Monatsarchiv: September 2011

Arbeitgeberinnen-Bilanz der öffentlichen Universitäten

 

   Im Universitätsbereich sind die aus anderen Branchen bekannten Kollektivvertragsverhandlungen noch relativ neu. Universitätsautonomie umfasst auf Grundlage der Gesetze auch die Aufgabe, die Karrierepfade an den Universitäten und die Gehaltstrukturen autonom und gemeinsam festzulegen. Der erste Kollektivvertrag (KV) zwischen dem Dachverband der Universitäten und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst trat 2009 in Kraft. Vor den jeweiligen Verhandlungsabschlüssen pflegen Arbeitergeber- und Arbeitnehmerseite eine intensive Debatte: Gemeinsames Ziel ist, den Arbeitsort Universität zukunftsorientiert zu gestalten. Seit der Schaffung der vollen Rechtsfähigkeit der Universitäten 2004 können diese eine erste, positive Beschäftigungsbilanz ziehen.

   Dynamische Entwicklung. An den 21 Universitäten wuchs zwischen Oktober 2005 und Ende 2009 das wissenschaftliche Personal nicht nur hinsichtlich der Köpfe (von 26.379 auf 32.877), sondern auch bezüglich Vollzeitäquivalente (VZÄ), nämlich von 16.594,3 auf 19.268,6. Bemerkenswert ist, dass bei einer Gesamtbetrachtung (inkl. der Zahl der Professorinnen und Professoren) die Universitäten zwischen 2005 und 2009 ein erhebliches Maß an Beschäftigung schaffen konnten: zusätzlich rund 3000 Vollzeitäquivalente, und dies bei real nur schwach wachsendem Budget! (Link zum Newsletter auf der uniko-Homepage)

Dachverband Newsletter

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Universitäts- und Forschungszentrum Tulln eröffnet

 St. Pölten (OTS/NLK) -  Am Donnerstag, dem 29. September, wird das Universitäts- und Forschungszentrum Tulln (UFT) eröffnet. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), des AIT Austrian Institute of Technology, der Stadt Tulln und des Landes Niederösterreich. Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden hier tätig sein.

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„Autonome Unis“: Pharmazeutische, Chemische und Fahrzeugindustrie sollen sie finanzieren

In der „Presse“ erscheint ein Interview mit Rektor Sünkel, TU Graz, und Antonio Loprieno, Schweizer Rektorenvorsitz. U.a. sollten die Universitäten von der einschlägigen Industrie  mehr Mittel bekommen: über sinnvolle Kooperationen

Die Presse: Herr Sünkel, stoßen Sie mitunter an Ihre Grenzen, wenn Sie ausländischen Kollegen wie dem Schweizer Rektorenchef Antonio Loprieno die prekäre Situation der heimischen Unis erklären müssen?

Hans Sünkel: Nicht nur mitunter, sondern ständig. Es ist verdammt schwer, weltweit ein Land zu finden, das in diesem Bereich mit Österreich vergleichbar ist: Freier Hochschulzugang, de facto keine Studiengebühren und kaum private Mittel. [...]
Link: DiePresse.com, Printausgabe vom 29.9.2011

Hochschulplan: Minister hat vergessen Studierende einzuladen

v.l.: Angelika Gruber, Martin Schott, Peter Grabuschnig, Janine Wulz

 „Ein Konzept für die Hochschule muss auf breiter Basis verfasst werden. Alle Beteiligten und Betroffenen müssen mit ExpertInnen über ihre Anliegen diskutieren können – so wie das im Projekt „Forum Hochschule“ der ÖH Bundesvertretung geplant ist. Nur so ist es möglich, tatsächlich zu einer Innensicht zu gelangen. Diese ist notwendig, um ein umfassendes Bild der Situation zu bekommen und so zu Lösungen abseits von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren zu gelangen“, erklärt Martin Schott vom ÖH Vorsitzteam. 

