Archiv der Kategorie: Hochschulplan

UNIKO-Jahresbericht 2011

Kommentar von Rektor Schmidinger, uniko-Präsident, als Vorwort zum Jahresbericht

Für die österreichischen Universitäten waren 2011 drei Ereignisse von ausschlaggebender Bedeutung:

   Zunächst wurde ein Mitglied der Universitätenkonferenz, der Rektor der Universität Innsbruck, Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, zum Bundesminister für Wissenschaft und Forschung bestellt. Damit bot und bietet sich seit Langem wieder die Chance, innerhalb der Bundesregierung durch einen Minister vertreten zu sein, der die Einrichtung „österreichische Universität“ genau kennt, ihre prekäre Situation aus eigener Erfahrung versteht und wie kaum ein anderer weiß, was den Universitäten in unserem Land nottut. Diese Chance in einem ebenso engen wie konstruktiv-kritischen Kontakt mit dem Minister zu nützen ist wohl das Gebot – nicht nur der Stunde, sondern des gesamten „Zeitfensters“, das sich am Wiener Minoritenplatz geöffnet hat.

   Sodann kam es vor allem durch den Einsatz von Minister Töchterle gegen Jahresende zur Verkündigung der sogenannten „Universitätsmilliarde“, eines Betrages von genau 990 Millionen Euro, der zum allergrößten Teil den Universitäten für die Leistungsvereinbarungsperiode 2013 bis 2015 zur Verfügung stehen wird und zu 750 Millionen aus „frischem Geld“ resultiert. Dies ist in Zeiten der milliardenschweren Sparpakte nicht nur eine außergewöhnliche Maßnahme, die Anerkennung verdient, sondern für die Universitäten, die sich seit Mai 2010 mit der Hiobsbotschaft konfrontiert sahen, ihre Budgets bis auf Weiteres einfrieren zu müssen, eine lebenswichtige Perspektive.

   Schließlich hat nach jahrelangem Drängen der Rektoren- und späteren Universitätenkonferenz das Wissenschaftsministerium den „Hochschulplan“ in Angriff genommen, der den gesamten tertiären Bildungssektor strukturieren und koordinieren soll (vorläufig leider noch ohne die Pädagogischen Hochschulen). Hauptziele desselben sind zum einen eine Hochschulkonferenz, die den/die Minister/in bei zentralen Fragen, den „Hochschulraum Österreich“ als Ganzes betreffend, zu beraten hat, was dieser/diese über die Leistungsvereinbarungen mit den autonomen Universitäten verhandelt; zum anderen eine neue Finanzierung der Universitäten durch ein System der Studienplatzbewirtschaftung. <…>

Link: zum Download des uniko-Jahresberichts 2011 (pdf)

Wider einen geheimen Hochschulplan

Warum wird der sogenannte Hochschulplan nicht offen und mit unmittelbar Betroffenen diskutiert? Was der Sinn eines Hochschulplanes ist, der wohl das Universitätsgesetz nicht ersetzen und möglicherweise auch nicht verbindlich ergänzen kann

Die folgenden Punkte werden in einer “Produktwarnung”, die sich auf eine zweite, revidierte Fassung des Papiers Hochschulplan bezieht, in einer ablehnenden Stellungnahme des ULV von Koll. W. Weigel behandelt:

  1. Das Papier ist in sich widersprüchlich
  2. Es werden Autonomie und Wettbewerb –wiederum und programmatisch – hervorgehoben
  3. Fachhochschulen sollen in der künftigen Hochschulkonferenz mit fast der gleichen Stimmstärke vertreten sein wie Universitäten
  4. Die beabsichtigte Hochschulkonferenz ist in ihrer jetzt vorgesehenen Zusammensetzung völlig unhaltbar!

Alternativer Hochschulplan: Präsentation am 28.3. Akademie der bildenden Künste

Forum Hochschule. Ergebnisse des alternativen Hochschulplans werden am 28.3.2012  ab 18.00 Uhr in der Aula der Akademie der Bildenden Künste, Schillerplatz 3, 1010 Wien präsentiert.

