Monatsarchiv: Juni 2011

Minister Töchterle will Hochschulplan bis Jahresende vorlegen

-c- kh

Wien (PK) – Die aktuelle Aussprache mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle zum Thema „Hochschulplan„ stand am Beginn  der Sitzung des Parlamentarischen Wissenschaftsausschusses am 29.6.2011.
Auf der Tagesordnung stand auch eine Regierungsvorlage, welche die Schaffung einer neuen, sektorenübergreifenden Einrichtung zur externen Qualitätssicherung des Hochschulwesens in Form der „Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria“ zum Inhalt hat. Das Gesetz passierte den Ausschuss mit Zustimmung der Abgeordneten der Koalitionsparteien.

   Der Ausschuss behandelte zudem eine Reihe von Anträgen der Opposition, die Vorschläge zur Verbesserung der Situation des tertiären Bildungssektors enthielten. Grüne und BZÖ brachten Anträge zu einer besseren finanziellen Ausstattung ein. Weiters wurden die Frage der Studienplätze und die soziale Lage der Studierenden thematisiert. Die FPÖ will steigende StudentInnenzahlen durch das „Herkunftslandprinzip“ in den Griff bekommen, während das BZÖ eine Regelung präferiert, wonach die Anzahl ausländischer Studierender auf einen bestimmten Prozentsatz begrenzt werden soll. Für die Grünen hingegen ist eine Ausweitung des Stipendiensystems dringend geboten. Alle Anträge, ausgenommen der Antrag der Freiheitlichen, welcher vertagt wurde, wurde auf Antrag der Koalitionsparteien dem Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses zugewiesen.

   Fragen wissenschaftlicher Ethik betrafen schließlich drei Anträge der Grünen. Sie forderten die Einrichtung einer Ethikkommission bei Tierversuchen, neue gesetzliche Grundlagen für die biomedizinische Forschung und drängten auf eine schnelle Ratifizierung der Biomedizinkonvention durch Österreich. Bei diesen Anträgen entschied der Ausschuss auf Vertagung.

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Beratungen der Sozialpartner und der Industriellenvereinigung zur Bildungsreform

(OTS) – ÖGB. Beim zweiten Teil des Bildungsdialogs (am 28.6.2011) ging es um die Positionen von Sozialpartnern und Industriellenvereinigung (IV) zum Thema Hochschulen.  

Die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs hängt in hohem Ausmaß auch davon ab, ob ausreichend hochqualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Der Wissens- und Innovationstransfer von den Hochschulen zur Arbeitswelt wird in Zukunft nicht allein über die derzeitigen HochschulabsolventInnenzahlen erfolgen können. Im Sinne wachsender Herausforderungen an Wirtschaft und Gesellschaft müssen daher mehr Personen als bisher die Chance zur Höherqualifizierung auf Hochschulniveau erhalten und die Studienangebote auf Basis europäischer Entwicklungen im weitaus stärkerem Umfang als bisher entsprechend den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfordernissen konzipiert sein.

ÖGB-Präsident Foglar: Lehr- und Lernbedingungen an Universitäten verbessern
„Die Qualität der Lehre ist ein wesentlicher Maßstab für den Stellenwert und die Reputation unserer Universitäten im In- und auch im Ausland“, sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar. „Es ist dringend nötig, Lehr- und Lernbedingungen an den Universitäten zu schaffen, die den Bedarf der Studierenden nach den bestqualifizierten Vortragenden erfüllen, und die den Fokus der Tätigkeit der Lehrenden von der Forschung wieder mehr in die Hörsäle verlagert.“
Ein weiterer wichtiger Punkt sei die nötige Steigerung der Akzeptanz von Bachelorabschlüssen: „Das Ziel der Bolognastrategie, Masterabschlüsse berufsbegleitend zu absolvieren, geht in der Realität nicht auf“, kritisiert Foglar. „Grund dafür ist, dass die eigentliche Struktur der Studien oft nicht geändert wurde, sondern nur der Inhalt vom zwei- auf das dreigliedrige System verteilt wurde. Das hat zur Folge, dass mit dem Bachelorabschluss in der Arbeitswelt nur sehr schwierig Fuß gefasst werden kann und dass daher fast zwangsläufig ein Masterstudium angeschlossen werden muss.“