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Hochschulplan: Arbeitsgespräch im Ministerium

„Der Hochschulplan kann nur gemeinsam mit den Hochschulpartnern erarbeitet und entwickelt werden“, so der Minister. Dazu gibt es u.a. eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Ministeriums, der uniko und der Fachhochschulkonferenz. Diese Arbeitsgruppe ist eine Art „Vorläufer“ zur im Expertenbericht vorgesehenen Hochschulkonferenz, ein erstes Treffen gab es bereits vor dem Sommer. Heute Nachmittag (27.9.2011) fand das zweite Treffen mit inhaltlichen Gesprächen über Ziele, Eckpunkte und Maßnahmen des Hochschulplans statt, beispielsweise: eine neue Leistungsvereinbarungskultur mit einer höheren Steuerungsleistung, Koordinierung der Profilbildung und Abstimmung des Lehrangebots zwischen den anbietenden Standorten.

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Einladung zum Festakt: Internationale Kooperation Uni Klagenfurt

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie bereits angekündigt hat die Abteilung Organisationsentwicklung und Gruppendynamik der IFF-Fakultät und die M/O/T School of Management, Organizational Development and Technology der Alpen-Adria Universität im letzten Jahr Kooperationsbeziehungen mit Institutionen für Wissenschaft, Forschung und Demokratischer Entwicklung in einigen asiatischen Ländern (Vietnam, Mongolei, China) aufgebaut.

Am 10. Oktober 2011 von 14:00 – 16:00 wird im Rahmen eines Festaktes, unter dem Titel „Organizing Governance and Democracy“ und unter Beisein des mongolischen Botschafters Dr. Enkhsaikhan, das Memorandum of Understanding vom Rektor der National Academy of Governance Dr. Chuluunbaatar und dem Vizerektor für Internationale Beziehungen Prof. Lengauer der Universität Klagenfurt unterzeichnet. (Link: Einladung)

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Universitäten-Finanzierungsdilemma

Drei Grazer Uni-RektorInnen und der Rektor der FH Joanneum wurden von der „Presse“ über Versäumnisse der Politik, Uni-Zugangsbeschränkungen, Geldmangel,  sozialen und bildungspolitischen SuperGAU interviewt

Die Presse: Dieses Klagen über das Finanzierungsdilemma hört man seit Jahren. Es ändert sich aber nichts.

design. Rektorin Neuper, Uni Graz: Das Problem hat generell mit der Wertigkeit von Bildung in der Gesellschaft und in der Politik zu tun. Daran müssen wir als Unis arbeiten. Es bleibt uns keine andere Wahl, als weiterzukämpfen.
[...] Link: DiePresse.com, Printausgabe v. 26.9.2011

Reaktionen auf Töchterles Ö1-Radio-Interview

Nach der Sendung „Im Journal zu Gast“, Ö1-Mittagsjournal vom 24.9.2011, worin Wissenschaftsminister Töchterle ein Interview gegeben hatte (Link: eingebettet in der Sendung, Zeitmarkierung 26:30), gab es auch Reaktionen der WissenschaftssprecherInnen der im Parlament vertretenen politischen Parteien

Cortolezis-Schlager, VP: Mehr Mittel und geregelter Zugang für mehr Qualität.

Kuntzl, SP: gegen soziale Zugangshürden, für rasche Ausarbeitung des Hochschulplans und Stufenplan zur Finanzierung.

Graf, FP:  Gefährdung der Gesundheitsversorgung und Diskriminierung der Jugend! Töchterle denkt nicht an große Zusammenhänge.

Grünewald, GRÜNE: Junktimierung der Uni-Milliarde mit seinem Hochschulplan wird von Töchterle nicht mehr ausgeschlossen, sonst keine höhere Finanzierung. Zu niedrige Studienkapazitäten sind kein Naturgesetz!

Widmann, BZÖ: Einführung von Studiengebühren ein Gebot der Stunde.
Töchterle jedoch ohne jegliche Durchsetzungskraft.

Kuntzl: Kritik am Studiengebührenmodell von Töchterle

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl hat das Nein der SPÖ zu Studiengebühren im Parlament bekräftigt: „Wir wollen keine neuen finanziellen Hürden zu höherer Bildung“. Es ist notwendig, mehr gut ausgebildete junge Menschen in diesem Land zu haben, bekräftigte Kuntzl.

