Monatsarchiv: Mai 2011

Tertiärbildung Relevantes aus der Regierungsklausur

Regierungsklausur Semmering Mai 2011, Foto: BKA/Andy Wenzel

Die Regierungsklausur vom 30./31.5.2011 präsentierte 7 Arbeitspakete. Eines davon: Wissenschaft, Forschung, Bildung, Kultur und Medien unter „Österreich weiterbringen im Fahrplan 2011-2013″, darunter Tertiärbildungsrelevantes

■  Weiterentwicklung Pädagogische Hochschulen (Winter 2011)
■  Qualitätssicherung Universitäten/FH (Sommer 2011)
• Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten erhalten einen neuen rechtlichen Qualitätsrahmen und mit der Zusammenführung der einzelnen Qualitätssicherungsagenturen unter einem gemeinsamen Dach wird eine Qualitätssicherung NEU geschaffen. [Link: "Die Presse" berichtet am 31.5.11 über die Eckpunkte des Uni-Qualitätssicherungsgesetzes]
■   Österreichischer Hochschulplan (Winter 2011)
• Im Februar wurde eine internationale Expertengruppe eingesetzt, die aus ihrer Sicht bis zum Sommer erste Empfehlungen vorlegen wird. Leitlinien und Eckpunkte sollen bis Jahresende stehen, dann folgt eine fortlaufende Weiterentwicklung im Sinne eines Entwicklungskonzeptes für den Hochschulraum.
■   Österreichisches Modell Studienplatzfinanzierung (Winter 2011)
• Gesamtmodell einer neuen Universitätsfinanzierung bis Ende des Jahres. Ziel ist, dass bereits bei den nächsten Leistungsvereinbarungen das neue Instrument der Studienplatzfinanzierung parallel zur Test- Anwendung kommt, so dass ein reibungsloser Übergang und eine Umstellung mit den Leistungsvereinbarungen ab 2015 möglich ist.
■   Faculty-Modell für Universitäten (Sommer 2012)
■   Umsetzung Nationaler Qualifikationsrahmen (laufend)
■   Ausbau von Studienangeboten für Berufstätige (Sommer 2012)
■   LLL:2020 Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (Sommer 2011)
■   Wissens- und Technologietransfer (Frühjahr 2012)
• Wissen aus den Unis und Fachhochschulen heraus an Unternehmen transferieren und eine direkte Anwendung ermöglichen. Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Entwicklung sollen verstärkt ineinander greifen. Dafür sind in der FTI-Strategie Wissenstransferzentren vorgesehen.

———–

Link: Stellungnahme der Grünen zu den Themen der Regierungsklausur

ÖH-Wahl 2011

ÖH-Wahlergebnis 2011 (lt. Der Standard, Printausgabe vom 28./29.Mai 2011, Seite 8; DerStandard.at; Noch ohne Pädagogische und Fachhochschulen; an diesen wird erst Mitte Juni gewählt):

Stimmenanteile in % (Änderung gegenüber 2009) und Mandate:
AG             30,8% (-2,5)          23M
GRAS       18,7 (-1,6)               14
VSStÖ      17,5 (+2,7)             12
FLÖ           16,4 (-2,2)              15
JULIS        4,3 (+2,8)                3
RFS             2,9 (+/-0)                1
KSV            2,0 (+/-0)                1
KSV-LILI  1,9 (+0,2)                1
Sonstige     2,5                              3
———————
noch offen (FHs)                      23

Töchterle hat das Papier, will es aber nicht herzeigen

Unkontrollierter Studentenandrang und Unterfinanzierung in den Universitäten. Der Stillstand in der Uni-Politik hält an. Rasche Lösungen sind unwahrscheinlich, während die Zahl der offenen Baustellen steigt

   Noch vor zwei Jahren war es Johannes Hahn, der den Studierendenvertretern als Wissenschaftsminister den fast schon traditionellen Besuch am Wahlabend abstattete. Am gestrigen Donnerstag kam mit Karlheinz Töchterle bereits Hahns Nach-Nachfolger zur Visite. Insgesamt drei Minister hat das Wissenschaftsressort seit 2009 gesehen. Allein: Inhaltlich hat es weit weniger Bewegung gegeben. Töchterle steht vor jenen Problemen im Uni-System, die bereits Hahn nicht beseitigen konnte. Ein Monat vor Semesterende und den Sommerferien scheinen rasche Lösungen unwahrscheinlich, während die Zahl der offenen Baustellen steigt.

bitte hier weiterlesen!