18:00 Uhr – Begrüßung
18:10 Uhr – Einleitende Worte durch Rektorin Eva Blimlinger
18:20 Uhr – Präsentation der Ergebnisse von Forum Hochschule
(Moderation: Tanja Traxler, Der Standard)
19:30 Uhr – Schlussworte durch uniko-Präsident Heinrich Schmidinger
und Ausblick
Ab 20:00 – Informationsstände der einzelnen Arbeitsgruppen; Buffet
und musikalischer Ausklang mit den Gewürztraminern

Seit Herbst 2011 arbeitet die ÖH Bundesvertretung gemeinsam mit weiteren ExpertInnen und Studierenden am Projekt Forum Hochschule. Es wurde mit Forum Hochschule geschafft, unzählige Themen zu beleuchten, die in der sonstigen Hochschuldebatte kaum Beachtung finden. Fünf Arbeitsgruppen haben sich in einem intensiven und offenen Arbeitsprozess folgenden Brennpunkten der Hochschulpolitik gewidmet: Hochschulorganisation und -governance, Wissenschaft und Forschung, Qualität der Lehre, soziale Absicherung sowie Hochschulfinanzierung.
Link: ÖH-Homepage

Unbearbeitet (u.a.): Entschließungsantrag der Grünen zur Hochschulkonferenz

Viele Anträge sind im Unterausschuss des Parlamentarischen Wissenschaftsausschusses “geparkt”, was soviel heißt wie: sie werden in dieser Legislaturperiode wohl nicht mehr von der Legislative bearbeitet werden. Ein Schachzug der Regierung und ihrer BeraterInnen. Außerdem soll ja die Personalpolitik des BMWF mit einer Personalreduktion auch zur Einsparung beitragen. Zur Einsparung von Arbeit.

Hier der Text des genannten Entschließungsantrags betreffend die Zusammensetzung der Hochschulkonferenz.

Der Nationalrat wolle beschließen:
Der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung wird aufgefordert, die Zusammensetzung der Hochschulkonferenz folgendermaßen zu gestalten:

7 VertreterInnen Universitätenkonferenz
2 VertreterInnen Fachhochschulkonferenz
2 VertreterInnen Senate
2 VertreterInnen BMWF
2 VertreterInnen Wissenschaftlicher Nachwuchs, „Mittelbau“
2 VertreterInnen Österreichische HochschülerInnenschaft
1 VertreterIn FWF
1 VertreterIn FFG

Weiters wird der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung aufgefordert, den Nationalrat einzubeziehen und den Mitgliedern des Wissenschaftsausschusses den Erstentwurf vom Dezember 2011 zu übermitteln.

Link: bisher geplante Zusammensetzung und Begründung des Antrags

Studienplatzfinanzierung. Es muss nicht immer Hochschule sein?

Im NEWS-Interview (Renate Kromp, 8.2.2012) analysiert Töchterle die Knackpunkte: Durch die geplante Studienplatzfinanzierung wird es Zugangsbeschränkungen und limitierte Studienplätze an den Universitäten geben. Töchterle: „Man muss ehrlich sagen: Es wird Leute geben, die die Voraussetzungen für ein Studium erfüllen, aber für die einfach kein Platz da ist.“
Link zum gesamten Interviewtext in NEWS.at

Dem Minister widersprechen gleich mehrere Institutionen: Die GRÜNEN, die Hochschülerschaft, der VSStÖ…

Die Grünen: “Tausende junge Menschen werden vor verschlossenen Uni-Türen stehen” (Link)

ÖH: “Anzahl der Studienplätze ist kein Naturgesetz sondern politische Entscheidung” (Link)

VSStÖ: “Zukunftsfeindliche Hochschulpolitik” (Link)

Forum Hochschule. Kick-Off Veranstaltung

Bei dem von Bundesminister Töchterle angekündigten Hochschulplan des Wissenschaftsministeriums wurde keine Sekunde an den Einbezug von den Studierenden und Lehrenden gedacht; Pläne wie es mit der Hochschulpolitik in Österreich weitergehen soll werden hingegen im stillen Kämmerlein ausgearbeitet, während die Expertise der wirklich Betroffenen dabei nicht genutzt wird. Stattdessen werden wieder Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren gefordert, die sich bereits oft genug als sozial selektiv erwiesen haben. Eine derart einseitige Behandlung der Hochschulpolitik ist für die ÖH nicht akzeptabel.

   Mit dem „Forum Hochschule“ wollen wir daher einen lösungsorientierten Hochschulplan entwickeln, der gemeinsam von allen betroffenen Gruppen zusammengestellt und breit diskutiert werden soll und eine Alternative zu den Vorschlägen des Wissenschaftsministeriums bietet. In fünf Arbeitsgruppen sollen Themenbereiche wie Hochschulfinanzierung, soziale Absicherung von Studierenden, Qualität der Lehre, Wissenschaft und Forschung sowie Hochschulorganisation und Governance separat erarbeitet werden.

