Monatsarchiv: Dezember 2011

Uni-Innsbruck Rektor Tilmann Märk über Uni-Budget und Fusionen

[...] Die Presse: Im Frühling starten die Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen. Wirtschafts-Uni-Rektor Christoph Badelt hat gesagt, nach dem Urteil in der Causa WU werden die Unis der Republik das Messer ansetzen

Rektor Märk: Ich bin grundsätzlich ein friedlicher Mensch (lacht). Wir werden aber genau vorrechnen, was wir mit welcher Summe machen können. Wenn ab 2013 nur dasselbe Budget zur Verfügung steht wie bisher – und das ist momentan die Ausgangslage – fehlen uns 25 Millionen Euro pro Jahr. Hochgerechnet sind das die 300 Millionen, die alle Unis ab 2013 pro Jahr brauchen. [...]
Link: zum Interview in der „Presse“ (Printausgabne v. 19.12.2011)

Universität Wien verlangt Nachverhandlung der Leistungsvereinbarung

Die angekündigte Ausnahme der Universitäten vom strikten Sparkurs ab 2013 ist ein wichtiger Schritt. Rektor Heinz W. Engl begrüßt die Ankündigung des Kanzlers, dass die Hochschulmilliarde kommt.

   Sie ist auch unbedingt nötig, um gravierende Einschnitte im Universitätsbereich zu verhindern, löst aber nicht das bereits 2012 vorhandene Budgetproblem: Durch den Entfall der letzten Reste von Studienbeiträgen fehlen an der Universität Wien sieben Millionen Euro schon 2012. Dies ist eine gravierende Änderung der Rahmenbedingungen mit direkten Auswirkungen auf die bestehende Leistungsvereinbarung zwischen Universität und Ministerium. Die Universität hat deshalb heute eine entsprechende Änderung der Vereinbarung verlangt, mit dem Ziel, diese sieben Millionen Euro vom Bund ersetzt zu bekommen. Sollten die Verhandlungen darüber nicht zu einem raschen Ergebnis führen, muss die Universität Wien den Rechtsweg über die Schlichtungskommission beschreiten.

   Seit dem Erkenntnis des VfGH Ende Juni 2011 haben die Universitäten wiederholt auf die gravierenden Folgen des Entfalls der restlichen Studienbeiträge („Langzeitstudierende“, „Nicht-EU-AusländerInnen“) aufmerksam gemacht. Zur rechtlich leicht möglichen Sanierung durch Regierung und Nationalrat wird es offenbar nicht kommen.

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Ankündigungspolitik: Hochschulmilliarde

Bundeskanzler Faymann kündigte bei der STANDARD-Jugenddiskussion „Zukunft am Wort“  den Unis wiederum eine „Hochschulmilliarde“ an. Auf der Homepage des Ministeriums findet man dazu nichts.

Die Reaktionen der Hochschul-Community sind Argwohn, Zweifel und Skepsis:

Die Presse: [...]  Unklar bleibt auch, wie das Geld – so es kommt – zwischen den Unis verteilt wird. Die Regierung plant eine „leistungsorientierte“ Vergabe. Die Unis dürften sich somit auf strengere Vorgaben aus dem Ministerium und Eingriffe in ihre Autonomie einstellen müssen.

uniko: [,...] Die uniko begrüßt alle politischen Bestrebungen, die die Universitäten in die Lage versetzen, ab der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode 2013 bis 2015 ihren Betrieb ohne Leistungskürzungen aufrechtzuerhalten. „Wir haben mehrfach betont, dass dafür 300 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr notwendig sind“, fügt Schmidinger hinzu. Wenn nun innerhalb der Regierungsparteien darüber Einvernehmen hergestellt sein sollte, wäre damit auch die Voraussetzung geschaffen, dass die Gespräche über den Hochschulplan erfolgreich abgeschlossen werden.