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Studierende nur aus reichem Hause

Kurt Grünewald,

Wissenschaftsminister Töchterle will offenbar nur mehr Studierende aus reichem Hause

„Wen Wissenschaftsminister Töchterle meint, wenn er sagt, nicht jedeR müsse an einer Uni studieren, ist – nach einem Blick in die Statistik – ziemlich eindeutig: Kinder aus reichem Hause ja, Kinder aus einkommensschwachen Häusern nein. Das ist soziale Selektion“, kritisiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. Töchterle hat in einem Interview im „Kurier“ diesen Schluss aus der Uni-Misere gezogen. Für Grünewald ein fataler Schluss: „Wer, wenn nicht der Wissenschaftsminister muss für mehr AkademikerInnen in Österreich kämpfen? Er muss mehr Geld vom Finanzminister fordern, anstatt Studierwilligen die Tür vor der Nase zuzuschlagen“, so Grünewald.

Töchterle verliert kein Wort darüber, dass wir in Österreich sowohl bei den MaturantInnen als auch bei den StudienanfängerInnen verglichen mit OECD und EU unterdurchschnittlich sind. Sogar im Bildungsbericht der OECD wird Österreich gemahnt, breiteren Bevölkerungsschichten den Zugang zu höherer Bildung zu gewährleisten. „Das Arbeiterkind Töchterle bringt die eigene Geschichte als Beispiel für den möglichen Zugang zur höheren Bildung. Aber: Einzelfälle sagen nichts über die soziale Undurchlässigkeit in Österreich aus“, so Grünewald.

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Eurostudent IV – Synopsis of Indicators

„Die Eurostudent-Erhebung macht deutlich, dass es keine BummelstudentInnen gibt – mit Einbeziehung der Erwerbstätigkeit kommen Studierende auf 40 Stunden und mehr, wobei Studierende mit Eltern mit niedrigem Bildungsniveau wesentlich mehr Stunden pro Woche arbeiten müssen als jene mit Eltern mit hohem Bildungsniveau“, erläutert Mirijam Müller, ÖH-Generalsekretärin.
Link: ÖH-Presseaussendung
Link: Eurostudent-Erhebung

Elite und Exzellenz an Universitäten

Exzellenz, um im globalen Standortrennen langfristig reüssieren zu können.

Unter dem Titel „Innovation durch Exzellenz: Ausweg für die Unis?“ luden Industriellenvereinigung (IV) und „Die Presse“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aufbrüche“ zur Debatte. Einen Abend lang diskutierte eine prominente Runde über den Weg zur Exzellenz. („Die Presse“, Print-Ausgabe, 27.06.2011)
Link: DiePresse.com, Elite und Exzellenz

ZEHN (15) JAHRE STUDIERENDENANWALTSCHAFT. WOHER? WOZU? WOHIN?

Sehr geehrte Damen und  Herren,
sehr gerne möchten wir Sie auf eine Veranstaltung der Studierendenanwaltschaft am 1. Juli 2011 in Wien zum Thema „Zehn (15) Jahre Studierendenanwaltschaft und weiter: Woher? Wozu? Wohin?“ hinweisen.
 
Sie findet zwischen dem Beschluss des Ministerrates vom 7. Juni 2011 zu einer gesetzlichen Verankerung einer „Ombudsstelle für Studierende“ und der parlamentarischen Diskussion und Beschlussfassung darüber Anfang Juli statt.
 
In- und ausländische Expertinnen und Experten aus dem Hochschulbereich werden kurze Stellungnahmen abgeben, in zwei Arbeitskreisen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer danach praktische Aspekte der Arbeit von Ombudsstellen diskutieren.
 
Das Programm finden unter diesem LINK
Um Anmeldung per e-mail (san@bmwf.gv.at) bis 29. Juni wird gebeten.
 