   Im Rahmen des Kick-Off Events am 19. Oktober 2011 [Aula der Wissenschaften, 1010 Wien, Wollzeile 27a; Anm.d.Red.] wollen wir euch das „Forum Hochschule“ sowie die einzelnen Arbeitsgruppen näher vorstellen und den Erarbeitungsprozess unseres alternativen Hochschulplans mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wert der Bildung – zwischen Humboldt und Ökonomisierung“ starten. Da uns die Hochschulpolitik und deren Veränderung alle betrifft, würden wir uns über eure Unterstützung und Anwesenheit sehr freuen!

18.00 Uhr Begrüßung und Problemaufriss
18.15 Uhr Vorstellung des Projektes „Forum Hochschule“
18.30 Uhr Vorstellung der Arbeitsgruppen Hochschulfinanzierung, Absicherung von Studierenden, Qualität der Lehre, Wissenschaft und Forschung sowie Hochschulorganisation und Governance
19:15 Uhr Pause
19:30 Uhr Podiumsdiskussion zum Thema „Wieviel ist uns Bildung wirklich wert? Welchen Wert hat Bildung für uns?“ mit Margit Schratzenstaller (WIFO), Hans Pechar (Universität Klagenfurt), Brigitte Jank (Präsidentin der WKW, angefragt) und Angelika Gruber (ÖH Bundesvertretung)
Moderation: Christoph Schwarz (Die Presse)
21:00 Uhr Buffet und Ausklang
22:00 Uhr Ende der Auftaktveranstaltung

Link: ÖH-Blog

Hochschulplan: Minister hat vergessen Studierende einzuladen

v.l.: Angelika Gruber, Martin Schott, Peter Grabuschnig, Janine Wulz

 „Ein Konzept für die Hochschule muss auf breiter Basis verfasst werden. Alle Beteiligten und Betroffenen müssen mit ExpertInnen über ihre Anliegen diskutieren können – so wie das im Projekt „Forum Hochschule“ der ÖH Bundesvertretung geplant ist. Nur so ist es möglich, tatsächlich zu einer Innensicht zu gelangen. Diese ist notwendig, um ein umfassendes Bild der Situation zu bekommen und so zu Lösungen abseits von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren zu gelangen“, erklärt Martin Schott vom ÖH Vorsitzteam. 

Hier geht´s weiter!

Hochschulplan: Arbeitsgespräch im Ministerium

„Der Hochschulplan kann nur gemeinsam mit den Hochschulpartnern erarbeitet und entwickelt werden“, so der Minister. Dazu gibt es u.a. eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Ministeriums, der uniko und der Fachhochschulkonferenz. Diese Arbeitsgruppe ist eine Art „Vorläufer“ zur im Expertenbericht vorgesehenen Hochschulkonferenz, ein erstes Treffen gab es bereits vor dem Sommer. Heute Nachmittag (27.9.2011) fand das zweite Treffen mit inhaltlichen Gesprächen über Ziele, Eckpunkte und Maßnahmen des Hochschulplans statt, beispielsweise: eine neue Leistungsvereinbarungskultur mit einer höheren Steuerungsleistung, Koordinierung der Profilbildung und Abstimmung des Lehrangebots zwischen den anbietenden Standorten.

Hier geht´s weiter!

Stellungnahmen zum ExpertInnenbericht, Hochschulplan

Rektor Sünkel: “Arbeitsauftrag an die Bundesregierung”, Homepage der uniko
Prof. Grünewald, Wissenschaftssprecher der GRÜNEN: “Regierung knallt jungen Menschen die Uni-Tür zu”
Minister Töchterle: “Der Expertenbericht bietet ein breites Spektrum an wertvollen Impulsen - von A wie Autonomie bis Z wie Zusammenarbeit”
Mailath-Pokorny, Kultur- u. Wissenschaftsstadtrat: “Nicht weniger Studenten, sondern mehr Geld!”
GRAS:Hochschulbericht reine Sammlung alter ÖVP-Ideen
Österr. Wissenschaftsrat. Zum Vergleich die Empfehlungen des ÖWR vom Juni 2010 für einen Universitätenstandard im Jahr 2025

Die Presse: Expertentipps im Realitätstest (zum Artikel mit Klick auf das Zeitungs-Logo)

ExpertInnenbericht Hochschulplan

Hochschulplan ExpertInnenbericht

„Zur Entwicklung und Dynamisierung der österreichischen Hochschullandschaft: eine Außensicht“ – unter diesem Titel haben drei namhafte Hochschulexpert/innen seit Februar an einem Bericht zum österreichischen Hochschulplan gearbeitet, der in die laufenden Arbeiten einfließen wird. Andrea Schenker-Wicki (Universität Zürich), Antonio Loprieno (Universität Basel, Präsident der Schweizerischen Rektorenkonferenz) und Eberhard Menzel (Hochschule Ruhr West) haben dabei das heimische Hochschul- und Forschungssystem analysiert und entsprechende Empfehlungen erarbeitet.