Grünewald: „Schon in der letzten Regierungserklärung vor drei Jahren wurde versprochen, für Universitäten und Fachhochschulen zwei Prozent des BIP bereitzustellen. Zwischenzeitlich wurden die Budgets der Universitäten allerdings nominell wie real gekürzt.
   Als Beispiele für die klaffenden Lücken nennt Grünewald die Reduktion der  Familienbeihilfe bei Studierenden, die Streichung der Publikationsförderung, reduzierte Investitionen in studentisches Wohnen und  erzwungene Einschnitte im Personalbereich der Universitätskliniken. 
   „Man hat den Unis und Fachhochschulen in den letzten Jahren sukzessive Geld weggenommen. Mit der Hochschulmilliarde gibt man ihnen lediglich einen Teil davon wieder zurück. Das ist ein billiges Täuschungsmanöver“, kritisiert Grünewald.

ÖH: Scheinmilliarde auf drei Jahre aufgeteilt.

Studierende sollen Stipendien/Studienkredit später zurückzahlen

heute.at

 

 

Jetzt kommt Bewegung in die Studiengebühren-Debatte:
Nach prominenten Zwischenrufen aus der eigenen Partei will sich Kanzler Werner Faymann verschiedene Beitragsmodelle ansehen. Im Gespräch ist auch die „Australien“-Variante: das Studium auf Pump.

berichtet die Gratiszeitung „Heute“. Link zum Zeitungsartikel

Töchterle Interview im KURIER

 

Minister Töchterle gab dem KURIER ein Interview. Web-Kurier vom 8.12.2011

[...] KURIER: Angesichts der Schuldenbremse: Kommt die versprochene Uni-Milliarde?

Minister Töchterle: Bis Jahresende muss das Uni-Budget für 2013 bis 2015 stehen. Die Milliarde ist mein Ziel, ich konnte aufgrund des Konjunkturvorbehalts nie sicher sein, dass ich sie zur Gänze bekomme. Schau’n wir, wie erfolgreich ich bin.

Link zum kompletten Text des Interviews: KURIER.at

Rektor Badelt in der „Presse“ zum Verhältnis Universitäten und Medien

Rektor Badelt in einem „Presse“-Artikel über das Verhältnis zwischen Medien und Universitäten; und die Problematik über Missstände und Erfolge gleichzeitig zu berichten.

[...] Die Mehrzahl der Pressemeldungen zu Universitäten beschäftigt sich mit ihren Problemen. Unterfinanzierung, Überfüllung, schlechte Ratingergebnisse, Streit um die Effizienz des Hochschulsystems, etc. beherrschen die Zeitungen auf den Innenpolitikseiten. Rektor/inn/en versuchen so, in den Medien ihre politischen Anliegen zu transportieren. Diese Strategie ist sicherlich erfolgreich, denkt man an die umfangreiche Präsenz der Uni-Politik vor allem in den Qualitätsmedien. Aber die Vertreter/innen der Unis wollen auch auf die ausgezeichneten Leistungen ihrer Institutionen hinweisen.

   Und das ist eine schwierige Doppelbotschaft. Kein privates Unternehmen würde freiwillig schlechte Nachrichten über sich selbst verbreiten. Die Unis müssen das manchmal tun, weil sie nur auf diesem Weg Appelle an ihren „Eigentümer“ (der durch die Politik vertreten wird) richten können. Schade, dass dieser „Eigentümer“ viel zu selten positiv über seine Unis spricht. Die Medien würden solche Botschaften sicher gern aufnehmen.

LINK: „Die Presse“, Print-Ausgabe, 05.12.2011

Gehaltsverhandlungen für 2012 positiv

Nach extrem schwierigen Verhandlungen in von der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägtem Umfeld haben die Gewerkschaften der Öffentlichen Dienste mit der Bundesregierung eine Einigung erzielt: 2,68 – 3,36 % Gehaltserhöhung (Klick auf die folgende Abbildung).

