sind zu wenig, die Universitäten brauchen endlich einen ‘großen Wurf’. Was die Regierung tut sind aber lediglich mikrochirurgische Eingriffe”, reagiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, anlässlich des gestrigen Wissenschaftsausschusses im Parlament verärgert.
   “Wenn die Budgets sinken und die Zahl der Studierenden steigt, ist es Aufgabe der Regierung, zukunftsgerichtete Strategien zu entwickeln und auch umzusetzen. Es ist eine peinliche Augenauswischerei, wenn man eine verpflichtende Studienwahlberatung vorsieht und dafür keinen müden Euro investieren will. Wenn im Vorblatt zur Novelle von keinen unmittelbaren finanziellen Auswirkungen die Rede ist und man gleichzeitig weiß, dass sich die Zahl der Beratungen mindestens vervierfachen wird, werden Studierende keine qualitative Beratung bekommen. Davor die Augen zu verschließen, wie die Regierung es tut, zeugt von Chuzpe”, meint Grünewald und weist darauf hin, dass sich hier ohne konsequente Oberstufenreform im Schulbereich wenig ändern wird.
   “Völlig unausgegoren bleiben auch die Einstiegs- und Orientierungssemester und es ist zu bezweifeln, dass ein Überblick über die wesentlichen Inhalte eines Studiums und dessen weiteren Verlauf vermittelt werden kann, wenn dafür nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Gerade schlecht ausgestattete Unis, mit ihren schwachen Raum- und Personalressourcen, werden wieder gezwungen sein, diese Missstände durch knock-out-Prüfungen zu ‘kaschieren’”, erklärt der Wissenschaftssprecher der Grünen.

BZÖ- und FPÖ-Stellungnahmen bitte hier weiterlesen!

UG-Novellenentwurf 2011 passiert Wissenschaftsausschuss mit SP-VP-Mehrheit

 

Wien (PK) – Eine Neuregelung der Studieneingangs- und Orientierungsphase soll den Universitäten eine bessere Planung des Einsatzes ihrer Ressourcen ermöglichen. Kern der diesbezüglichen Novelle zum Universitätsgesetz 2002 ist die Vorschreibung verbindlicher Prüfungen, deren Ergebnis über die Berechtigung, das Studium weiterzuführen, entscheiden soll. Die Regierungsvorlage passierte heute (23.2.2011) unter Berücksichtigung eines Abänderungsantrags den Wissenschaftsausschuss mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP mehrheitlich.  (Hinweis: Novelle 2011 zum UG2002  auf der Tagesordnung des Parlamentsplenum am 1.3.2011)

   Die Opposition kritisierte den Entwurf scharf. Die Neuerungen würden die konkreten Probleme der Universitäten in keiner Weise lösen, mit gleichbleibenden Ressourcen werde man auch keine qualitätsvolle Studienberatung gewährleisten können, so der allgemeine Tenor von FPÖ, Grünen und BZÖ.

Zusammenfassung der Debatte bitte hier weiterlesen!

Einnahmequellen Europäischer Universitäten

Graphik vergrößern mit Klick auf die Abbildung; aus:  Financially Sustainable Universities, Publikation der European University Association, 22.2.2011 (unter dem angegebenen Link nur nach Mehrfachversuchen herunterladbar).

   Die europäischen Universitäten rechnen mit Einschnitten bei ihrer staatlichen Finanzierung. Das zeigt eine Studie der European University Association (EUA). Demnach erwarten 53 Prozent der befragten Hochschulmanager ein Absinken der staatlichen Mittel für die Lehre, 30 Prozent glauben an gleichbleibende öffentliche Unterstützung, nur 17 Prozent gehen von einem Anstieg aus. Etwas besser sieht es bei den Forschungsmitteln aus: 30 Prozent gehen von einem Sinken aus, 28 Prozent von einem Anstieg und 41 Prozent von einer Stagnation,

berichtet Der Standard

UG-Novelle 2011 morgen im Wissenschaftsausschuss

Die Parlamentsdirektion teilt mit, dass am Mittwoch, 23. Februar, 11.00 Uhr, der Wissenschaftsausschuss tagt:

   Der Wissenschaftsausschuss diskutiert eine Änderung des  Universitätsgesetzes 2002, wobei es insbesondere um die  Neuregelung des Anmeldesystems und der Studieneingangsphase geht.  Weiters steht ein Abkommen mit Serbien über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit auf der Tagesordnung. Anträge der Opposition zum Ausbau der Studienbeihilfe sowie zur Angleichung der Zahl ausländischer Studierender an Österreichs Universitäten an den OECD-Durchschnitt runden die Themenpalette der Sitzung ab.

Link:Veranstaltungen der Parlamentswoche“. Hinweis: Die in der “Parlamentswoche” angeführten Veranstaltungen sind grundsätzlich nicht öffentlich, TeilnehmerInnen benötigen eine Einladung.
Link: Zusammenfassung der Debatte im Wissenschaftsausschuss v. 23.2.2011

Nachtrag zum Uni-Kollektivvertrag 2011

   Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und Dachverband der Universitäten (Rektoratsvertretungen) zur Novellierung des Uni-Kollektivvertrags (KV).

