Weit über 1000 TeilnehmerInnen – MitarbeiterInnen, PatientInnen, Studierende, BesucherInnen, BetriebsrätInnen und VertreterInnen aus anderen Institutionen z.B. Fonds Soziales Wien, Arbeiterkammer, Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Ärztekammer – an der Versammlung im Eingangsbereich des Wiener AKH, am 29.11.2011, hörten die Ansprachen der Betriebsräte, des Rektors, der ehemaligen AKH-PatientInnen und der ModeratorInnen, sowie des ÄK-Präsidenten.
Otto Schenk, selbst früher Patient des AKH, brachte es auf den Punkt. Wegen der offenkundigen Unfähigkeit der PolitikerInnen in Gemeinde und Bund, die Probleme der Unterfinanzierung des AKH und den damit verbundenen Journaldiensteinsparungen, dem Personalabbau bei ÄrztInnen und den drohenden Leistungsreduktionen am AKH zu lösen: bräuchten einige Politiker eine Hirntransplantation.
U.A. berichteten Freda Meissner-Blau, Günther Frank, der auch moderierte, Attila Dogudan und Niki Lauda (dieser in einer Videobotschaft) über ihre sehr guten Erfahrungen mit ihren Behandlungen im AKH und die aufopferungsvolle Tätigkeit der ÄrztInnen, PflegerInnen und des Stations- und Verwaltungspersonals im AKH trotz mehr als angespannter Personalsituation und dem scheinbaren (Otto Schenk:) “48-Stunden-Tag”.
Die Studierenden (ÖH-Medizin Wien) trugen Kleidungsaufschriften: “Wir leiden mit den Lehrenden”, “Geht´s den Lehrenden schlecht, leidet auch die Lehre”.
Viele PatientInnen trugen Plakate mit Aufschriften wie: “AKH und MedUni-Wien brauchen Klimawandel”, “Wartezeit ist Lebenszeit”, “6-8Stunden Wartezeit”, “Wir fordern andere Strukturpolitik!”, “PatientInnen sind auch betroffen – Solidarität mit der Aktion” etc.
Alle forderten ein Umdenken der Politik und darüberhinaus auch ein verwirklichtes Setzen von politischen Prioritäten NICHT für den österreichischen Tunnel- und Straßenbau, NICHT für die nachfrags- und bedingungslose viele Milliarden Euro schwere Unterstützung der am Finanzmarkt verantwortungslos und spekulierend Tätigen, sondern für die Gesundheit.
Obwohl die GRÜNE der Ersten Stunde, Frau Meissner-Blau, eine Kampfpredigt für die Vollfinanzierung und damit für den weiteren Betrieb des AKH auf höchstem medizinischen Niveau gehalten hatte, beschwerten sich Betriebsräte über das Stillschweigen der gegenwärtigen städtischen GRÜN-PolitikerInnen zur AKH-Situation. An Minister Töchterle, dem Verantwortlichen für das MedUni-Budget der am AKH tätigen ÄrztInnen, wurde das absolute Fehlen von konstruktiven Überlegungen und Beiträgen zum drohenden AKH-Kollaps heftigst kritisiert. Ein Chirurg warnte vor den zunehmenden Wartezeiten auf Operationen bei drohender Personal- und Dienstreduktion. Ein Betriebsrat sprach von wieder drohenden Überschreitungen des Arbeitszeitgesetzes für Krankenhäuser.
Die Versammlungen sollen jetzt im wöchentlichen Intervall mit allen MitarbeiterInnen durchgeführt werden, bis die Verantwortungsträger in der Politik zur Besinnung kommen. Ein dringender Runder Tisch mit Diskussion der bedrohlichen AKH-Kollaps-Situation zwischen Bund und Gemeinde sowie AKH und MedUni Wien wurde noch für die Vorweihnachtszeit verlangt. Im Januar sei es zu spät.
Von den VersammlungsteilnehmerInnen wurden Unterstützungserklärungen für den Verein “Rettet das AKH” unterschrieben (Link: www.rettetakh.at), der mit seiner symbolischen Sammelaktion u.a. offensichtlich darauf hinweist, dass die Regierung nicht ihrem verfassungsmäßigen Auftrag nachkommen kann/will, der Bevölkerung das zu geben, was ihr im Gesundheitsbereich gebührt, optimale PatientInnenbetreuung für Alle ohne Rücksicht auf sozialen Status und Einkommen, optimale medizinische Lehre und Medizinische Forschung auf Spitzenniveau.