Die Betriebsräte der Universitäten fordern in einer Resolution den Dachverband der Universitäten zu einer höheren Anpassung des kollektivvertraglichen Gehalts auf als bei den Beamten (siehe diesen Link).

Weiterer Link: Die Werte (XL-Gehalts-Tabelle).

 

Aviso: UNI-Ärzteproteste in „Pro und Contra“ auf PULS4-TV. Montag 22.30 Uhr

Pro und Contra – Der AustriaNews Talk
Ärzte-Protest im AKH Wien:
Steht unser Spitalswesen vor dem Herzinfarkt?
Montag, 05.12.201122:30 PULS 4

Hier: LINK ZUR SENDUNG

TeilnehmerInnen am Podium:
Andrea Kdolsky, ehem. Gesundheitsministerin, Gesundheitsökonomin,
Peter Husslein, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde,
Martin Röggla, Oberarzt an der Universitätsklinik für Notfallmedizin,
Thomas Szekeres, Kurie der Angestellten ÄrztInnen Wr. Ärztekammer und Betriebsratsvorsitzender des wissenschaftl. Personals MedUni Wien

Aufforderung der Uni-Betriebsräte an die KV-VerhandlerInnen

betriebsräte
österreichischer universitäten
wissenschaftliches & künstlerisches personal

An die
Österreichische Universitätenkonferenz                          Wien, 25. November 2011

Sehr geehrte Damen und Herren!
   Die Betriebsräte des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals aller österreichischen Universitäten fordern die Rektorinnen und Rektoren auf, einen Gehaltsabschluss für die Angestellten der Universitäten nach Kollektivvertrag in jedem Fall höher als den Abschluss für die beamteten MitarbeiterInnen vorzusehen und das Verhandlungsteam des Dachverbandes mit einem entsprechenden Pouvoir auszustatten.
   Die Forderung nach einem höheren Abschluss als dem der Beamten gilt insbesondere für Teilbeschäftigungen und befristete Arbeitsverhältnisse.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Günther Höfler (Universität Graz), Ao.Univ.Prof. Dr. Rüdiger Kaufmann, Dr. Richard Tessadri (Universität Innsbruck), Dr. Ernst Kotzmann (Universität Klagenfurt), Dr. Jürgen Maasz (Universität Linz), Mag. Dr. Drago Pintaric, Mag.Dr. Bernhard Scherl (Universität Salzburg), Ao.Univ.Prof. Dr. Gert-Michael Steiner, Mag. Dr. Karl Reiter, Mag.Dr. Christian Cenker, Mag.Dr. Christine Kasper (Universität Wien), AProf.DI.Dr. Evelyn Krall, Mag.Dr. Otto Röschel (Technische Universität Graz), DDr. Erasmus Langer, DI Dr. Franz Sauerzopf (Technische Universität Wien), Prof.Dr. Mario Dorok, Dr. Herwig Peter Hofer (Medizinische Universität Graz), Ao.Univ.Prof.Dr. Martin Tiefenthaler (Medizinische Universität Innsbruck),  Dr.Thomas Szekeres, Ing.Dr. Ingwald Strasser (Medizinische Universität Wien), Dr. Peter Cepuder, Dr. Petra Seibert (Universität für Bodenkultur Wien), Ao.Univ. Prof.Mag. Dr. Josef Oswald (Montanuniversität Leoben),  Dr. Gerhard Loupal (Veterinärmedizinische Universität Wien),  Mag.Dr. Rony Flatscher (Wirtschaftsuniversität Wien),  Katharina Koch (Akademie der bildenden Künste Wien), Prof.MMag. Susanne Mann (Universität für angewandte Kunst Wien), Mag. Wolfgang Theis Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz), Joachim Schallock (Kunstuniversität Graz), Ao.Univ.Prof. Lucy Revers-Chin (Mozarteum Salzburg), Dr. Stefan Schön (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)