Was haben Sie gemacht? Medial konnte man von Ihnen als Beauftragter für die Wiener Unis wenig hören

Alexander Van der Bellen über seinen Job als Uni-Beauftragter der Stadt Wien im STANDARD-Interview

„[...] Ein Rektor einer Wiener Universität hat mir gesagt, wenn es so bleibt, wie vorgesehen, dann sind sie spätestens 2014 zahlungsunfähig. Was ist dann? Das weiß niemand. Es gibt ein Zauberwort dafür, ich bin gespannt wie sich Minister Töchterle da verhält, das ist die Studienplatzfinanzierung. Das klingt gut, birgt aber enormen Sprengstoff. Nehmen wir das Beispiel Wirtschaftsuniversität Wien. Man wird gewisse Normvorstellungen haben, was ein Student kostet. Dann wird sich herausstellen, dass entweder das Budget der WU deutlich erhöht werden muss, oder die Zahl der Studierenden reduziert wird. Das ist Studienplatzfinanzierung [...]„

Link zum gesamten Interview im Standard.at

MedUni-Betriebsräte: Journaldienstkürzungen an Uni-Kliniken gefährden PatientInnen

Betriebsräte der MedUnis Wien, Innsbruck und Graz

Mit 60 Stunden pro Woche im Halbjahresschnitt arbeitet keine Berufsgruppe so viel wie Spitalsärzte. Im Zuge des wirtschaftlichen Drucks kürzen nun einzelne Krankenanstalten allen voran die Medizinischen Universitäten Wien und Graz die Anzahl der anwesenden Ärzte im Nachtdienst. In den letzten Jahren ist es durch ein Versorgungsdefizit im Bereich der niedergelassenen Ärzte an Wochenenden oder in Nachtzeiten zu einem massiven Ansturm auf die Notfallambulanzen der Universitätskliniken gekommen. Die massive Zunahme der Arbeitsbelastung im Nachtdienst wird durch die neue Burnout–Studie der österreichischen Ärztekammer bestätigt. Die geplante Einschränkung der Zahl der im Nachtdienst anwesenden Ärztinnen und Ärzte führt dazu, dass die Arbeitsbereitschaftsdienste zu Nachtschichtarbeiten werden, was zu unzumutbaren Arbeitsbedingungen führt. Diese Umwandlung von  Journaldiensten mit Ruhezeiten zu durchgehenden Schichtdiensten wird von den Krankenanstalten ohne Rücksicht auf das ärztliche Personal und die Patienten gebilligt. Das nächtliche Durcharbeiten ist gesundheitsgefährdend wie eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck ergeben hat.  Da Belastungen durch 25 Stunden-Schichtdienst auch für Patienten mit Risiken verbunden sind, empfehlen wir dringend von radikalen Sparmaßnahmen Abstand zu nehmen.

Regina Gatternig, Thomas Szekeres, Martin Tiefenthaler 

Vorsitzende der Betriebsräte
für das wissenschaftliche Personal 
der
Medizinischen Universitäten Graz, Wien und Innsbruck

 

Uni-Dachverband zu „Nutzen und Effekte der Grundlagenforschung“ des Joanneum-Research

Dachverband-StatistiK: Klick auf das Folienbild

Der arbeitgeberseitig Uni-Kollektivvertrag abschlussfähige Dachverband der Universitäten nimmt Stellung zur Studie des Joanneum-Research. 
Link zur Joanneum-Research-Studie.  

Abänderungsantrag zum Finanzrahmengesetz

Kurt Grünewald,

Bildung ist die zentrale Entwicklungsressource unserer Gesellschaft. Anstatt so wie in Deutschland trotz Konsolidierungserfordernissen in diesen Zukunftsbereich zu investieren, kürzt die Bundesregierung mit dem vorliegenden Entwurf zum Bundesfinanzrahmengesetz bei den Universitäten in den Jahren 2012 bis 2015 von 3.811 Milliarden auf 3.729 Milliarden Euro. Der vorliegende Antrag möchte diese Bildungsbremse beenden und den Universitäten entsprechend den Vorschlägen der Universitätenkonferenz ab 2013 mit zusätzlichen 300 Mio. Euro jährlich eine sinnvolle finanzielle Basis ermöglichen.

Link: Abänderungsantrag
Link: Entschließungsantrag

Offener Brief der Universitätenkonferenz an die Abgeordneten des Nationalrats

-c- kh

Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Abgeordneter!