Link zum Gesamtbericht:  “Eine Außensicht” oder Klick auf die obige Abb.
Link zur Zusammenfassung der Empfehlungen

Hochschulplan. Grafik

Minister Töchterle will Hochschulplan bis Jahresende vorlegen

-c- kh

Wien (PK) – Die aktuelle Aussprache mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle zum Thema “Hochschulplan“ stand am Beginn  der Sitzung des Parlamentarischen Wissenschaftsausschusses am 29.6.2011.
Auf der Tagesordnung stand auch eine Regierungsvorlage, welche die Schaffung einer neuen, sektorenübergreifenden Einrichtung zur externen Qualitätssicherung des Hochschulwesens in Form der “Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria” zum Inhalt hat. Das Gesetz passierte den Ausschuss mit Zustimmung der Abgeordneten der Koalitionsparteien.

   Der Ausschuss behandelte zudem eine Reihe von Anträgen der Opposition, die Vorschläge zur Verbesserung der Situation des tertiären Bildungssektors enthielten. Grüne und BZÖ brachten Anträge zu einer besseren finanziellen Ausstattung ein. Weiters wurden die Frage der Studienplätze und die soziale Lage der Studierenden thematisiert. Die FPÖ will steigende StudentInnenzahlen durch das “Herkunftslandprinzip” in den Griff bekommen, während das BZÖ eine Regelung präferiert, wonach die Anzahl ausländischer Studierender auf einen bestimmten Prozentsatz begrenzt werden soll. Für die Grünen hingegen ist eine Ausweitung des Stipendiensystems dringend geboten. Alle Anträge, ausgenommen der Antrag der Freiheitlichen, welcher vertagt wurde, wurde auf Antrag der Koalitionsparteien dem Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses zugewiesen.

   Fragen wissenschaftlicher Ethik betrafen schließlich drei Anträge der Grünen. Sie forderten die Einrichtung einer Ethikkommission bei Tierversuchen, neue gesetzliche Grundlagen für die biomedizinische Forschung und drängten auf eine schnelle Ratifizierung der Biomedizinkonvention durch Österreich. Bei diesen Anträgen entschied der Ausschuss auf Vertagung.

Bitte hier weiterlesen!

Tertiärbildung Relevantes aus der Regierungsklausur

Regierungsklausur Semmering Mai 2011, Foto: BKA/Andy Wenzel

Die Regierungsklausur vom 30./31.5.2011 präsentierte 7 Arbeitspakete. Eines davon: Wissenschaft, Forschung, Bildung, Kultur und Medien unter “Österreich weiterbringen im Fahrplan 2011-2013″, darunter Tertiärbildungsrelevantes

■  Weiterentwicklung Pädagogische Hochschulen (Winter 2011)
■  Qualitätssicherung Universitäten/FH (Sommer 2011)
• Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten erhalten einen neuen rechtlichen Qualitätsrahmen und mit der Zusammenführung der einzelnen Qualitätssicherungsagenturen unter einem gemeinsamen Dach wird eine Qualitätssicherung NEU geschaffen. [Link: "Die Presse" berichtet am 31.5.11 über die Eckpunkte des Uni-Qualitätssicherungsgesetzes]
■   Österreichischer Hochschulplan (Winter 2011)
• Im Februar wurde eine internationale Expertengruppe eingesetzt, die aus ihrer Sicht bis zum Sommer erste Empfehlungen vorlegen wird. Leitlinien und Eckpunkte sollen bis Jahresende stehen, dann folgt eine fortlaufende Weiterentwicklung im Sinne eines Entwicklungskonzeptes für den Hochschulraum.
■   Österreichisches Modell Studienplatzfinanzierung (Winter 2011)
• Gesamtmodell einer neuen Universitätsfinanzierung bis Ende des Jahres. Ziel ist, dass bereits bei den nächsten Leistungsvereinbarungen das neue Instrument der Studienplatzfinanzierung parallel zur Test- Anwendung kommt, so dass ein reibungsloser Übergang und eine Umstellung mit den Leistungsvereinbarungen ab 2015 möglich ist.
■   Faculty-Modell für Universitäten (Sommer 2012)
■   Umsetzung Nationaler Qualifikationsrahmen (laufend)
■   Ausbau von Studienangeboten für Berufstätige (Sommer 2012)
■   LLL:2020 Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (Sommer 2011)
■   Wissens- und Technologietransfer (Frühjahr 2012)
• Wissen aus den Unis und Fachhochschulen heraus an Unternehmen transferieren und eine direkte Anwendung ermöglichen. Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Entwicklung sollen verstärkt ineinander greifen. Dafür sind in der FTI-Strategie Wissenstransferzentren vorgesehen.