Für Rückfragen gerne zur Verfügung stehend verbleibe ich
 mit besten Grüßen

Dr. Josef Leidenfrost
Studierendenanwaltschaft
Austrian Student Ombudsman

Minoritenplatz 5
A-1014 Wien / Vienna
(43-1) 53120-5533 tel; (43-1) 53120-815533 fax
gebührenfrei / toll free 0800-311 650
(MON-FREI/FRI 9-16h)
http://www.diesan.at; san@bmwf.gv.at

Die Studierendenanwaltschaft ist Mitglied des / The Austrian Student Ombudsman is a member of the European Network for Ombudsmen in Higher Education (ENOHE)

Leute, die jetzt vor dem Studium stehen… haben Pech

Wissenschaftsminister Töchterle sprach mit der über.morgen über Zugangsbeschränkungen, Jugendarbeitslosigkeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Studium – die Fragen stellte Jakob Arnim-Ellissen.

über.morgen: Als Innsbrucker Rektor haben Sie im besetzten Hörsaal mit den Studierenden diskutiert. Gab es damals Forderungen, die Sie überzeugt haben und die Sie nun als Minister umsetzen werden? 

Minister Töchterle: Einiges hat mich überzeugt, zum Beispiel, dass man die Studierenden nicht um ihren Wunsch nach einem akademischen Studium betrügen darf und man sich auch in den neuen Bachelor-Studien bemühen muss akademisch zu bleiben und nicht zu sehr zu verschulen. Ich war ja auch selbst Mitglied von Curriculum-Kommissionen und weiß, dass da zum Teil schon sehr stark verschult wurde. Anderes hat mich positiv überrascht, zum Beispiel diese starke Sehnsucht nach Bildung jenseits der Verwertbarkeit. Manches in der Bewegung hat mich nicht so überzeugt.

Sind auch als Minister solche offenen Diskussionsformate für Sie denkbar?

Ja, natürlich. Man hat ja gemerkt, dass ich den Kontakt zu Studierenden aufrecht erhalten will. Es wird bald eine neue ÖH-Exekutive geben und mit der wird es dann selbstverständlich auch rasch ein Gespräch geben.

Und abseits der ÖH?

Ich habe mir da noch keine Formate überlegt, grundsätzlich rede ich sehr gerne mit Studierenden. Ich streite auch gern mit jungen Leuten, wobei ich durchaus ein, wie soll ich sagen, etwas störrischer Gesprächspartner sein kann. Aber auch streiten will gelernt sein. Kurz gesagt, ja und gerne.

Unibrennt wird oft dafür gelobt, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Unimisere gelenkt zu haben. Ihre Forderungen wurden und werden aber kaum umgesetzt. Liegt das an den Forderungen oder der Politik?

Das liegt wahrscheinlich an beidem. Manche Forderungen sind natürlich utopisch, das ist aber das gute Recht solcher Bewegungen, dass sie sich am Ideal ausrichten. Und ich könnte einige dieser Ideale durchaus unterschreiben. In einem Idealstaat wäre es wahrscheinlich schön, wenn sämtliche Bildung kostenlos und offen wäre. Es gibt aber verschiedene Realitäten, die man sehen muss. Es wird oft so verkürzt dargestellt, dass Bildung Universität sein muss und jeder auf die Uni muss, sonst ist er nicht gebildet. Aus meiner Sicht ist das ein Grundirrtum. Bildung kann ganz etwas anderes und auch viel mehr als Uni sein. Ich denke, dass es auch volkswirtschaftlich nicht stimmig ist, die Universität für alle zu wollen, oder für die meisten. Dass es auch universitätsstrategisch nicht stimmig ist, wenn man eine Universität als Forschungs- und Wissenswerkstatt will [...].

Den gesamten Text des Interviews bitte hier weiterlesen: zurPolitik.com 

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Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der über.morgen in zurPolitik.com. Eine gekürzte Version des Interviews wurde auch in “über.morgen, Ausgabe 5-2011” abgedruckt. Die monatlich erscheinende über.morgen wird kostenlos in Wien aufgelegt und kann mit einem “Förderabo“unterstützt werden.

Wissenschaft an Unis als Halbtagsjob. Parlamentarische Anfrage

Frage 1: Was tun Sie gegen die Prekarisierung der wissenschaftlichen Tätigkeit, Herr Minister Töchterle?