Der Nationalrat wird morgen, Mittwoch,  den Bundesfinanzrahmen 2012 bis 2015 verabschieden. Dieser wird unter anderem die Obergrenzen der Ausgaben des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung und somit zum weitaus überwiegenden Teil für die Universitäten in den kommenden vier Jahren festschreiben.

   Die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) hat in den vergangenen Monaten die Bundesregierung, aber auch die Öffentlichkeit wiederholt darauf hingewiesen, dass die Universitäten mit den vorgesehenen Summen allein schon auf Grund der Inflation ab 2013 einen realen Budgetverlust von etwa zehn Prozent hinnehmen müssten. Das heißt: Für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode von 2013 bis 2015 fehlen den öffentlichen Universitäten zur Aufrechterhaltung des Betriebes rund 300 Millionen Euro jährlich; die erforderliche Aufstockung des Hochschulbudgets, um dieses bis 2020 an die zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes heranzuführen – wie vom Nationalrat mehrfach in Entschließungen gefordert – ist in diesen Summen noch gar nicht berücksichtigt.

   Die Fehlbeträge ab 2013 werden durch die im Herbst 2010 beschlossenen „Offensivmittel“ für die Hochschulen nur zu einem geringen Teil kompensiert. Sollte daher die derzeitige Planung des Bundesfinanzrahmens beibehalten werden, sind einschneidende Maßnahmen vor allem im Personalbereich unausweichlich, deren schrittweise Umsetzung bereits jetzt einzuleiten wäre. 

   Die Universitätenkonferenz möchte Sie, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, darauf aufmerksam machen, dass Sie persönlich bei der morgigen Abstimmung die Verantwortung dafür übernehmen, welchen Stellenwert die Universitäten im neuen Jahrzehnt auch im internationalen Vergleich einnehmen werden. Der vorliegende Bundesfinanzrahmen ist jedenfalls nicht geeignet, eine gedeihliche Zukunft für Österreichs Universitäten sicher zu stellen.

Setzen Sie doch bitte ein Zeichen, dass Ihnen das Wohlergehen und die Bedeutung der Hohen Schulen tatsächlich ein Anliegen ist und erwirken Sie eine Gesetzesänderung, die dem Mindestbedarf der Universitäten Rechnung trägt.

Mit freundlichen Grüßen

Univ.Prof. Dr. Hans Sünkel Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz

Aviso: Bundesfinanzrahmengesetz LIVE im Nationalrat

ParlamentMittwoch, 18. Mai ,  Parlament LIVE 

9.00 Uhr: Die Nationalratssitzung am Mittwoch, dem 18. Mai,  wird mit einer Aktuellen Europastunde beginnen.
Eine breite und ausführliche Debatte ist danach zum Bundesfinanzrahmengesetz 2012 bis 2015 zu erwarten, mit dem die Budgetziele für die kommenden Jahre festgelegt werden.

Bundesfinanzrahmengesetz 2012-15 mit SP-VP-Mehrheit im Budgetausschuss empfohlen

 Im Anschluss an das Expertenhearing   (Link: PK, 11.5.2011) für ein Bundesfinanzrahmengesetz 2012 bis 2015  fand im Budgetausschuss die politische Debatte über den Gesetzentwurf statt, als deren Ergebnis die Abgeordneten dem Plenum mit SP-VP-Mehrheit empfahlen, die Regierungsvorlage samt Strategiebericht anzunehmen. Für das Bundesbudget 2012 lautet die Ausgabenobergrenze demnach auf insgesamt 73,6 Mrd. €. Bis 2015 soll das Maastricht-Defizit des Bundes von 3,7 % (2010) auf 1,6 % des BIP (2015) sinken. Das gesamtstaatliche Defizit (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) soll mittelfristig von 4,6 % des BIP (2010) auf 2 % des BIP (2015) reduziert werden. Laut Strategiebericht wird die Quote der Finanzschuld am BIP bis 2013 noch auf 75,5 % steigen und dann bis 2015 auf 74,4 % zurückgehen. Das Bruttoinlandsprodukt soll von 309,2 Mrd. € (2012) um 2 % (2012), 2,1 % (2013) und 2,2 % (2014 und 2015) auf 347,1 Mrd. € (2015) zunehmen. Die Zahl der Arbeitslosen wird von 256.200 auf 249.000 zurückgehen und die Arbeitslosenrate von 4,5 % auf 4,3 % abnehmen, ist dem Strategiebericht zu entnehmen.
Link: Regierungsvorlage
Link: Erläuterungen

