
Schlagwortartige Zusammenfassung der Diskussion von ÖH-Vertreterin Sigrid Maurer (M) und uniko-Vorsitzendem Rektor Hans Sünkel (S) am 26.1.2011. Es moderierte Ö1-Innenpolitik-Redakteur Klaus Webhofer (W)

S: Die UG-Novelle wird Planbarkeit für die Unis bringen. Erster Schritt in die richtige Richtung und zu geordnetem Uni-Zugang. Die Studienberatung ist leider noch nicht soweit. Die besten Studierenden sollen ausgewählt werden dürfen.
M: Es besteht ein Grundrecht auf Bildung (freie Berufswahl in der Verfassung). Die Auswahl der “besten” Studierenden wird lachhaft betrieben. Die Testergebnisse haben dazu keine Aussagekraft. Sie prüfen die Streberfähigkeit ab. Und wer sich die 300,- € teuren Vorbereitungskurse dazu leisten kann, kommt durch. Numerus clausus ist ebensogut selektierend. Reflexions- und Kritikfähigkeit werden mit diesen Tests nicht erkannt.
S: Soll es denn gar keine Prüfungen geben? soll Beliebigkeit herrschen?
M: Mit Standard-Tests weiß man nicht wer am besten sein wird. Nach der Matura gibt es keine Orientierung. Soziale Kompetenz ist in der Praxis entwickelbar (z.B. Notfallambulanz). Die Tests sind nur sozial selektiv. Krankenpflegepersonal sollte zum Med.-Studium zugelassen werden. Sonst werden SchülerInnentypen selektiert. Diese Tests zerstören die Vielfalt an der Universität.
S: Es gibt keine absolute Gerechtigkeit. Überall gibt es Aufnahme-Prozeduren. Warum sollen sie in Österreich nicht funktionieren.
W: Finnland hat eine höhere AkademikerInnenquote – mit Numerus clausus und Auswahlverfahren.
M: Finnland hat ein anderes Schulsystem mit einer 80%-Übertrittsquote in die Universitäten. Zwar selektiv aber mit viel mehr Studienplätzen. Sozial schlechter Gestellte fallen dort auch raus. Es gibt mehr Chancen als in Österreich.
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