Aus der im Sommer 2010 veröffentlichten Studie „Nutzen und Effekte der Grundlagenforschung“  von Joanneum Research geht u.a. hervor, dass sich die Beschäftigtenstruktur an Österreichs Universitäten in Richtung ‚Teilzeitarbeit’ verschiebt. Wissenschaft wird somit an Unis zunehmend zum Halbtagsjob.

   Dies wurde nicht nur vom FWF in seinem Info Magazin aufgenommen, sondern auch von der Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt kritisiert, die eine
„Industrialisierung“ der wissenschaftlichen Arbeit ortet. Sie belegt dies u.a. damit, dass durch das massive Anwachsen der Zahl der nur befristet zu besetzenden Stellen für ForscherInnen im Bereich Doktorat und frühe Postdocs eine „neue akademische ArbeiterInnenschicht“ gebildet wurde.
   Laut den Recherchen von Joanneum Research ist an den österreichischen Universitäten die Zahl der beschäftigten Personen zwischen 2005 und 2009 um 23 % auf knapp 50.000 gestiegen, die Zahl der arbeitszeitbereinigten Arbeitsplätze (sog. Vollzeitäquivalente) stieg um 17 % auf 34.000. Die Zahl der ProfessorInnenenstellen ist allerdings annähernd konstant geblieben. Ein Gutteil der Beschäftigtenzunahme ist der Ausweitung der Zahl der ‚Drittmittelbeschäftigten’ zuzuschreiben, deren Wachstum bei 44 % (VZÄ) bzw. 61 % (Kopfzahl) lag.
   Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Trend zur universitären „Halbtagsbeschäftigung“ im Mittelbau („Assistenten“) durch die unterschiedlich hohen Wachstumsraten von Kopfzahl und VZÄ: Rein statistisch teilen sich bereits 2,2 Personen eine Stelle. [...]
Link zur Anfrage 

 

 

Link zur Beantwortung:
Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 8312/J-NR/2011 betreffend Wissenschaft an Unis als „Halbtagsjob“, die die Abgeordneten Dr. Kurt Grünewald, Kolleginnen und Kollegen am 19. April 2011 an meine Amtsvorgängerin richteten, wird wie folgt beantwortet:

Zu Frage 1:
Beim FWF sind keine Jungforscher/nnen angestellt, tatsächlich finanziert der FWF die Mitarbeit von Jungforscher/nnen in den vom FWF geförderten Projekten. Die Anstellung bei den Forschungsstätten erfolgt aufgrund der zeitlichen Begrenzung der Förderdauer (in der Regel 3 Jahre, in manchen Programmen 2 bzw. 4 Jahre) befristet. [...] Link zur Beantwortung

Rektor Badelt zur Uni-Politik im Radio-Interview

Die Hochschulpolitik nannte Badelt in der Vergangenheit schon einmal „absurd“, die Abschaffung der Studiengebühren kommentierte er mit den Worten „Ich packs einfach nicht“. Jetzt hat die WU für mehr Budget geklagt.


Link: Rektor Badelt war im Ö1-Journal zu Gast (inkl. Interview mit Wolfgang Werth, Audiofile Dauer: 14 Minuten).

Reaktion des BZOe-Wissenschaftssprechers auf die Meinungen Rektor Badelts.

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Aus dem Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses

Anlässlich der rezenten Tagung des Unterausschusses des Wissenschaftsausschusses im Parlament forderte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl einen deutlichen Ausbau der Kapazitäten an den österreichischen Universitäten und Hochschulen und einen Ausbau des Informations- und Beratungsangebotes. „Angesichts der bescheidenen Akademikerquote im internationalen Vergleich braucht Österreich keine Zugangsbeschränkungen, sondern einen Kapazitätenausbau, der sich an den Bedürfnissen und der Nachfrage der Studierenden orientiert“, so Kuntzl am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Hintergrund dafür ist die neue Absolventen-Studie des Wissenschaftsministeriums, die nachweist, dass auch Absolventinnen und Absolventen von sogenannten Massenfächern nach Abschluss des Studiums schnell qualifizierte Arbeitsplätze finden.
Die SPÖ-Wissenschaftssprecherin fordert insbesondere einen Ausbau des Informations- und Beratungsangebotes für Studierende. „Anstatt Zugangsbeschränkungen einzuführen, muss es einen breiten Ausbau des Informationsangebotes geben, damit Studierende mehr Orientierung über das breite Studienangebot erhalten“, so Kuntzl, die in diesem Zusammenhang an den neuen Wissenschaftsminister appelliert, sich bei der Finanzministerin für mehr finanzielle Mittel stark zu machen. „Österreich kann auf gut ausgebildete Frauen und Männer nicht verzichten. Dem Bekenntnis, mehr in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu investieren, müssen jetzt seitens des Wissenschaftsministers Taten folgen“, schließt Kuntzl.