   Die Änderungen betreffen § 49 (Lohnerhöhung), § 54 (Gehaltsschema inkl.  IIIb, R1 zur Journaldienst-Berechnung), § 69 (Journaldienst-Entgelterhöhung bei Teilzeitbeschäftigung), § 79 (bei Übertritt in den KV), § 81 (Gehälter), sowie die §§ 4, 54, 56 und 70.

Link: Gesamter Text des ab 1.1.2011 geltenden Uni-Kollektivvertrags mit bereits eingearbeiteten Änderungen.
Link: die aktuellen Änderungen separat im Überblick.
[Link: zum bisher gültigen Uni-KV (1.1.2010)]
Link: gemeinsame Erklärung zur Kinderbetreuung an Unis mit Betrieb außerhalb der Normaldienstzeiten.
Link: gemeinsame Erklärung zu Entgeltbegriff und LektorInnenverträgen.

Finanzielle Ausdünnung der Universitäten. Auch Spitalsärzte wehren sich

 Qualität der Ausbildung und der medizinischen Versorgung steht auf dem Spiel.

   Wien (OTS) – Die Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer warnt vor einer weiteren Ausdünnung der finanziellen Mittel an den Universitäten. Die Beschneidung des Budgets würde langfristig zu einem massiven Qualitätsverlust in der medizinischen Versorgung führen. Zudem sei die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses gefährdet, und auch der Wissenschaftsstandort Österreich sei bedroht, schlug Bundeskurienobmann und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer am Donnerstag in einer Aussendung Alarm.

   Alleine an der MedUni Wien stünden 180 Stellen auf dem Spiel, frei werdende Stellen würden derzeit brach liegen. Ähnliche Probleme würden auch an den anderen öffentlichen MedUnis manifest – österreichweit könnten bis 2013 bis zu 450 Stellen an den medizinischen Universitäten abgebaut werden. Mayer: “Darunter leidet die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses, in weiterer Folge wird der rigorose Sparkurs somit auch an die Bevölkerung weitergegeben. Über kurz oder lang wird zudem der gute Ruf der heimischen Forschung nachhaltig beschädigt – mit knappen finanziellen Mitteln ist umfassende Forschungsarbeit nicht mehr möglich.” Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Universitäten wird damit ebenfalls gefährdet.

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STANDARD Interview mit dem Uni-Basel-Rektor Loprieno

Schweiz bekennt sich zu Unis mehr als Österreich. Rektor Loprieno über Universitäten als Objekt eidgenössischen Nationalstolzes, sakrosankten freien Zugang und den Punkt, wo die (Aus-)Wahlfreiheit der Unis anfangen soll

Standard: Sie gehören der von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl eingesetzten Expertengruppe zur Erarbeitung eines Hochschulplans für Österreich an. Was kann Österreich in der Hochschulpolitik von der Schweiz lernen?
Loprieno: Ich glaube nicht, dass man sagen kann, dass das Schweizer System besser ist als das österreichische. Aber ich glaube, dass es den Schweizer Universitäten besser geht als den österreichischen. Ein Grund ist eine enorme Disparität in der Zahl der Studierenden. Wir haben 120. 000 Studierende an zwölf Universitäten, Österreich hat mehr als doppelt so viele, die an 22 österreichischen Universitäten studieren. Durch diese numerische Größe ist die Führung und Finanzierung des österreichischen Hochschulsystems komplexer und schwieriger. Der zweite Grund für die momentan bessere Lage der Schweizer Unis ist die Form der Finanzierung. Sie sind grundsätzlich kantonal finanziert mit einem mehr oder weniger substanziellen staatlichen Beitrag. Das führt zu einem viel größeren Wettbewerb der Unis als in Österreich.

Standard: Aber ganz prinzipiell ist es doch so, dass die Schweiz traditionell mehr Geld in den Hochschulbereich gesteckt hat.
Loprieno: Ja, wenn man sich diese Statistiken ansieht, steht die Schweiz mit Sicherheit höher als Österreich. Aber der reale Unterschied ist, dass die Finanzierung der Universitäten für die Schweiz auch eine Form der Auszeichnung der Administration der eigenen kantonalen Universität ist. Man bekennt sich zur eigenen Universität mehr als in Österreich.
Link: Das gesamte Interview
Link: Antonio Loprieno
Link: Hochschulplan

Österreich darf nicht sitzen bleiben

Forderungs-Kurztext für das Unterstützungs-erklärungsformular. Die Kurzbezeichnung des Volksbegehrens lautet “Volksbegehren
Bildungsinitiative”

“Wir fordern mittels Bundes(verfassungs)gesetzlicher Regelung ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das so früh wie möglich alle Begabungen des Kindes fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des LehrerInnen-Berufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für UNIS auf 2 Prozent des BIP bis 2020″. 

