Schlagwort-Archive: Studienplatzfinanzierung

Studienplatzfinanzierung. Es muss nicht immer Hochschule sein?

Im NEWS-Interview (Renate Kromp, 8.2.2012) analysiert Töchterle die Knackpunkte: Durch die geplante Studienplatzfinanzierung wird es Zugangsbeschränkungen und limitierte Studienplätze an den Universitäten geben. Töchterle: „Man muss ehrlich sagen: Es wird Leute geben, die die Voraussetzungen für ein Studium erfüllen, aber für die einfach kein Platz da ist.“
Link zum gesamten Interviewtext in NEWS.at

Dem Minister widersprechen gleich mehrere Institutionen: Die GRÜNEN, die Hochschülerschaft, der VSStÖ…

Die Grünen: “Tausende junge Menschen werden vor verschlossenen Uni-Türen stehen” (Link)

ÖH: “Anzahl der Studienplätze ist kein Naturgesetz sondern politische Entscheidung” (Link)

VSStÖ: “Zukunftsfeindliche Hochschulpolitik” (Link)

Tertiärbildung Relevantes aus der Regierungsklausur

Regierungsklausur Semmering Mai 2011, Foto: BKA/Andy Wenzel

Die Regierungsklausur vom 30./31.5.2011 präsentierte 7 Arbeitspakete. Eines davon: Wissenschaft, Forschung, Bildung, Kultur und Medien unter “Österreich weiterbringen im Fahrplan 2011-2013″, darunter Tertiärbildungsrelevantes

■  Weiterentwicklung Pädagogische Hochschulen (Winter 2011)
■  Qualitätssicherung Universitäten/FH (Sommer 2011)
• Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten erhalten einen neuen rechtlichen Qualitätsrahmen und mit der Zusammenführung der einzelnen Qualitätssicherungsagenturen unter einem gemeinsamen Dach wird eine Qualitätssicherung NEU geschaffen. [Link: "Die Presse" berichtet am 31.5.11 über die Eckpunkte des Uni-Qualitätssicherungsgesetzes]
■   Österreichischer Hochschulplan (Winter 2011)
• Im Februar wurde eine internationale Expertengruppe eingesetzt, die aus ihrer Sicht bis zum Sommer erste Empfehlungen vorlegen wird. Leitlinien und Eckpunkte sollen bis Jahresende stehen, dann folgt eine fortlaufende Weiterentwicklung im Sinne eines Entwicklungskonzeptes für den Hochschulraum.
■   Österreichisches Modell Studienplatzfinanzierung (Winter 2011)
• Gesamtmodell einer neuen Universitätsfinanzierung bis Ende des Jahres. Ziel ist, dass bereits bei den nächsten Leistungsvereinbarungen das neue Instrument der Studienplatzfinanzierung parallel zur Test- Anwendung kommt, so dass ein reibungsloser Übergang und eine Umstellung mit den Leistungsvereinbarungen ab 2015 möglich ist.
■   Faculty-Modell für Universitäten (Sommer 2012)
■   Umsetzung Nationaler Qualifikationsrahmen (laufend)
■   Ausbau von Studienangeboten für Berufstätige (Sommer 2012)
■   LLL:2020 Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (Sommer 2011)
■   Wissens- und Technologietransfer (Frühjahr 2012)
• Wissen aus den Unis und Fachhochschulen heraus an Unternehmen transferieren und eine direkte Anwendung ermöglichen. Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Entwicklung sollen verstärkt ineinander greifen. Dafür sind in der FTI-Strategie Wissenstransferzentren vorgesehen.

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Link: Stellungnahme der Grünen zu den Themen der Regierungsklausur

Ausreichende Studienplatzfinanzierung kann zu massiver Reduktion von Studierendenzahlen führen

Um dem Bildungsdebakel (geringe Studierendenzahlen) zu begegnen schlägt die Österreichische HochschülerInnenschaft eine Trendwende in der Finanzierungspolitik vor  

   Die ÖH fordert in ihrem Finanzierungskonzept eine Erhöhung des Hochschulbudgets. “Das derzeit diskutierte Modell der Studienplatzfinanzierung geht in die falsche Richtung. Wird das Budget nicht erhöht, gibt es nur zwei Möglichkeiten: lächerlich niedrige Fixbeträge pro Studierenden oder eine massive Reduzierung der Studierendenzahlen”, so Generalsekretärin Mirijam Müller. “Die Ministerin muss sich in den momentanen Verhandlungen um den Bundesfinanzrahmen auf jeden Fall mehr anstrengen als letztes Mal.”  [...] Link: ÖH-Homepage 

  Bitte hier weiterlesen!