Präzedenzfall: Rechtsweg der Wirtschafts-Uni wegen widersprüchlicher Gesetzgebung

Nach dem Scheitern mehrmonatiger Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium sieht sich die WU-Wien gezwungen, erstmals in der Geschichte des UG2002 juristische Maßnahmen zur Beseitigung einer unhaltbaren Situation einzuleiten

WU-Rektor Christoph Badelt informiert:
   Das Budget finanziert nur Kapazitäten für etwa 1300 AbsolventInnen bzw. 3700 AnfängerInnen im Bachelorstudium. Tatsächlich beginnen aber durchschnittlich (letzte 3 Jahre) mehr als 6000 Studierwillige ein Bachelorstudium an der WU.

   Da die in der Leistungsvereinbarung ins Auge gefasste Zugangsregelung nie beschlossen wurde, hat die WU nun mehr als ein halbes Jahr auf eine Änderung der Leistungsvereinbarung gedrängt: Ohne Zugangsregelung muss das Budget drastisch erhöht werden. Dazu sieht sich das Ministerium nicht im Stande. Deshalb strengt die WU erstmals in der Republik ein Schlichtungsverfahren  nach UG2002 §§ 13 Abs. 8 und 13a an. Das könnte zu einem Musterprozess für andere Universitäten werden. Die Universitätenkonferenz ist von dem Schritt der WU informiert worden.

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Uni-Budget: Rektor Badelt beschreitet Rechtsweg

Wien (OTS) – Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium verlangt die WU weiterhin eine Anpassung der Leistungsvereinbarung. Da keine Lösung in Sicht ist, zieht die WU nun rechtliche Konsequenzen 

In der Leistungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ist festgehalten, dass die WU eine Kapazität für jährlich etwa 1.300 AbsolventInnen des Bachelorstudiums hat. Tatsächlich drängen pro Studienjahr fast 6.000 BeginnerInnen an die Universität. Die Lösung wären faire Zugangsregeln oder eine massive Erhöhung der Kapazitäten. Nachdem dem WU-Antrag auf Regelung des Zugangs durch § 124b Abs. 6 UG nicht stattgegeben wurde und das Budget nach jüngstem Beschluss des Bundesfinanzrahmens 2012 bis 2015 offensichtlich für die Universitäten nicht erhöht wird, wird Rektor Christoph Badelt kommende Woche über die nun eingeleiteten Maßnahmen der WU informieren.

Hochschulpolitik: Vollkommene Visionslosigkeit der PolitikerInnen

Im Standard-Interview rechnet Sigrid Maurer mit ihren jahrelangen politischen Counterparts ab und erklärt die Gründe des bildungspolitischen Stillstands

„…dass vor allem die Politiker selbst keine Vorstellung haben, was Hochschulen leisten sollen, welcher Stellenwert ihnen in der Gesellschaft gebührt. Es gibt hier ein gewisses Visionsvakuum, was traurig ist, wenn man mit den Ministern diskutiert und merken muss, dass hier gar kein substanzielles Interesse dahinter ist, den Sektor weiterzubringen. Aber auch die Parteien selbst sind nicht in der Lage, Konzepte auf den Tisch zu legen, die in irgendeiner Weise stringent sind. Denn Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen sind keine Konzepte. In der positivsten Auslegung sind das Notfallsmaßnahmen. Aber genau diese beiden Randthemen beherrschen die Diskussion.“

Link: DerStandard.at ,
Printausgabe vom 4./5.6.11, Seite M2