Bitte lesen Sie die Stellungnahmen der Oppositionsparteien hier

Uni-Senate: Leistungsreduktionen bei ca 10% realer Budgetkürzung

 

Wien (OTS) – Die Senatsvorsitzenden der Österreichischen Universitäten haben sich am 6. Mai 2011 zu einer Sitzung an der Universität Wien versammelt. Sie freuen sich, dass das verantwortungsvolle Amt des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung dem Rektor einer österreichischen Universität anvertraut wurde. Sie betrachten es als Chance und sprechen ihm dazu ihre Glückwünsche aus.

   Gleichzeitig erinnern sie den neuen Bundesminister daran, welche Überzeugungen er bisher vertrat und welche Forderungen er immer an die Bundesregierung gestellt hat. Gemeinsam mit seinen AmtskollegInnen hat er wiederholt die sich abzeichnende dramatische finanzielle Lage der Universitäten betont. Auch den Appell, dass die Universitäten für 2013 bis 2015 um 300 Millionen Euro pro Jahr mehr Geld brauchen, um auch nur den laufenden Betrieb zu erhalten, hat er mitformuliert und zum eigenen Anliegen gemacht. Die Summe wurde aus konkreten Zahlen und Kostenstellen genau berechnet. Dass der jetzt beschlossene Finanzrahmen dennoch nur marginale Erhöhungen vorsieht, ist daher ein höchst beunruhigendes Signal. Es lässt reale Budgetkürzungen von mindestens 7 bis 8 Prozent befürchten, bei einem Anwachsen der Inflation und einer Erhöhung der Studierendenzahlen sogar ca. 10 Prozent So wird ein Rückbau des Leistungsangebots unumgänglich.

Weiterlesen

Investmentbanker Karl Wengler versus Gemeinwohlökonom Christian Felber…

…im Rahmen einer Veranstaltung des Gesellschaftspolitischen Diskussionsforums am 17. Mai 2011 ab 18.00 Uhr  in der Seestadt Aspern geht es um „Gemeinwohlökonomie, Versuch einer Meinungsbildung“. GEDIFO (http://www.gedifo.at/) ist ein von VÖGB und der Arbeiterkammer initiiertes Netzwerk von BetriebsrätInnen, ExpertInnen der Arbeiterkammern und Gewerkschaften sowie VertreterInnen von NGOs, kritischen BeraterInnen und WissenschafterInnen, KünstlerInnen und politisch interessierten Einzelpersonen.  Link zu Shuttleservice- und weiteren Infos

Programm:
* 18:00 Intro: Ulrich Schönbauer
* 18:15 Gemeinwohlökonomie? – Alternativen und Visionen: Karl Wengler  (ehemaliger) Investmentbanker vs. Christian Felber, freier Publizist
* 18:45 Publikumstalk
* 19:10 „Work Competition“ – Pros & Cons
* 20:00 Ende der GEDIFO-Sequenz
Gesamtmoderation: Sarah Kriesche (ORF), Link: nähere Infos  

Der weitere Ablauf des Abends:
* 20:00 Liveact „Rucki Zucke Palmencombo“
* 21:30 Start der PechaKucha Night Vienna (u.a. mit Präsentationen  von Christian Felber, Karl Wengler und dem GEDIFO)
* 23:00 Ende der Veranstaltung

Angekündigter Personalabbau gefährdet medizinische Versorgung, Lehre und Ausbildung an MedUni-Wien/AKH-Wien

Betriebsrat MedUni Wien

Betriebsrat fordert Leistungszusage für Nachtdienstversorgung

 Aufgrund der angespannten Budgetsituation, musste der Rektor der MUW, Univ.Prof.Dr. Wolfgang Schütz bereits im Jänner 2011 einen Aufnahmestopp an der Med Uni Wien verhängen. Nun droht zusätzlich die deutliche Reduktion der derzeit 172 Nachtdiensträder (172 Ärztinnen und Ärzte versehen jede Nacht Dienst an der Med Uni Wien/AKH-Wien), wie er in einem Schreiben vom 2.5.2011 mitteilte.

