Im Hinblick auf den bevorstehenden Nationalratsbeschluss (29. April 2011, Link: siehe Tagesordnung Parlament) über den Budgetrahmen bis 2015, ziehen die Klagen bezüglich der angekündigten restriktiven und riskanten Sparpolitik der Regierung immer weitere Kreise. Auch der Rektor der MedUni Wien, Wolfgang Schütz, meint, die Regierung müsse der Bevölkerung die Konsequenzen dieser finanzpolitischen Planung kund tun. Hier seine Stellungnahme:
„Finanzrahmen für Wissenschaft und Forschung anheben! Bloßes Halten bringt negative Auswirkungen für Studierende, Forschung und PatientInnen.“
Der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Wolfgang Schütz, hat heute an die Bundesregierung appelliert, beim Ministerrat am kommenden Mittwoch den Finanzrahmen für Wissenschaft und Forschung deutlich anzuheben. „Alles andere wäre eine Gefährdung des heutigen Niveaus von Wissenschaft und Forschung mit schwerwiegenden Folgen und keineswegs jenes Engagement, das für die Bewältigung der Zukunft unseres Landes notwendig ist“, meinte Schütz wörtlich. „Es wäre auch ein Bärendienst am neuen Wissenschaftsminister Töchterle, an dessen Erfolg die gesamte Bundesregierung Interesse haben müsste.“
„Wenn die Bundesregierung den Rahmen nicht anhebt, müsste sie die Menschen in unserem Land auch offen über die Konsequenzen aufklären“, ergänzte Schütz. „Für die Medizinischen Universitäten in Österreich wäre es ein empfindlicher Rückschlag mit Auswirkungen nicht nur auf Studierende und die medizinische Forschung, sondern auch auf Patienten.“
„Im Fall Wien würde neben der Grundlagenforschung auch die Patientenversorgung im AKH unmittelbar betroffen sein. Sollte die Stadt Wien hier nicht kompensatorisch einspringen, könnte die Reduktion der Zahl an Ärztinnen und Ärzten zur Kernarbeitszeit drohen, aber auch zur Einhaltung des Krankenanstalten-Ärztearbeitszeitgesetzes die Vorhaltung an ärztlichem Personal in der Nacht und an Wochenenden im derzeitigen Ausmaß nicht mehr möglich sein.“
„Kommt es wie angekündigt, fehlen der Medizinischen Universität Wien allein zur Aufrechterhaltung des Status quo 2013 bereits 10 Millionen Euro, an allen Medizin-Unis zusammen sind es um die 20 Millionen,“ beziffert Schütz die fehlenden Beträge. „Auch ein gleichbleibendes Budget würde bedeuten, dass aus Haftungsgründen an den Medizinischen Universitäten sofort mit massivem Personalabbau begonnen werden muss. „Eigentlich müssten an der MedUni Wien bis zum 1.1.2013 zumindest 180 Personalstellen abgebaut sein, um danach den Status quo zu finanzieren.“
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