   Eine neue „Bildungssteuer“ in Form von Studiengebühren, die vor allem mittelständische Familien hart treffen würde, kommt für die SPÖ nicht in Frage. Rund die Hälfte aller Studierenden stammt aus einem Elternhaus mit niedrigem Einkommen, ein Viertel der Studierenden hat akute Geldsorgen. Überdies müssen zwei Drittel der Studierenden neben dem Studium arbeiten – und zwar durchschnittlich 20 Stunden pro Woche. Und nur jeder achte Studierende bekommt ein Stipendium, das zudem nicht besonders hoch ist. Die SPÖ lehnt es ab, diesen Familien noch eine zusätzliche Bildungssteuer zuzumuten, erklärte Kuntzl.

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RektorInnen: Hälfte der Frauenquote erfüllt oder 50% fehlen noch

Ab Oktober 2011 gibt es vier Rektorinnen – Frauenquote zeigt erste Erfolge

Wien (OTS/SK) – „Ab Oktober 2011 wird es vier Rektorinnen an der Spitze der staatlichen Universitäten geben. Das zeigt, dass die 2009 eingeführte Frauenquote von 40 Prozent für die universitären Organe und Gremien wirkt“, so SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung und zeigt, dass gesetzliche Maßnahmen zur Frauenförderung wirksam sind, sagte Wurm. Frauen sind besser ausgebildet als je zuvor, es studieren mehr Frauen als Männer und sie liegen auch bei den Abschlüssen vorne. Dann nimmt der Frauenanteil aber stark ab: Je höher die Karrierestufe, desto weniger Frauen. Vier von zehn wissenschaftlichen AssistentInnen sind weiblich, der Frauenanteil unter den ProfessorInnen lag bis dato nur bei rund 18 Prozent. Jetzt zeigen sich erste positive Veränderungen: „Dass ab dem Wintersemester nach der TU-Rektorin Sabine Seidler drei weitere Rektorinnen bestellt werden, ist auch ein wichtiges Signal für junge Frauen und hat große Beispielwirkung“, ist die SPÖ-Frauensprecherin erfreut.

 

 

 

 

Rektorinnen für mehr Uni-Budget

   Bei einer Veranstaltung des Klubs für Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten am Montagabend traten die vier Frauen (Eva Blimlinger, Akademie der Bildenden Künste; Christa Neuper, Uni Graz; Sabine Seidler, TU Wien; Sonja Hammerschmid, VetMed Uni Wien) zum ersten Mal gemeinsam auf. Es wurde über Studiengebühren und Zugangsbeschränken diskutiert und darüber, wie es die wissenschaftlichen Einrichtungen schaffen können, wichtiger genommen zu werden, um von der Wirtschaft unterstützt zu werden. [...]

Link zum Veranstaltungsbericht: DerStandard.at

Buchbeschreibung. „Soziale Bewegungen und Social Media“ Handbuch für den Web2.0-Einsatz

Hans Christian Voigt und Thomas Kreiml, Hrsg.
2011, 396 Seiten, e-Book inside. € 29,90
ISBN: 978-3-7035-1462-3
ÖGB-Verlag, Wien

   Das Web 2.0 eröffnet vielfältige Möglichkeiten, gesellschaftspolitische Anliegen zu thematisieren. Mit seinen offenen, partizipativen und vernetzenden Strukturen bietet es sich geradezu für den zivilgesellschaftlichen Einsatz an. Belegt wird das durch erfolgreiche Projekte wie die NachDenkSeiten, die #unibrennt-Bewegung, Betriebsrät_innen im Web oder erfolgreiche Online-Kampagnen diverser NGO und Bürgerinitiativen, die Social Media für Informations-, Kommunikations- und Mobilisierungszwecke nutzen.

   Ungeachtet der hier vorhandenen Potenziale haben Publikationen diesen Web-2.0-Einsatzbereich bisher vernachlässigt. Die bisherige Literatur zum Thema beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage, wie Social Media für unternehmerische Zwecke in Marketing, PR und Wissensmanagement genutzt werden kann. Nichts liegt daher näher, als zu fragen: Warum nur für Unternehmenszwecke publizieren? Wo bleibt die eingehende Beschäftigung mit den Einsatzmöglichkeiten von Social Media für politischen Aktivismus und soziale Bewegungen?

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Vorschläge zur Finanzierung der Unis. Aktuelle Stunde im Parlament

Parlament

Österreich braucht mehr Akademiker und die Universitäten mehr Geld.
Minister Töchterle präsentiert Vorschläge zur Finanzierung der Unis

Wien (PK) - „Qualität und Leistung für die österreichischen Universitäten und Hochschulen“, lautete das Thema der Aktuellen Stunde, mit der der Nationalrat in seine heutige Plenarsitzung startete.