 Dagegen protestiert der Betriebsrat vehement: die ohnehin angespannte Personalsituation am AKH und der Universitätsklinik wird damit noch kritischer und eigentlich unerträglich. Denn eigentlich fehlen aufgrund von objektiven Berechnungen (VAMED) von ursprünglich 230 schon derzeit 58 Nachtdiensträder, die in der Vergangenheit sukzessive abgebaut wurden.

 Die weitere Reduktion der Diensträder solle sich laut Schreiben von Dr. Schütz „weitgehend gleichermaßen“ auf alle Kliniken beziehen. Das ist insbesondere in der Notfallaufnahme, der Chirurgie und Anästhesie, in der Kinderklinik aber auch in der Unfallchirurgie schlichtweg unmöglich. Dort herrschen jetzt schon prekäre Zustände.

 Ein funktionierender Betrieb wird unter diesen Bedingungen nicht möglich sein – zum Nachteil der PatientInnen.

 Aber auch zum Nachteil der Studierenden. Die Zeit für Lehre und Ausbildung, von der Forschung ganz zu schweigen, wird nochmals reduziert, und das trotz anspruchsvoller werdenden Studentenerwartungen. 80 Prozent und mehr gehen für die Krankenhausarbeit auf, Forschung kann ohnehin fast nur mehr in der Freizeit betrieben werden.

 Der Betriebsrat weist nochmals darauf hin, dass er sich für die Lebensqualität und ein professionelles Berufsumfeld der MitarbeiterInnen einsetzt. Nicht zuletzt auch aus gesundheitspolitischen und gesundheitsethischen Überzeugungen. Es geht um die bestmögiche Behandlung von PatientInnen und rasches Reagieren. Das ist mit zu geringen Personalständen und ÄrztInnen, die ohnehin bis zur Grenze der Erschöpfung arbeiten, nicht möglich.

 Der Betriebsrat drängt vehement auf nochmalige Verhandlungen mit dem Ministerium. Es kann nicht sein, dass aus vordergründig politischen Gründen Verantwortung hin und her geschoben und Beschuldigungspolitik auf dem Rücken der ÄrztInnen und PatientInnen gemacht wird. Letztlich ist die Finanzministerin am Zug. Und zwar rasch.

Prof. Dr. Thomas Szekeres
Obmann des Betriebsrates

Link: ORF.at
Link: DerStandard.at

Bilanz nach aktionsreichen Jahren der Studierendenvertretung

 

 

  

Nach zweifachem Ministerwechsel können die StudierendenvertreterInnen der Regierung zu Recht kein gutes Zeugnis in der Bildungspolitik ausstellen. Leicht hat man es den StudierendenvertreterInnen nicht gemacht. Die Ignoranz der für die Finanzierung des tertiären Bildungssystems Verantwortlichen ist zu felsenfest, als dass politisch machtlose Betroffene gewaltfrei Veränderungen herbeiführen könnten. Auch der Teilgewinn auf der Seite der Studiengebühren wird durch die ab 2013 in Aussicht gestellte Studienplatzfinanzierung (bei stagnierendem oder sogar real sinkendem Wissenschaftsbudget) sehr in Frage gestellt.

   Aber…: Die Studierenden haben der Bevölkerung mit ihrem persönlichen Einsatz und der #unibrennt-Bewegung eindrucksvoll die von Politikseite  geschlossenen Schranken der für die Zukunft so wichtigen Bildung aufgezeigt. Einem neuen Team obliegt es, nach den Wahlen zur StudierendenvertreterInnenschaft, die Arbeit weiter zu führen.

   Allen Beteiligten der „Alten“ Teams darf für ihren engagierten und couragierten Einsatz im Dienst der Studierenden, der Förderung des  Bildungsbewusstseins  und  ihrer Bedeutung für künftige bildungspolitisch wichtige Auseinandersetzungen auch an dieser Stelle herzlich gedankt werden. Danke und Alles Gute!                                                                K.H. für die Blogredaktion

Link zum Thema: Standard-Interview mit den ÖH-Vorsitzenden zur Bilanz einer Funktionsperiode

„Herr Minister Töchterle, warum haben Sie kein Geld im Vorhinein herausverhandelt?“

Der neue Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, früher Rektor der Universität Innsbruck, will bei den Budgetverhandlungen im Herbst möglichst viel Geld für die Universitäten herausholen. Im Ö1-Interview mit Martin Haidinger befürwortet Töchterle Studiengebühren. [...] 
Audio-Link über   http://oe1.orf.at/artikel/276114#  (ORF1-Morgenjournal vom 4.5.2011, Dauer ca. 4 Min.)