Rektor Lochs (MedUni Innsbruck) will Finanzausgleich

Der Rektor der MedUni Innsbruck, Herbert Lochs, diagnostiziert einen ÄrztInnenmangel, will gezielt Studienangebote kürzen und fordert Geld für jene Studienplätze, die von AusländerInnen besetzt sind. Ein Platz koste 23.000 Euro im Jahr. In einem Artikel von Cristoph Schwarz (diePresse.com, Printausgabe vom 14.3.2011) berichtet Rektor Lochs, dass Top Qualität ohne Budgeterhöhung nicht mehr lange möglich sein wird.
Link zum Artikel: diePresse.com

Rektor Winckler: Studienplatzfinanzierung und Betreuungsqualität

UW-Rektor Winckler erklärt in einer Aussendung:

   Die Universität Wien hat, wie viele andere Universitäten auch, ihre Hausaufgaben gemacht und in ihrer Autonomie eine Kosten- und Leistungsrechnung entwickelt. Die Ist-Kosten pro Studienplatz können beziffert werden. In diesen Zahlen spiegeln sich im internationalen Vergleich die Versäumnisse der letzten Jahre wider: So liegen an der Universität Wien beispielsweise die Ist-Kosten für einen Studienplatz pro Jahr im Studium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft bei rund 2.300 Euro. In Dänemark beispielsweise sind die Kosten für einen Studienplatz pro Studienjahr in den Kommunikationswissenschaften mit rund 9.000 Euro definiert. Internationale Vergleiche mit Ländern wie der Schweiz oder Dänemark zeigen, dass Finanzierungsbeiträge pro Studienplatz in dieser Größenordnung ab rund 7.000 Euro pro Studienplatz (exkl. Forschungsanteil) Voraussetzung sind, um eine entsprechende Qualität im Studium sicherstellen zu können [...].

Link: Presseaussendung Rektor Winckler

Studierendenreduktion, unzureichende Studienplatzfinanzierung lösen kein Bildungsproblem

Kurt Grünewald,

   “Dass ein Ministerium öffentlich eingesteht, die Kosten eines Studienplatzes in den unterschiedlichsten Studienrichtungen nicht zu kennen, gleicht einem Eingeständnis jahrelanger Versäumnisse”, erklärt der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald und meint: “Die Kosten eines Studienplatzes zu ermitteln ist kein Tabubruch. Erst wenn wir die Kosten kennen, wird ersichtlich, wie unterdotiert Österreichische Universitäten sind und wie berechtigt unser Wunsch nach ausreichenden Ressourcen ist. Die Ergebnisse müssen aber auch zu mehr Mitteln für die Unis führen, denn sich einfach hinzustellen und zu sagen ‘mehr Geld gibt es nicht und ausreichende Qualität kann nur durch Reduktion von Studierendenzahlen garantiert werden’, wird Österreich im Ranking der Bildungsbeteiligung noch weiter zurückwerfen”, warnt Grünewald.

Bitte hier weiterlesen: Studienplatzkosten; Verantwortung für Uni-Politik

Im Klartext: Ist die Massenuni am Ende? Teil 2

Schlagwortartige Zusammenfassung der Diskussion von ÖH-Vertreterin Sigrid Maurer (M) und uniko-Vorsitzendem Rektor Hans Sünkel (S) am 26.1.2011. Es moderierte Ö1-Innenpolitik-Redakteur Klaus Webhofer (W) 

S: Die UG-Novelle wird Planbarkeit für die Unis bringen. Erster Schritt in die richtige Richtung und zu geordnetem Uni-Zugang. Die Studienberatung ist leider noch nicht soweit. Die besten Studierenden sollen ausgewählt werden dürfen.

M: Es besteht ein Grundrecht auf Bildung (freie Berufswahl in der Verfassung). Die Auswahl der “besten” Studierenden wird lachhaft betrieben. Die Testergebnisse haben dazu keine Aussagekraft. Sie prüfen die Streberfähigkeit ab. Und wer sich die 300,- € teuren Vorbereitungskurse dazu leisten kann, kommt durch. Numerus clausus ist ebensogut selektierend. Reflexions- und Kritikfähigkeit werden mit diesen Tests nicht erkannt.

S: Soll es denn gar keine Prüfungen geben? soll Beliebigkeit herrschen?

M: Mit Standard-Tests weiß man nicht wer am besten sein wird. Nach der Matura gibt es keine Orientierung. Soziale Kompetenz ist in der Praxis entwickelbar (z.B. Notfallambulanz). Die Tests sind nur sozial selektiv. Krankenpflegepersonal sollte zum Med.-Studium zugelassen werden. Sonst werden SchülerInnentypen selektiert. Diese Tests zerstören die Vielfalt an der Universität.

S: Es gibt keine absolute Gerechtigkeit. Überall gibt es Aufnahme-Prozeduren. Warum sollen sie in Österreich nicht funktionieren.

W: Finnland hat eine höhere AkademikerInnenquote – mit Numerus clausus und Auswahlverfahren.

M: Finnland hat ein anderes Schulsystem mit einer 80%-Übertrittsquote in die Universitäten. Zwar selektiv aber mit viel mehr Studienplätzen. Sozial schlechter Gestellte fallen dort auch raus. Es gibt mehr Chancen als in Österreich.