Das Thema hatte die ÖVP ausgewählt. Die Begründung lieferte eingangs Abgeordnete Katharina CORTOLEZIS-SCHLAGER (V), die darauf hinwies,  dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in einer enorm wichtigen Gestaltungsphase vor der Aufgabe stehen, die für die Zukunft Österreichs wichtigen bildungs- und wissenschaftspolitischen Herausforderungen anzunehmen. Bildung und Wissenschaft schaffen die besten Voraussetzungen zur Sicherung von Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätzen. Daher erwarten sich die Wissenschaftler und die Studierenden Maßnahmen von der Politik statt das Festhalten an populistischen Wahlversprechen. Die Universitäten zeigen im internationalen Vergleich trotz schlechter Rahmenbedingungen hervorragende Ergebnisse, würdigte die Rednerin und ging auf die Vorschläge ein, die Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die österreichischen Studierenden unterbreitet hat. Cortolezis-Schlager unterstützte den Wissenschaftsminister in seinen Bemühungen, mit der Finanzministerin eine zusätzliche Hochschulmilliarde zu bekommen. Sein Modell sei sozial gerecht und sein Vorschlag für Studienbeiträge berücksichtigt sozial bedürftige österreichische Studierende. Wer einen Beitrag leisten könne, soll ihn erbringen, meinte die Wissenschaftssprecherin der ÖVP. Ihre Partei lasse die Hochschulen nicht im Stich und wolle dort die Studienbedingungen verbessern. Da wir nichts gratis zu vergeben haben, wollen wir einen Beitrag von jenen, die einen solchen leisten können. Bei den Kosten pro Uniabsolvent liege Österreich im oberen Drittel, sagte Cortolezis-Schlager und schloss mit der Aufforderung, Studiengebühren wieder einzuführen, statt aus Populismus an deren Abschaffung festzuhalten.

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Hat Bildung keinen hohen Stellenwert?

Diskussion in Puls 4 am 20.11.2011  mit der ÖVP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager, ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz, Markus Tomaschitz, MAGNA international und Rektor Gerzabek, BOKU.
Minister Töchterle war krankheitshalber verhindert.  

Link: Video Teil 1 
Link: Video Teil 2

Online-Diskussion zur Forschungsinfrastruktur

 

 

 

FWF-Stellungnahme zur Forschungsinfrastruktur

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) hat mit  der Eröffnung einer Online-Plattform seine Aktivitäten im  Zusammenhang mit der Forschungsinfrastruktur in Österreich  fortgeführt. Die grundsätzliche Haltung des FWF zu dieser  Sache ist auf der FWF-Website zur Diskussion gestellt
(http://www.fwf.ac.at/de/zur_diskussion/); an der Online-Diskussion des RTFE können Sie bis 30. September 2011 unter
www.forschungsinfrastruktur.at teilnehmen.

Das Positionspapier finden Sie unter
http://www.fwf.ac.at/download/Forschungsinfrastruktur-2011-09-05.pdf

mit freundlichen Grüssen,
das Team der Öffentlichkeitsarbeit

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FWF Der Wissenschaftsfonds
Austrian Science Fund
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1090 Wien
Tel.: +43-1-505 67 40-0
Fax: +43-1-505 67 39
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http://www.fwf.ac.at

Aviso UG-Novelle: §91 Studiengebühren

Der „Presse“ (!) liegt ein UG-Novellen-Entwurf von Minister Töchterle vor.

Noch in dieser Woche will der Wissenschaftsminister eine Novelle zum Universitätsgesetz 2002 in Begutachtung schicken, die Studiengebühren bringen soll. Demnach soll künftig nach § 91 des UG das Rektorat Uni Gebühren festlegen dürfen. Für ordentliche Studierende mit österreichischer Staatsbürgerschaft, aus der EU oder dem EWR soll „ein Studienbeitrag bis höchstens 500 Euro für jedes Semester festgelegt werden“ können. Für Studenten aus Drittstaaten sollen es „höchstens kostendeckende Studienbeiträge“ sein. [...]
Link 1: DiePresse.com,
Link 2: Minister Töchterle in der ORF-Pressestunde v. 11.9.2011