Unter dem Link: http://www.nichtsitzenbleiben.at/ werden Fragen der Unterstützungswilligen beantwortet.

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Studierendenreduktion, unzureichende Studienplatzfinanzierung lösen kein Bildungsproblem

Kurt Grünewald,

   “Dass ein Ministerium öffentlich eingesteht, die Kosten eines Studienplatzes in den unterschiedlichsten Studienrichtungen nicht zu kennen, gleicht einem Eingeständnis jahrelanger Versäumnisse”, erklärt der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald und meint: “Die Kosten eines Studienplatzes zu ermitteln ist kein Tabubruch. Erst wenn wir die Kosten kennen, wird ersichtlich, wie unterdotiert Österreichische Universitäten sind und wie berechtigt unser Wunsch nach ausreichenden Ressourcen ist. Die Ergebnisse müssen aber auch zu mehr Mitteln für die Unis führen, denn sich einfach hinzustellen und zu sagen ‘mehr Geld gibt es nicht und ausreichende Qualität kann nur durch Reduktion von Studierendenzahlen garantiert werden’, wird Österreich im Ranking der Bildungsbeteiligung noch weiter zurückwerfen”, warnt Grünewald.

Bitte hier weiterlesen: Studienplatzkosten; Verantwortung für Uni-Politik

ÖH goes Web 2.0 – Relaunch der Internetpräsenz

   Mit einer  Fülle von Informationen über Studierendenbelange, Services, Politisches findet die neue Präsentation der Österreichischen HochschülerInnenschaft  (ÖH) im Internet statt. Als Blog-Plattformkombination wurde ein Web-2.0-Mashup gewählt, welches trotz des Informationsvolumens  den Überblick nicht verlieren lässt. YouTube- und andere Social-Media-Funktionen sind (natürlich) inkludiert. Auf der Blog-Site zwar ganz unten positioniert, aber doch rasch auffindbar ist auch das relativ rezent konzipierte Studien- und Sozialrechtsberatungs-WIKI.

   Auf den ersten und zweiten Blick eine gelungene technische Unterstützung der interaktiven Kommunikation zwischen ÖH und den Studierenden.

Demo für Frauenrechte 19.3.2011

 

    Am 19. März ab 13.00 Uhr, Treffpunkt Schwarzenbergplatz, demonstrieren Frauen (Männer sind willkommen) in Wien für Frauenrechte. Österreichische Frauenorganisationen der Plattform www.20000frauen.at rufen zu einer Demo auf der Wiener Ringstraße auf

Ziel dieser Demonstration ist es, mit zeitgemäßen Forderungen darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen noch immer nicht gleichgestellt sind. Auch die ÖGB-Frauen und die GÖD-Frauen haben sich diesem Aufruf angeschlossen.

Liessmann im Club 2. Rektor Töchterle: “Rückwärtsgewandte Ideale!” (YouTube Archiv Okt. 2010 als Ferienlektüre)

Unis am Abgrund?
Vertragen wir so viele StudienanfängerInnen und so wenige AbsolventInnen?
Der Zwang der pragmatischen Kapazitätsgrenzen.

 

Liessmann zitiert Hegel: “Wenn es Widersprüche gibt zwischen Idee und Wirklichkeit, desto schlimmer für die Wirklichkeit.”

Qualitätserhalt durch Absenken der Studierendenzahlen

Kurt Grünewald,

Solange  die Unterfinanzierung der Universitäten nicht behoben wird, sind andere universitätsbezogene Maßnahmen bildungspolitisch nicht zielführend.
In diesem Sinne wirft Kurt Grünewald, der Wissenschaftssprecher der Grünen, der Wissenschaftsministerin vor, Österreich zum Nachzügler in der Hochschulpolitik zu machen.

   “Alter Wein in neue Schläuche”, meint Grünewald angesichts der ziellosen Hochschulpolitik der Wissenschaftsministerin. “Dass manche Berufe mehr als andere nachgefragt werden, ist nicht neu. Wie es weniger GoldschmiedInnen als AutomechanikerInnen gibt, gilt dies auch für NumismatikerInnen und JuristInnen. Dass das Wissenschaftsministerium diese Entwicklungen über Jahrzehnte verfolgt und nun Hilfe schreit, stellt den Verantwortlichen kein gutes Zeugnis aus”, zeigt sich Grünewald verärgert. “Mag sein, dass die Wissenschaftsministerin glaubt, es gäbe größere Katastrophen als Studiengebühren – dass aber das Stipendiensystem großzügig ausgebaut wird, scheint in Anbetracht der Budgetlage völlig unglaubwürdig. Der Ausbau auf europäisches Niveau – wo vielfach weit über 50 Prozent der Studierenden Beihilfen empfangen – würde nämlich ein Vielfaches dessen kosten, was neue Studiengebühren einspielen”, gibt Grünewald zu bedenken.

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