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Im Klartext: Rausprüfen und aussieben – Ist die Massenuni am Ende? Teil 1

Hans Sünkel (Präsident der Universitätenkonferenz) und Sigrid Maurer (Vorsitzende der Hochschüler-schaft) diskutieren bei Ö1 Innenpolitik-Redakteur Klaus Webhofer.

TV-Tipp:
Die Veranstaltung wurde am 26.1. aufgezeichnet und wird am 27. Januar um 12:05 Uhr und 22:45 Uhr auf TW1 ausgestrahlt. Dauer: ca. 1h 15 min

    Die Kernprobleme bleiben.  Und ein wesentliches lautet: Wie kann der Uni-Zugang an die beschränkten Kapazitäten der Hochschulen angepasst werden? Oder sollten nicht vielmehr die Kapazitäten erhöht werden? Und woher soll das Geld für die Hochschulausbildung kommen? Was ist also faul am System Universität und warum versagt die österreichische Hochschulpolitik?

Zum gesamten Text von Klaus Webhofer!

Reaktionen auf UG-Novelle: Von Weiterentwicklung über Kuhhandel bis Knock-out

   Die Reaktionen auf den Ministerrats-UG-Novellenentwurf 2011  sind vielfältig. Meist negativ von Studierenden, da Zugangsbeschränkungen  de facto mittels einer knock-out Studieneingangsphase (STEP NEU) exekutiert werden; trotz unverändert de iure  UG02 § 66 Abs. 5,  wonach  STEP/STOP nicht als quantitative Zugangsbeschränkung dienen. Das soll solange dauern bis im WS 2014/15 erstmals eine Studienplatzfinanzierung greift. Dabei  ist sehr zu befürchten, dass  die dann Finanzierungsverantwortlichen die Anzahl der zum Studium Zugelassenen (schon vor einer STEP) unter Verwendung der üblichen bildungsfeindlichen Finanzausreden drastisch einschränken wollen. In diesem Land bestünde dann tatsächlich eine no-win Situation für verantwortungsvolle Bildungspolitik.  Die Warner vor unabwendbar radikal-gesellschaftlichen Folgen der Unterfinanzierung der Universitäten (in einem der reichsten Länder  der Welt) werden schon jetzt als Spinner und Finanzignoranten abgetan oder einfach nicht ernst genommen.

Reise durch die Welt der OTS-Stellungnahmen
zur geplanten UG-Novelle

Link: VP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager
Link: SP-Wissenschaftssprecherin Kuntzl
Link: Wissenschaftsministerin Karl
Link: GRÜNEN-Wissenschaftssprecher Grünewald
Link: BZÖ-Wissenschaftssprecher Widmann
Link: FPÖ-Wissenschaftssprecher Graf, RFS
Link: Bildungsministerin Schmied
Link: ÖH flickr, ÖH ots 

Link: GRAS: GRüne und Alternative StudentInnen
Link:  AktionsGemeinschaft 
Link: JVP 
Link: VSStÖ  
Link: ÖGB-Jugend 
Link: Bundesjugendvertretung
Link: Wirtschaftskammer Österreich
Link: Die Presse, Leitartikel 
Link: Rektor Sünkel, Universitätenkonferenz 
Link: ÖH-BOKU 
Link: KURIER, Martina Salomon 
Link: Deutsche Rektorenchefin Wintermantel

Bildungsdesaster in der nächsten Generation. Österreichs Weg in den Status eines Entwicklungslandes

Rektor Bast, Universität für angewandte Kunst und Vizepräsident der Österreichischen Universitätenkonferenz fordert intelligentes Hochschulausbauprogramm statt phantasieloser Studentenabschreckungspolitik. 

   Mehr aber andere Studienplätze statt defensiver Studienplatzfinanzierung und “creative skills” als universitäre Allgemeinbildung des 21. Jahrhunderts wünscht sich Rektor Gerald Bast.
   “Es geht darum, die Politik und letztlich die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Österreich mehr Hochschulbildung braucht und nicht weniger”, sagt Bast anlässlich des Jahreswechsels. Das Motto eines Österreichischen Hochschulausbauplans kann aber nicht “Mehr vom Gleichen!” sein, sondern es gilt, neue Studienprogramme zu entwickeln. Dabei müssten nach Ansicht von Bast insbesondere neue Formen der universitären Grundbildung angeboten werden – in Fortsetzung bzw. teilweise anstatt der traditionellen gymnasialen Allgemeinbildung, die für die Bedürfnisse der Gesellschaft und Wirtschaft des 19. und 20. Jahrhunderts angemessen war. 
   Kommunikationsfähigkeit, Analysefähigkeit sowie die Fähigkeit zum Denken und Handeln in interdisziplinären Zusammenhängen müssen im Mittelpunkt einer neuen universitären Grundbildung stehen, die den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen des 21. Jahrhunderts gerecht werden.

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