———–

Link: Stellungnahme der Grünen zu den Themen der Regierungsklausur

Minister Töchterle über Hochschulplan e.h. und Wiedereingliederung der MedUnis

Innsbruck (OTS) – [...] Sein Ministeramt sieht Karlheinz Töchterle als Chance, in der österreichischen Wissenschaftslandschaft etwas zu bewegen, die von seiner Vorgängerin in Gang gebrachten Projekte wie etwa den Hochschulplan will er mit seiner “eigenen Handschrift umsetzen”. Den Hochschulplan könne er sich auch als Anlass vorstellen, noch einmal über die Ausgliederungen der heimischen Medizinunis, die von ihm früher “als kritischer Beobachter des Universitätssystems” nicht gut geheißen wurden, nachzudenken.

   Bezüglich Studiengebühren teile er, so Töchterle, “aufgrund empirischer Befunde und persönlicher Erfahrung” die Sorge nicht, dass – sozial verträgliche – Studiengebühren mit einem treffsicheren Stipendiensystem sozial Schwache und Bildungsferne vom Studium abhalten. Als Pro-Argument führt einerseits die “bedeutende Hilfe für die Unifinanzierung”, andererseits die vielen ausländischen Studierenden in Österreich an: “Ich finde es schon eine gewisse Fragwürdigkeit, wenn man jedem österreichischen Steuerzahler zumutet, dass er das Studium ausländischer Studierender mit seinen Steuern mitfinanziert. Gerechter wäre es zu sagen, leistet doch einen Beitrag – das müsste dann aber auch für Österreicher gelten, wir leben in der EU und alle EU-Bürger werden gleich behandelt.”

Hochschulplan

v.li.: Andrea Schenker-Wicki, Ministerin Karl, Antonio Loprieno, Eberhard Menzel

Wissenschaftsministerin Karl stellte die ExpertInnengruppe für die Entwicklung des Österreichischen Hochschulplans öffentlich vor.
-  Andrea Schenker-Wicki von der Universität Zürich (Professorin für allgemeine Betriebswirtschaftslehre; Forschungsschwerpunkt u.a. Hochschulmanagement)
Antonio Loprieno von der Universität Basel (Rektor; derzeit Präsident der Schweizerischen Rektorenkonferenz)
-  Eberhard Menzel von der Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet (Präsident; zuvor u.a. Vorsitzender des Hochschulrates der FH Koblenz)

Die vier Kernbereiche des Hochschulplans:
1. Studienplatzfinanzierung: Mit dem Instrument der Studienplatzfinanzierung wird festgelegt, wie viele Studienplätze mit öffentlichen Mitteln finanziert werden und wohin diese Ressourcen fließen. Erste Eckpunkte des Modells werden bis Ende März erarbeitet. Zur Studienplatzfinanzierung mit Definition der Kapazitäten gab es beim Universitätsgipfel im November auch ein klares Bekenntnis der SPÖ.
2. Forschungsinfrastrukturplan: Der Forschungsinfrastrukturplan dient zur Abstimmung, wo künftig Großanlagen für die Grundlagenforschung errichtet werden. Dabei sind gemeinsame Nutzungskonzepte zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung genauso zu entwickeln, wie die Nutzungsmöglichkeiten durch unterschiedliche Hochschultypen. Eckpunkte sollen bis Ende 2011 stehen.
3. Bauleitplan: Mittels des Bauleitplans wird festgelegt, wo künftig Neubauten realisiert werden. Eckpunkte werden bis Ende 2011 erarbeitet.
4. Koordinierungsmaßnahmen: Ein Koordinierungsgremium (Hochschulen plus die wichtigsten Stakeholder) erarbeitet mit dem Ministerium koordinierende Maßnahmen. Die Eckpunkte folgen ebenso bis Ende des Jahres. 

Link: Artikel auf der Homepage des BMWF