In dem Interview erwähnt Minister Töchterle  seine früher als Rektor getätigte  „Übertreibung“ des Gestelltseins der Universitäten, dass sie schlechter gestellt seien als sie sind. An der, wie der Minister sagt, unrichtigen öffentlichen Bekundung Androschs „bei den Unis stimme es an allen Ecken und Enden nicht“, einbekennt  der Minister seine Mitschuld.

Hier ein Auszug der Reaktionen der
Uni-MitarbeiterInnen und -BetriebsrätInnen
auf diese Ministeraussage (4.5.11) 

   Dass Bundesminister Töchterle aus dem Nähkistchen plaudert und eingesteht, auch er habe als Rektor die finanzielle Situation der Universitäten gegenüber dem Geldgeber Ministerium schlechter dargestellt als diese in Wirklichkeit sei, ist (zumindest) bemerkenswert.
Stellt sich die Frage: Wer ist (noch) glaubwürdig?
Prof. MMag. Susanne Mann
Universität für angewandte Kunst Wien

… ich halte diese Äußerung für „sehr nützlich und  taktisch sehr gscheit“ und man wird sie ihm  im Herbst, wenn ein wenig so getan werden wird als ob die Bildung und die Forschung wem wichtig wäre, sicher vorrechnen.
Ass.Prof. DI Dr. Ingwald Strasser, MedUni Wien

   …Mit dieser Bemerkung gibt der Minister zu erkennen, dass er die Lehrsituation an den Unis  und die drohenden Einschränkungen der PatientInnenenversorgung an den MedUnis verkennt oder sie im Nachhinein zu beschönigen versucht. (siehe Link)
Dr. Karl Heimberger, MedUni Wien

Im ZIB2 Interview mit Armin Wolf auf ORF2 am selben Tag, 4.5.2011, streitet Minister Töchterle die „Übertreibung“ ab. Link (Dauer ca. 11 Min.). Falls der genante Link vom ORF nicht mehr zur Verfügung steht, gibt es hier das Video auf der YouTube-Plattform

Reaktionen der RektorInnen auf
die inkohärenten Aussagen
des Wissenschaftsministers (5.5.11)

Rektor Sünkel erinnert MinisterTöchterle an Berechnungen seines Ressorts

   Die jüngsten Aussagen von Bundesminister Karlheinz Töchterle in Rundfunk- und Fernsehinterviews des ORF über die budgetäre Situation an den Universitäten lösen bei den Mitgliedern der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) Verwunderung aus. Speziell die Behauptung des neuen Wissenschaftsministers in der ZiB 2 am Mittwochabend, wonach manche Universitäten „nicht ganz schlüssige“ Fehlbeträge prognostizierten, sind für uniko-Präsident Rektor Hans Sünkel absolut nicht nachvollziehbar: „Töchterle hat wiederholt selbst betont, dass es ab 2013 um 300 Millionen Euro pro Jahr mehr braucht, um auch nur den qualitativen Status quo der Universitäten zu halten.“ Ein ministerielles Wegschauen oder Wegreden wäre daher nicht geeignet, um die sich abzeichnende finanziell dramatische Lage der Universitäten zu verbessern, betont Sünkel.

   Immerhin hat Töchterle die letzten Wochen und Monate vor seinem Amtsantritt als Ressortchef für Wissenschaft und Forschung die Berechnungen und einhelligen Forderungen der uniko mitgetragen und auch nach außen vertreten, wonach auf Basis des derzeitigen Bundesfinanzrahmens 2012 bis 2015 den Universitäten jährlich zusätzliche 300 Millionen Euro fehlen. Diese Summe wurde im Übrigen auch von Töchterles Vorgängerin im Wissenschaftsressort, Beatrix Karl, in der Größenordnung im Wesentlichen bestätigt. „Der Minister erweist damit weder sich noch den Universitäten einen Dienst, wenn er von diesen Zahlen zwei Wochen nach Amtsantritt abrückt und von Übertreibungen spricht“, erklärt uniko-Präsident Sünkel.

   Die Rektoren sehen im neuen Bundesminister nach wie vor einen Verbündeten für die Gespräche über die neue Leistungsvereinbarungsperiode und erwarten, dass Töchterle auch nach seinem Rollenwechsel das gemeinsame Anliegen, nämlich die angemessene finanzielle Ausstattung der Universitäten, unmissverständlich zum Ausdruck bringen wird. (s. Link)